Wahl-Spezial der Ruperti Nachrichten

1. Wer ist Ihr politisches Vorbild (lebend oder tot oder weltweit)?

Mahatma Gandhi,
weil er seine Ziele immer ohne Gewalt verfolgt hat;


Willy Brandt,
weil er sehr zur Versöhnung in Europa beigetragen hat;

Joschka Fischer,
weil nicht nur seine Politik sondern auch seine Biografie mich sehr beeindrucken.

 

2. Wie entspannen Sie in ihrer Freizeit?

Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Familie und entspanne mich in meinem Garten; sportlich treibt es mich sommers wie winters in die Berge.

 

3.  Stichwort FOC: Soll in Piding weiteres Gewerbe angesiedelt werden?

Diese Frage lässt sich nicht mit einem Satz beantworten, denn aus meiner Sicht darf man die Diskussion um das FOC nicht mit der Frage nach weiterem Gewerbe verknüpfen.

Es ist falsch, wenn man aus einer ablehnenden Haltung gegen das FOC auf eine generelle Ablehnung von Gewerbe schließen würde.

Natürlich soll sich in Piding auch in Zukunft Gewerbe ansiedeln können, solange gewisse Grundvoraus­setzungen hinsichtlich der Lage, der Art des Gewerbes, der Qualität der Arbeitsplätze und der Eingliederung in die Gemeinde erfüllt sind.

Damit kein Missverständnis aufkommt: wer arbeitet soll fair entlohnt werden und ein Unternehmer muss und soll Gewinne machen.

Ein Factory Outlet Center (FOC) steht allerdings nicht nicht für eine ökosoziale Marktwirtschaft, die es zu erreichen gilt.

Ein FOC steht vielmehr für maximale Kapitalrendite ohne Rücksicht auf Verluste!

Verluste an Lebensqualität durch Landschaftsverbrauch und Zerstörung von Ortsbildern und gewachsenen Strukturen.

Verluste an nachhaltigen Arbeitsplätzen und Verluste durch den Abfluss von Kapital aus der Region in die Zentralen der Konzerne.

Schon die Notwendigkeit eines Zielabweichungsverfahrens zeigt es deutlich:

mittel – und langfristige Ziele der Landesentwicklung und der Regionalentwicklung werden aufgegeben zu Gunsten von kurzfristig erzielten Gewinnen, wobei die entstehenden Verluste wie oben beschrieben auf die Schultern der Bürger in Piding und im Berchtesgadener Land verteilt werden. Unsere Kinder vor allem werden die Folgen dieser unsinnigen Politik ausbaden.

Sogenannte Investoren, teilweise verdeckt, versprechen der Gemeinde sprudelnde Einnahmequellen, Gewerbesteuer ist das Zauberwort. Fragen wir doch die Verantwortlichen einmal wo der Geldregen der Outletstores (es gibt sie ja in Piding bereits) niedergeht? Auf Piding? Auf das Berchtesgadener Land?

Wer den Bürgern Pidings verspricht, dass mit den Handelsgiganten oder einem FOC der Tourismus angekurbelt wird, weil all die „Schnäppchenjäger“ dann hier in Piding oder im Berchtesgadener Land Urlaub machen oder gar regionale Produkte gleich noch mitkaufen, ist bestenfalls als „leichtgläubig“ zu bezeichnen, eigentlich ist eine derartige Behauptung eine große Dummheit.

Fast noch dreister ist der Ansatz, dass man hier ein FOC braucht, um den Salzburgern das „Wasser“ abzugraben. Politiker, die so etwas aussprechen, müssen sich wohl den Vorwurf gefallen lassen, dass sie das Europa der Regionen noch nicht verstanden haben.

Wertschöpfung in der Region entsteht nicht durch ein FOC, ganz im Gegenteil. Von der zweiten Einnahmequelle der Einkommensteuer wird nicht soviel gesprochen, sie ist aber langfristiger, sie hängt aber an der Qualität des „Lebensraumes Gemeinde“.

FOCs und Handelszentren auf der grünen Wiese globalisieren auch noch unsere Ortsbilder, wenn Sie es nicht glauben fahren sie nach Österreich, nach Eugendorf, nach Linz oder nach Steyr. FOCs sind trendy, aber nicht zukunftsfähig, die Rechnung kommt später.

Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.“

hat Theodor Fontane einmal geschrieben, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zu letzt und deshalb setze ich auf die Pidinger Wähler am 2. März.

 

4. Welche Projekte sollen in den kommenden sechs Jahren Ihrer möglichen Amtszeit in Piding abgeschlossen sein?

In Piding fehlt nach wie vor ein geschlossenes Rad- und Gehwegenetz, das ist besonders für Kinder und ältere Menschen gefährlich. Der Ortsteil Urwies ist beispielsweise gar nicht angeschlossen, der Rad- und Schulweg durch die Ansiedlung der Firma Obst-Maier stark beeinträchtigt. Hier sollte eine deutliche Verbesserung erreicht sein.

Eine Ganztagsschule!
Sie würde vom Kultusministerium finanziert und wäre kostenfrei, würde vor allem berufstätigen Eltern helfen. Die derzeitige Lösung (auf Antrag der SPD) einer Ganztagsbetreuung, als erster Schritt, ist eine gute Unterstützung für Hauptschüler, belastet aber Eltern und Gemeinde mit laufenden Kosten.

Leider glaubt die FWG Pidings irrtümlicherweise, dass wir in Piding bereits eine „offene Ganztagsschule“ hätten, es wird meine Aufgabe sein, sie vom Bedarf zu überzeugen.

Das Factory Outlet Center (FOC) ist in sechs Jahren in Piding längst kein Thema mehr, denn es passt nicht in das erarbeitete Gesamtkonzept.

Der bereits vorhandene, einstimmig von allen Fraktionen beschlossene Flächennutzungsplan wäre die Richtschnur, gemeinsam mit der Lokalen Agenda 21 würde an der Umsetzung des Zukunftskonzeptes „Piding 2015“ gearbeitet.

Der Fremdenverkehr in Piding punktet mit der Landschaft, der guten Luft und dem „Ortsbild des traditionsreichen oberbayerischen Dorfes“, deshalb muss die Zersiedelung dieser herrlichen Landschaft und die Zerstörung des Gesichtes von Piding verhindert und die dringend notwendigen Frischluftschneisen und Grünzüge erhalten werden.

Bezahlbare Energie wird wie bezahlbarer Wohnraum eine Zukunftsaufgabe sein, die Energie muss sauber erzeugt und sparsam eingesetzt werden, die Kommune muss beispielhaft und mutig vorangehen, das sind Investionen in die Zukunft. 

Deshalb wurde für alle kommunalen Gebäude ein Energiekonzept erarbeitet, welches Schritt für Schritt umgesetzt wird.

In Piding konnte die „Mitmach-Demokratie“ umgesetzt werden, das heißt die Pidingerinnen und Pidinger werden frühzeitig in Projekte eingebunden und Bürgerbeteiligung ist kein Schlagwort sondern Realität.

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