Erstellt von Norbert Höhn | |   Laufen

Grüne wünschen sich kindgerechte Badeanlage am Abtsdorfer See

Fahrradfreundliche Stadt und Bienen-Volksbegehren weitere Themen bei Ortsversammlung

Wie könnte man am Abtsdorfer See eine kinder- und familienfreundliches Badegelände anlegen, war eines der Themen, mit denen sich der Grünen-Ortverband Laufen bei seiner kürzlichen Sitzung beschäftigte. Daneben wurde über ein fahrradfreundliches Laufen und die Konsequenzen aus dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ gesprochen. Passend zum Schwerpunktthema wurde die Ortversammlung im ehemaligen Laufener Strandbad abgehalten, wo sich an diesem herrlichen, aber nicht recht lauen Maienabend an die 20 Besucher einfanden. 
 „Warum trifft man bei Badewetter viele Laufener Familien mit Kleinkindern in auswärtigen Badeanlagen, beispielsweise in Taching, Tengling oder am Leitgeringer See, obwohl der Abtsdorfer See quasi vor der Haustüre liegt?“, fragte Stadtrat Erich Althammer und gab die Antwort gleich selbst: Zu wenige Spiel- und Sportmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, kein flacher Zugang zum See, unübersichtliches Gelände für Eltern und Aufsichtspersonen. Der Ortsverband habe sich dieser Problematik angenommen und bei einem Rundgang um den See mögliche Standorte für eine kinderfreundliche Freizeitanlage ins Auge gefasst. Übrig geblieben seien dabei das bestehende Freizeitgelände und das ehemalige Strandbad. Auch habe man in der Angelegenheit schon Kontakt mit einem Planungsexperten aufgenommen. Althammer räumte ein, dass die Realisierung eines solchen Projekts nicht einfach sei. Dies läge zum einen daran, dass man sich in einem Landschaftsschutzgebiet befinde, zum anderen seien mit der Nachbargemeinde Saaldorf-Surheim und dem Landkreis Berchtesgadener Land weitere Grundeigner tangiert. „Wir wollen dennoch an der Idee eines kinderfreundlichen Badegeländes festhalten und weiterhin in der Angelegenheit aktiv bleiben“, betonte Erich Althammer. In der anschließenden Diskussion wurden die Für und Wider der angedachten Möglichkeiten erörtert. Warum nicht das ehemalige Strandbad reaktivieren, war eine der Fragen. Schließlich habe es hier auch schon früher einen abgegrenzten Flachwasserbereich für Kinder gegeben. Stadtrat Franz Eder wies darauf hin, dass die Stadt Laufen schon früher deutlich bekundet habe, dass sie kein Interesse an einer Trägerschaft für das Strandbad hat. Hauptsächliche Begründung für die ablehnende Haltung seien neben dem Investitionsaufwand die hohen Kosten für das Aufsichtspersonal. Ob nicht auch die Wasserqualität des Sees ein Grund dafür sei, dass ihn viele Familien meiden, wollte der ehemalige Stadtrat Michael Spitzauer wissen.  Georg Linner erklärte dazu, dass man sich vom optischen Eindruck des Moor-Sees nicht täuschen lassen sollte: „Die Badewasser-Qualität ist in Ordnung.“
„Die Fahrradfreundlichkeit der Stadt Laufen lässt viel zu wünschen übrig“, sprach Franz Eder ein weiteres Thema an. An dem Fahrrad-Klimatest des adfc (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) hätten sich im vergangenen Herbst 70 Laufener Bürger beteiligt. Die Auswertung habe eine „Schulnote“ von 4,2 ergeben. „Bei 186 teilnehmenden Städten in vergleichbarer Größe haben wir Platz 159 belegt“, bedauerte Eder. Am schlechtesten habe man bei den Teildisziplinen Sicherheitsgefühl, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Fahren im Mischverkehr mit Kfz abgeschnitten. Eder wies darauf hin, dass die Grünen mit Anträgen zur Verbesserung des Fahrradverkehrs im Stadtrat immer wieder gescheitert seien. Wünschenswert seien innerstädtische Fahrradverbindungen, die ein Umgehen der B20 ermöglichen. Als Übergangslösung schlug er einen Schutzstreifen für Radfahrer entlang der Bundesstraße vor, der allerdings von mehreren Versammlungsbesuchern eher kritisch gesehen wurde, vermittle er doch falsche Sicherheit. Laut einer Bürgerbefragung sei es mehrheitlicher Wunsch, den Minikreisverkehr in der Schlossstraße wieder zu aktivieren, so Eder weiter. Positiv bewerte er eine zwischenzeitlich geschaffene Fahrrad-Abstellanlage.
„Ich beschäftige mich schon seit Jahrzehnten mit Artenschutz und Ökolandbau, deshalb war ich sehr erfreut über den Ausgang des Volksbegehrens“, leitet Georg Linner zum nächsten Thema über. Als „bedauerlich“ bezeichnete er es, dass Laufen noch vor dem Volksbegehren aus der Ökomodellregion ausgestiegen sei. Die ablehnenden Argumente im Stadtrat befand er als „absurd“ und „traurig“, zumal es in Konsequenz des Volksbegehrens inzwischen fünfzehn ÖMR in Bayern gäbe. Um das Ziel „30 Prozent Ökolandbau in Bayern“ zu erreichen, sei allerdings auch ein Umdenken bei den Konsumenten erforderlich: „Wer Öko will, der muss auch ökologische Produkte aus Bayern kaufen.“ Was Artenschutz und Artenerhaltung anbelangt, forderte Linner ein Management der stadteigenen Flächen. Gefordert seien allerdings auch die privaten Grundstücksbesitzer. Gärten als Steinwüsten und Mäh-Roboter seien alles andere als eine Förderung der Artenvielfalt. „Wir sollten ruhig auch Mut zum ‚ungepflegten‘ Garten mit Blühpflanzen und Altgrasbeständen haben“, appellierte Linner. Ein Thema sei auch die Lichtverschmutzung, die empfindlich zum Insektensterben beitrüge. Hier könne die Kommune als gutes Vorbild vorangehen, indem beispielweise die Straßenbeleuchtung nachts für einige Stunden abgeschaltet würde.
Zahlreiche weitere Themen wurden dann noch in der Diskussion angesprochen, ehe Ortsvorsitzender Herbert Fial, wohl auch wegen der empfindlich gesunkenen Temperaturen, die Versammlung beschloss.

 

Im ehemaligen Laufener Strandbad diskutieren die Grünen aktuelle Themen der Stadtpolitik Foto: Höhn

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