Fragen der Südostbayerischen Rundschau an den Bürgermeister Kandidat

1.Was würden Sie nach der Wahl zum Bürgermeister zuerst machen?

Ein Bürgermeister ist auch Chef einer Verwaltung, mit der er gut zusammen arbeiten muss. Als Neuling im Amt würde ich mich zu allererst mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde zusammensetzen, mich über die bisher üblichen Verwaltungsabläufe informieren lassen und gemeinsam die Finanzlage und bestehende Verpflichtungen der Gemeinde analysieren.

2.Wie werden Sie Ihre Arbeitszeit als Bürgermeister mit Ihrem Familienleben (und ihrem Arbeitsplatz) vereinbaren?

Das Amt des Bürgermeisters stellt besondere Anforderungen an die Arbeitszeiten, die erfüllt werden müssen, dadurch werde ich entsprechende Prioritäten setzen und die Koordination mit dem Familienleben etc., wie bisher auch, organisieren.

3.Haben Sie feste Prinzipien, von denen Sie auch als Bürgermeister nicht abweichen werden?

Als Forstwirt habe ich sicherlich eine ökologisch bodenständige Grundeinstellung,  ich bin es gewohnt auch mittel- und langfristige Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren. Ich lasse mich gerne von guten sachlichen Argumenten überzeugen, warum sollte die Wahl zum Bürgermeister daran etwas verändern.

4.Welche Straße oder welchen Rad-/Gehweg würden Sie gerne noch bauen?

In Piding fehlt nach wie vor ein geschlossenes Rad- und Gehwegenetz, das ist besonders für Kinder und ältere Menschen gefährlich. Der Ortsteil Urwies ist beispielsweise gar nicht angeschlossen, der Rad- und Schulweg durch die Ansiedlung der Firma Obst-Maier stark beeinträchtigt. Bei den Ortsstraßen muss bei fälligen Sanierungsarbeiten immer dafür gesorgt werden, dass mögliche Verbesserungen geprüft werden und der Autoverkehr innerorts verlangsamt wird.

5.Welche Einrichtung fehlt in Ihrer Gemeinde?

Eine Ganztagsschule! Sie würde vom Kultusministerium finanziert und wäre kostenfrei, würde vor allem berufstätigen Eltern helfen. Die derzeitige Lösung (auf Antrag der SPD) einer Ganztagsbetreuung, als erster Schritt, ist eine gute Unterstützung für Hauptschüler, belastet aber Eltern und Gemeinde mit laufenden Kosten. Leider glaubt die FWG Pidings irrtümlicherweise, dass wir in Piding bereits eine „offene Ganztagsschule“ hätten, es wird meine Aufgabe sein, sie vom Bedarf zu überzeugen.

6.Welche Gemeinderatsentscheidungen der letzten Jahre würden Sie gerne rückgängig machen, wenn es ginge?

Alle Beschlüsse zur Durchführung eines Zielabweichungsverfahrens mit dem Zweck ein Factory Outlet Center (FOC) in Piding zu errichten, denn das FOC  wird den Pidingerinnen und Pidingern mehr Nach- als Vorteile bringen und den Nachbargemeinden sowie der Region schaden.

7.Wie sähe Piding aus, wenn Sie alles nach Ihren Vorstellungen gestalten könnten?

In Piding wäre nicht soviel alte Bausubstanz zerstört und das Schloß Staufeneck, ein Wahrzeichen Pidings, wäre noch im Besitz der Gemeinde, so könnte das Schloß für Kulturveranstaltungen genutzt werden. Die „Schloßgespenster-Lesenächte“ für und mit Kindern wären weit über den Landkreis hinaus bekannt.

Der einstimmig beschlossene Flächennutzungsplan wäre die Richtschnur, gemeinsam mit der Lokalen Agenda 21 würde an der Umsetzung des Zukunftskonzeptes „Piding 2015“ gearbeitet. Eine „Aufweichung“ von Gewerbegebieten durch Durchmischung mit Wohnbebauung wäre Dank des vorhandenen Gesamtkonzeptes nicht erfolgt.

8.Steigen Sie in die Zeitmaschine und reisen Sie in die Vergangenheit: Welches Ereignis hätten Sie gerne miterlebt?

Die 1250 Jahrfeier im Jahre 1985, denn nur wenige Orte können auf eine derart lange Geschichte zurückblicken und haben sie auch noch professionell aufgearbeitet wie es der Altbürgermeister und Ehrenbürger Max Wieser geschafft hat.

9.Welche Fähigkeiten des Amtsvorgängers würden Sie gerne besitzen?

Er kann bei offiziellen Anlässen einfühlsame Reden halten und bewegt sich vorbildlich mit dem Rad’l durch die Gemeinde.

10.Welche sind ihre persönlichen Stärken?

Zielstrebigkeit, Ausdauer und die Freude „Neues“ zu entdecken

11.Welches Hobby außerhalb der Politik macht Sie interessant?

Berg- und Skibergsteigen, Sammeln von Holzarten;

12.Welche Vorbilder haben Sie?

Mahatma Gandhi, Leonardo da Vinci, Willy Brandt, Joschka Fischer

13.Ihr Lebensmotto?

„Walk the Talk“ – was soviel bedeutet wie auf die Worte Taten folgen zu lassen.

14.Sind Sie ein gläubiger Mensch, und wie leben Sie Ihren Glauben?

Ja, gemäß meinem oben genannten Motto.

15.Ist Politik ein schmutziges Geschäft?

„Politik ist die Gesamtheit aller Aktivitäten zur Vorbereitung und Herstellung gesamtgesellschaftlich verbindlicher und/oder am Gemeinwohl orientierter und der ganzen Gesellschaft zu gute kommender Entscheidungen.“

hat der Politikwissenschaftler Thomas Meyer einmal geschrieben.

Was soll daran schmutzig sein?

Veranstaltungen: