Erstellt von Julia Schmied | |   Kreisverband

Grüne im Gespräch mit Alexander Huber

Grüne Stadtratsliste und Extremkletterer Alexander Huber im Gespräch über Umweltschutz und Heimat. Alexander Huber, Extremkletterer und zusammen mit seinem Bruder Thomas auch unter dem Kürzel die „Huaba Buam“ bekannt, war einer Einladung von Julia Schmied vom Ortsvorstand der Grünen zu einem Frühstück beim zum Kuglbachbauer gerne gefolgt.

Alexander  Huber ist unter anderem auch  Botschafter für Natura 2000, einem  europaweiten  Projekt, dass sich auch für den Erhalt der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie von 1992 einsetzt. Diese hat sich den Schutz natürlicher Lebensräume von Tieren und Pflanzen zum Ziel gemacht. Mit sehr interessierten Gästen wurden viele verschiedene Themen diskutiert.

Alexander Huber brachte den Zuhörern eine zutiefst wertschätzende und achtsame Einstellung zur Natur nahe. „Wer den vom Menschen gemachten Klimawandel heute noch anzweifelt, den kann ich nicht verstehenden, so Alexander Huber, „die Zunahme der Erderwärmung mit all seinen Folgen für die Menschheit ist inzwischen nicht mehr zu leugnen. Ein Thermometer lügt nicht“, so Huber, der nach seinem Physikstudium ein Jahr am meteorologischen Lehrstuhl in München gearbeitet hat. Und natürlich sieht er als Alpinist der weltweit herumkommt die katastrophalen Folgen. Der weltweite Rückgang von Gletschern, die Auflösung vom Permafrost und die Vertiefung des Auftaubodens haben weit reichende Folgen. Umso wichtiger ist ein respektvoller Umgang mit der Natur und ein Umdenken im Handeln, sowohl beim einzelnen als auch in der Politik. Wo es notwendig ist, müssen die Rahmenbedingungen restriktiv umgesetzt werden. Er selbst ist Waldbauer, hat seine Ölheizung bereits vor Jahren durch eine Stückholzheizung ersetzt, die er mit dem Holz aus dem eigenen Wald befeuert. Auf dem Hausdach hat er eine Fotovoltaikanlage installiert. Für Flugreisen leistet er Spenden bei Atmosfair, eine Non-Profit-Organisation, die Klimaprojekte zur CO2 Kompensation unterstützt. Einig waren sich die Anwesenden auch über den dringend notwendigen Umbau der Wälder nicht nur vor Ort. Dabei spiele die Jagd eine entscheidende Rolle damit die jungen Bäumchen unverbissen nachwachsen können. Huber betonte dabei die Wichtigkeit von professionellen Jägern aber auch die Daseinsberechtigung vom Wild in der Anzahl ihres natürlichen Vorkommens. Der Mensch hat die Lebensräume vieler Tierarten bereits massiv eingeschränkt. Die Lebensräume der heimischen Tierarten müssen besser geschützt werden. Wichtig ist ihm auch die Einhaltung des Alpenplans. Dieser regelt auch die nachhaltige Entwicklung der bayerischen Alpen. Stadtrat Michael Nürbauer, selbst Mitglied im Verein der Freunde des Zwiesel, berichtete über die aktuelle Diskussion über den Bau eines  Quadwegs im Bestand zur Zwieselalm ein. Der Steig von der 45 Minutentafel sei in einem bedauernswerten Zustand . Das Problem sei, dass der Weg in der Zone C des Alpenplanes liegt. Wenig sensibel war nach  Ansicht der Anwesenden, der Bau einer breiten LKW Fahrstraße durch den Forstbetrieb direkt unterhalb dieses Bereiches.

Bei der Einhaltung dieser rechtlichen Vorgabe gibt es nichts zu diskutieren, so die eindeutige Position von Alexander Huber.

Laut Alpenplan, dessen Gültigkeit 2013 durch die bayrische Staatsregierung und den Landtag erneut bestätigt wurde, ist eine Neuerschließung in diesen Zonen nicht möglich.  Der Alpenplan ist ein verbindliches Instrument, das Natur und die Berge auch zum Wohle nachfolgender Generationen schützt. Wenn hier Ausnahmen genehmigt werden steht dem Ausverkauf der letzten schützenswerten Gebiete nichts im Wege. Ein glühendes Beispiel sei die Diskussion um das Riedberger Horn. Die Staatsregierung sei hier Gottseidank aufgrund massiver Proteste zurück gerudert und habe damit keinen Präzedenzfall geschaffen. Alexander Huber setzt sich bereits seit vielen Jahren für einen sanften Tourismus in den Alpen ein. Schutzzonen und Schutzzeiten, zum Beispiel auch in Klettergärten sind für ihn unabdingbar. Im Tourismusbereich muss viel passieren, gerade die Mobiliät ist ihm ein Anliegen. Mit der Bahn aus der Stadt in die Berge, dann weiter mit ÖPNV oder E-Bike. Eine Form der Anreise, die auch vom Alpenverein seit langem thematisiert und gefördert wird. Bleibt es bei der Anreise nur mit dem Auto, wird die Verkehrssituation immer schlimmer. Als Auftrag an die Politik gibt er weiter, dass die Sorgen der Jugendlichen in der Klimabewegung ernst genommen werden müssen. Es sei ein Glücksfall für uns alle dass die Jugend  ihre  Zukunft zum Thema macht. Es gibt  Lösungsansätze, die gemeinsam umgesetzt werden müssen. Eine von Wirtin Heidi Gruber liebevoll vorbereitetet Brotzeit lies die gelungene Veranstaltung gemütlich ausklingen.

Julia Schmied und die Anwesenden bedankten sich für das klare Plädoyer von Alexander Huber für aktiven Umwelt-, Natur, und Klimaschutz.

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