Erstellt von Hannes Höfer | |   Laufen

„Zebrastreifen für mehr Sicherheit“

Grüne wiederholen Aktion von 2011 – Etwas tun für Fußgänger und Radfahrer

Der Mini-Kreisverkehr an der abknickenden Staatsstraße war bei den Stadtbewohnern gut angekommen. Doch der stand dort am Marienplatz nur probeweise und nur wenige Monate. Seit vielen Jahren fordern Laufens Grüne endlich Verbesserungen für Fußgänger in der mit Stickstoffdioxid belasteten Innenstadt. Weil bis heute nichts passiert ist, wiederholte der Ortsverband eine Aktion von 2011. Erneut legten sie einen „Zebrastreifen“ über die Schloßstraße und überquerten sie mehrmals entspannt und sicher.  

Die Kontakte mit den Grünen jenseits der Grenze sind gut. Als das Gespräch wieder einmal auf die unbefriedigende Verkehrssituation gekommen war, und Laufens Grüne den Wunsch nach einem mit Zebrastreifen gesicherten Übergang äußerten, erwiderten Oberndorfs Grüne. „Wir haben genug davon.“ Was folgte, war die spontane Bitte: „Dann schenkt uns doch einen.“ Gesagt, getan. Markus Strobl brachte mit seinen Mitstreitern und einer Schar Kinder acht Streifen in den Maßen drei auf einen halben Meter über die Länderbrücke.

Die Schüler der Integrationsklasse 3a der Neuen Mittelschule Oberndorf hatten die Einzelstreifen gebastelt, samt Berliner Ampelmännchen und Ampelmädchen drauf. Ausgelegt vom Marienplatz zum Geschäftshaus Pauli sorgten die Tapetenstreifen zumindest kurzzeitig für einen entspannten Übergang. Beidseitig abgesichert von Laufens Polizei überquerten die rund 50 Teilnehmer gleich mehrmals die durchaus stark befahrene Staatsstraße.

Stichwort Staatsstraße: Stadtrat Franz Eder berichtete von einer Fahrt kürzlich nach Regensburg. Mehrfach habe er dabei Zebrastreifen auf innerstädtischen Staatsstraßen überfahren. „Es geht, wenn man will“, folgerte der städtische Umweltreferent Eder daraus. Die Autofahrer nähmen häufig wenig Rücksicht auf Fußgänger und Radfahrer, musste Ortsvorsitzender Matthias Lutz erfahren. Er habe auf eine dauerhafte Anlage des Kreisverkehrs gehofft.

Stadtrat Erich Althammer gestand, dass er bei dem Versuchs-Kreisverkehr durchaus skeptisch gewesen sei. Doch siehe da: „Er hat sich bewährt.“ Bei einer Bürgerbefragung hätten sich 75 Prozent dafür ausgesprochen. „Doch leider ist nichts davon zu sehen.“ Ein weiterer großer Vorteil wäre gewesen, dass beidseitig ein Fußgängerüberweg geschaffen worden wäre. Man hätte bei einer dauerhaften Anlage durchaus in den Marienplatz eingreifen müssen, räumte Althammer ein, die Folgebeschreibung des Bürgermeisters aber, wonach damit der ganze Marienplatz samt unterirdischem Kanal- und Leitungssystem hätte erneuert werden müssen, mochte Althammer nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: „Mit minimalem Aufwand wäre hier etwas zu machen.“

„Wir fordern dringend Verbesserungen“, bekräftigte Eder, „das Zentrum muss den Fußgängern gehören.“ Für Autos müsse eine Durchfahrt unattraktiver werden, auch weil in der Schloßstraße der Stickstoffdioxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter überschritten werde. „Wir hören immer nur was nicht geht“, beklagte Althammer. „Lasst uns die Schloßstraße mit einem guten Gefühl überqueren“, forderte Lutz nach den kurzen Reden die Teilnehmer auf. Gut gelaunt und entspannt folgten die seinem Startsignal. Den Abschluss der Aktion bildete ein Fahrradkorso hinüber nach Oberndorf und wieder zurück. Begleitet von unfreundlichen Reaktionen mancher Autofahrer, die sich in ihrem Fortkommen um kaum mehr als ein oder zweit Minuten gehindert sahen. Und das an einem sonnigen Samstagnachmittag …

Mehr Rücksicht auf Fußgänger und Radfahrer fordert Grünen-Ortsvorsitzender Matthias Lutz.
Entspannt und sicher über die vielbefahrene Schloßstraße. Die Teilnehmer genossen das gleich mehrmals.
Gereimter Protest von Sepp Bernauer. Fotos: Hannes Höfer

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