Erstellt von Simon Köppl | |   Kreisverband

Zukünftig PV-Anlagen auf Lärmschutzwänden?

Die grüne Kreistagsfraktion erzielt einen ersten Teilerfolg mit ihrem Antrag bei der Diskussion um den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen im Landkreis

 

Auf Initiative der grünen Kreistagsfraktion inklusive eines zugehörigen Antrages (hier mehr dazu) diskutierte der Ausschuss für Umweltfragen, Energie, Landkreisentwicklung und Mobilität des Landkreises Berchtesgadener Land am 16.02.2022 über eine Beschleunigung des Ausbaus von Photovoltaik. Der Antrag nahm dabei mit Lärmschutzwänden und weiteren Begrenzungskonstruktionen leicht realisierbare Potenziale in den Blick. "Wir müssen beim PV-Ausbau endlich Geschwindigkeit aufnehmen, daher zielen wir mit unserem Antrag auf konfliktarme Flächen ab: An Begrenzungskonstruktionen wie Lärmschutzwänden liegt viel Potenzial brach, das sich sehr leicht heben ließe", so Simon Köppl, Kreisrat aus der Ramsau. Im Klimaschutzkonzept oder dem Energienutzungsplan wird ausgewiesen, dass zur Erreichung der Ziele im Jahr 2030 mit 4 MW pro Jahr zubauen müssen, in den letzten Jahren schafften wir mit 1 bis 2,6 MW dieses Ziel nicht annähernd!

 

Der Sachvortrag und der anschließende Beschlussvorschlag des Landratsamtes betonten die Schwierigkeiten in der Umsetzung wie die Verkehrssicherheit und eine reduzierte Ausbeute durch die teils senkrechte Montage. Dennoch gäbe es im Landkreis ein Potenzial von 270.000 kWh pro Jahr, wie eine Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt gezeigt. Simon Köppl konnte die ablehnende Haltung nicht nachvollziehen: "Natürlich gibt es Flächen wie Dächer, die eine höhere Ausbeute pro m² liefern - uns hilft aber jede kWh erneuerbare Energie. Konfliktarme Flächen bieten eine schnell umsetzbare Möglichkeit: Die Flächen gehören oft kommunalen oder staatlichen Stellen und Herausforderungen bzgl. der Statik gibt es auch nicht. Ich finde es sehr ärgerlich, dass das Landratsamt stets betont, was nicht geht", so Simon Köppl.

 

In der Diskussion des Ausschusses konnte aber ein Teilerfolg erzielt werden. Der ursprüngliche Beschlussvorschlag wurde in der Abstimmung geteilt: Zwar werden keine bestehenden Begrenzungskonstruktionen nachgerüstet, die grünen Ausschussmitglieder konnten aber durchsetzen, dass ein Teil unseres Antrag mehrheitlich angenommen wurde: Bei der Planung von zukünftigen Begrenzungskonstruktionen (z. B. Lärmschutzwänden, Mauern, Geländern) wird vom Landratsamt bzw. dem Staatlichen Bauamt geprüft, ob die Integration einer PV-Anlage technisch möglich ist. "Wir werden sowohl im Kreistag als auch in den Gemeinderäten darauf achten, dass in Zukunft bei Bauvorhaben verstärkt Photovoltaik mit integriert wird. Begrenzungskonstruktionen, Zäune etc. bieten hier viele kreative Möglichkeiten, die wir nutzen müssen" schloss Simon Köppl mit einem Appell an alle Gemeinderäte im Landkreis, bei der Energiewende nicht nur an Dächer zu denken.

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