Erstellt von Edwin Hertlein | |   Kreisverband

Grüne für Umdenken in der Landwirtschaftspolitik

Nach Ansicht des Grünen-Marktgemeinderates Edwin Hertlein führt ein „Weiter so“ in der Landwirtschaftspolitik und im Verbraucherverhalten unweigerlich, sowohl für die Umwelt, aber auch für die Bäuerinnen und Bauern, in die Katastrophe.

Nach Ansicht des Grünen-Marktgemeinderates Edwin Hertlein führt ein „Weiter so“ in der Landwirtschaftspolitik und im Verbraucherverhalten unweigerlich, sowohl für die Umwelt, aber auch für die Bäuerinnen und Bauern, in die Katastrophe. Hertlein begründete seine These mit einigen Zahlen. So setze sich der sogenannte „Strukturwandel“, weniger fein auch als „Bauernsterben“ bezeichnet, seit vielen Jahren unvermindert fort. Auch im Berchtesgadener Land gebe es immer weniger landwirtschaftliche Betriebe. So habe sich deren Zahl zwischen 1983 und 2010 von 2.750 auf 1.024 reduziert, also mehr als halbiert. Dieser Trend setze sich auch in den letzten Jahren unvermindert fort.

Gleichzeitig gebe es ein in diesem Ausmaß unvorstellbares Artensterben. Der Bestand vieler Insektenarten habe sich in den letzten Jahrzehnten um teilweise bis zu achtzig Prozent reduziert. Aber auch viele andere Tierarten wäre heutzutage in ihrem Bestand deutlich reduziert. Rebhühner gebe es heute fast gar keine mehr. Aber auch der Bestand des Feldhasen habe sich in den vergangenen 30 Jahren in Bayern halbiert. Die Ursache für beides, das Artensterben ebenso wie das Bauernsterben, sei seiner Meinung nach in einer immer intensiver betriebenen Landwirtschaft zu suchen. Ursache hierfür sei einerseits eine falsche Landwirtschaftspolitik, anderseits aber auch das Verhalten vieler Verbraucherinnen und Verbraucher. Es sei „pervers“, sich einen „Hochleistungsgrill“ für 1.000 Euro zu kaufen, um auf diesem dann Billigfleisch zu grillen.

Nach Meinung von Grünen-Marktgemeinderat Matthias Spiegelsperger sei auf allen politischen Ebenen ein Umdenken erforderlich. So sei eine Umstellung der EU-Agrarförderung dringend notwendig. Derzeit flössen 80 Prozent der Direktzahlungen der EU in 20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland. Je größer ein Betrieb sei, desto mehr profitiere er von EU-Fördermitteln. Diese Logik müsse umgedreht werden. Kleinbäuerliche Strukturen müssten deutlich besser gefördert werden als Großbetriebe. Dieser Forderung schloss sich auch Milchpreises stark. Der Milchpreis in Deutschland sei aktuelle wieder gehörig unter Druck, worunter viele Milchviehbetriebe zu leiden hätten. Aschauer verwies darauf, dass es im Weinbau seit vielen Jahrzehnten Mechanismen zur Mengensteuerung gebe. Er könne nicht verstehen, dass der Präsident der Deutschen Bauernverbandes, Ruckwied, der selber unter anderem Weinbauer sei, etwas, wovon er selber profitiere, in anderen Bereichen der Landwirtschaft ablehne. Auch die ablehnende Haltung von Bundeslandwwirtschaftsministerin Julia Klöckner gegenüber dem Mengensteuerungsmodell des BDM könne er nicht nachvollziehen. Als ehemalige Weinkönigin von Rheinland-Pfalz habe sie sicher Kenntnis von den Mengensteuerungsmechanismen beim Wein. Zum Schluss seiner Ausführungen forderte Aschauer einen Mindestlohn für Bäuerinnnen und Bauern. Viele Bäuerinnen und Bauern bekämen für ihre Arbeit deutlich weniger als der aktuelle Mindestlohn ausmache. Während heute ein Bauer 144 Menschen versorge, könnten diese 144 Menschen umgekehrt offenbar den meisten Bäuerinnen und Bauern kein auskömmliches Einkommen sichern.

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