Erstellt von Bernhard Zimmer | |   Piding

Piding: Lärmschutz jetzt, denn Lärm macht krank

Weder die Landes- noch die Bundespolitik nimmt Rücksicht auf die Gesundheit der Pidinger Bürgerinnen und Bürger, denn an der A8 gibt es seit über 70 Jahren weder aktiven noch passiven Lärmschutz. Die 2008 auf Antrag der Grünen einstimmig beschlossene Forderung nach einem Tempolimit im Ortsbereich wurde abgelehnt obwohl gleich nach Piding an der Landesgrenze sowieso eines existiert. Jetzt muss Schluss sein, denn Lärm macht krank.

Die öffentliche Diskussion um die Trassenführung der A8 im Ortsbereich von Piding lässt seit der auf Antrag der Grünen durchgeführten Informationsveranstaltung im Dezember den Eindruck entstehen, die Autobahn würde erst gebaut.

In Wirklichkeit aber ist die A8 bereits seit über 70 Jahren in Piding und belastet zunehmend die Anrainer sowie alle unsere Kinder und Jugendlichen im Kindergarten und der Schule. Derzeit nimmt die Allgemeinheit aber auch die Landes- und Bundespolitik null komma null Rücksicht auf die Pidinger, denn an der A8 gibt es seit über 70 Jahren keinerlei aktiven oder passiven Lärmschutz.

Die bereits im Jahr 2008, auf Antrag der Grünen einstimmig beschlossene Forderung nach einem Tempolimit im Ortsbereich wurde von der Bayerischen Staatsregierung abgelehnt obwohl gleich nach Piding, an der Landesgrenze sowieso Eines existiert. Lärm macht krank und deshalb fordern die Grünen, nach weiteren 6 Jahren des Planens, des Diskutierens, des Lamentierens und des Versprechens nun Sofortmaßnahmen für die Pidinger Bürgerinnen und Bürger und hoffen auf eine breite Unterstützung im Gemeinderat:

Beschlussantrag an den Gemeinderat

Der Gemeinderat von Piding fordert die Staats- sowie die Bundesregierung auf die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde nach mehr als 70 Jahren endlich vor Lärm und Emissionen zu schützen und über die zuständigen Behörden, als Sofortmaßnahme im Ortsbereich von Piding die Geschwindigkeit auf 80km/h zu beschränken sowie die Fahrbahn zu sanieren und mit einem lärmmindernden Belag auszustatten.

Der Gemeinderat beauftragt deshalb den Bürgermeister beim zuständigen Staatsminister Joachim Herrmann (CSU) sowie beim zuständigen Bundesminister (CSU) Alexander Dobrindt vorstellig zu werden, um die Forderungen der Gemeinde endlich durchzusetzen.

Der Gemeinderat außerdem bittet den Landrat Georg Grabner, die Stimmkreisabgeordnete MdL Michaela Kaniber sowie die beiden MdBs Dr. Bärbel Kofler und Dr. Peter Ramsauer sich aktiv einzusetzen und fordert den Bürgermeister auf entsprechende Bittbriefe zu verfassen.

Begründung des Antrages

Seit über 70 Jahren führt die Autobahn nun durch das Stoißer-Ache-Tal und seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1939 ist viel passiert. Vor allem in den 70er und 80er Jahren hat sich Piding dynamisch entwickelt, die Siedlungsfläche hat, wie die Bilder in unserem Pidinger Heimatbuch zeigen, in dieser Zeit enorm zugenommen.

Die beiden Ortsteile nördlich und südlich der Autobahn haben sich in 70 Jahren sukzessive auf diese hin entwickelt, im Süden ist das Gewerbegebiet entstanden und auf der Nordseite wurden die freien Flächen u.a. für Schule, Mehrzweckhalle und Kindergarten genutzt. In dieser Zeit hat sich aber auch der Individualverkehr exponentiell entwickelt und mit ihr die Belastung der Anrainer durch Lärm, Staub und Emissionen.

Heute fahren durch Piding durchschnittlich 45.000 Fahrzeuge auf der A8 und etwa 30.000 auf der B20 und ein Blick in das online verfügbare bayerische Lärmbelastungskataster zeigt: es besteht dringender Handlungsbedarf.

An der A8 selbst, für die der Bund Baulastträger ist hat sich indessen über die vielen Jahrzehnte nur wenig verändert, selbst der schon Anfang der 90er Jahren auch öffentlich heftig diskutierte und längst überfällige Anbau von Standstreifen wurde bis heute nicht umgesetzt. Unterhalt und Sanierung wurden über Jahrzehnte hinausgezögert und, um den Betrieb überhaupt aufrechterhalten zu können, mussten, wurden bzw. werden inzwischen sämtliche Brückenbauwerke saniert. Die Sanierung fand statt ohne den Anbau von Pannenstreifen und ohne eine einzige Maßnahme zur Reduktion der Lärmemissionen.

Bereits im Jahr 2008 hat der Gemeinderat Piding den Bürgermeister beauftragt sich für die Einführung eines Tempolimits stark zu machen, bislang ohne Erfolg.

In der Zwischenzeit wurde viel geplant, viel geforscht und noch viel mehr geredet sowie einiges versprochen. Nun ist es an der Zeit diese Verspechen einzulösen und ein Zeichen zu setzen, denn es ist überhaupt nicht einzusehen, dass Lösungen ohne Aufwand bzw. sehr kostengünstige Lösungen nicht umgesetzt werden mit denen die Anwohner wirksam zu schützen wären.

Lärm ist eine Gesundheitsgefahr, deshalb fordern wir jetzt Sofortmaßnahmen ein, denn 70 Jahre Lärm und Dreck sind genug. Vor allem die Einführung eines Tempolimits erfordert nahezu keine Kosten und gerade in Fahrtrichtung München ist es überhaupt nicht einzusehen, warum die bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung (80km/h) an der Landesgrenze am Walserberg vor der Ortsdurchfahrt Piding aufgehoben wird, was zu einer zusätzlichen Lärmbelastung durch die Beschleunigung im Ortsbereich führt.

 

Ausschnitt aus dem Kataster der Lärmbelastung in Bayern - Piding ist von B20 und A8 dauerhaft belastet.