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„Geben, Teilen und Tauschen“ in die Tat umgesetzt

Erstellt von Karin Kleinert | Kreisverband

Saaldorf-Surheimer Grüne informieren sich im Secondhandladen „Gwand & mehr“ über die ehrenamtliche Initiative

 

Wenn der Ortsverband der Saaldorf-Surheimer Grünen zusammenkommt, wird neben der allgemeinen Gemeindepolitik manchmal auch ein besonderes Thema oder eine Initiative aus der Kommune vorgestellt. Weil man für das jüngste Treffen den Punkt Nachhaltigkeit in den Vordergrund rücken wollte, nahmen die Ortsvorsitzenden Barbara Nicolai und Karin Kleinert die Einladung von Gertrud Wölke gerne an, die das ehrenamtlich geführte Secondhandgeschäft „Gwand & mehr“ in Surheim koordiniert. Wölke informierte die Besuchergruppe nicht nur ausführlich über dessen Konzept und Geschichte, sondern sie stand auch für eine ausgiebige Fragerunde zur Verfügung.

Die Idee für den Laden sei vor zehn Jahren im Zuge des Saaldorf-Surheimer Flüchtlingshelferkreises entstanden, der aus etwa 40 Personen bestand, begann Wölke ihre Ausführungen. Sie habe diese ehrenamtlich tätige Gruppe geleitet, als Träger fungierte die Caritas. Bald sei die Gruppe aktiv geworden und habe nach Räumlichkeiten gesucht, um die aus der Bevölkerung gespendeten Sachen an die Asylsuchenden geordnet weitergeben zu können.

Auf Vermittlung des damaligen Bürgermeisters Bernhard Kern konnte der Helferkreis 2016 leerstehende Räume im Erdgeschoss des alten Edeka-Geschäfts Stubhann beziehen. Relativ rasch sei man sich einig gewesen, dass nicht nur Flüchtlinge, sondern die gesamte Bevölkerung von diesem Angebot profitieren solle und man den Laden für alle Menschen öffnen will. Die Nachfrage nach gebrauchter, gut erhaltener Kleidung und nach Accessoires sowie nach gebrauchten Haushaltswaren zu günstigen Preisen sei stetig gestiegen, so Wölke, ebenso wie das Bewusstsein der Menschen, damit einen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung leisten zu können.

Nachdem der Helferkreis die Räume wegen Eigenbedarfs aufgeben musste, sei der Aufschrei in der Bevölkerung groß gewesen, die wollte, dass das Projekt weitergeführt werde, wie Gertrud Wölke berichtete. Daher habe man, als dem Helferkreis 2019 die Räumlichkeiten der alten Linden-Apotheke angeboten wurden, auch gleich zugegriffen und das Projekt in „Secondhandladen Gwand & mehr“ umbenannt. Um die Miete zu finanzieren, die bewusst nicht aus den Einnahmen bezahlt wird, konnte die Initiative die Gemeinde und Sponsoren mit ins Boot holen. So sei es möglich, dass alle im Laden generierten Einnahmen in den Sozialfonds der Gemeinde fließen und bedürftigen Mitbürgern in Saaldorf-Surheim zu Gute kommen. „Das ist den Spendern der Sachen sehr wichtig“, wie Wölke betonte. Sie organisiert den Laden nach wie vor und gehört auch zum Verkaufsteam, das aus fünf Frauen besteht. Der Helferkreis sei inzwischen nicht mehr aktiv.

Nun war Zeit für Fragen. Zum einen wollten die Besucher wissen, was mit der Kleidung passiert, die nicht verkauft wird. Wölke erklärte, dass einiges an die anderen Caritas-Secondhandläden im Landkreis (Freilassing, Bad Reichenhall, Berchtesgaden) gegeben werde, anderes gehe über eine Privatinitiative nach Rumänien. „In den Altkleidercontainer werfen wir nichts“, ergänzte sie. Zudem würde man nur so viele Teile an saisonaler Kleidung annehmen, die in den Regalen und an den Ständern Platz fänden, weil man keine Lagerkapazitäten habe.

Was es mit dem „mehr“ im Namen noch auf sich habe, wollten einige wissen. Neben den Haushaltswaren sei damit die Bücher-, DVD- und CD-Tauschecke gemeint, deutete Wölke auf die gut gefüllten Regale hin sowie auf allerlei Spiele, Puzzles, Bastelutensilien und Geschenkartikel. Zudem würden Brillen, Korken und  Briefmarken gesammelt, die dann wiederum an entsprechende soziale Einrichtungen weitergegeben werden. 

Und ob es leicht sei, Sponsoren zu finden, kam ebenfalls zur Sprache. Bisher sei ihr das immer gelungen, so Wölke. Sehr erfreulich sei es, dass nach dem Ende des Sponsorings des Rotary-Clubs seit August sechs Surheimer Betriebe und einer aus Freilassing den Laden unterstützen. Somit könne es für das „Gwand & mehr“ und sein Motto „Geben, Teilen und Tauschen: Weniger wegwerfen und gut Erhaltenes weiter verwenden“ vorerst weitergehen.

Dies seien nicht nur positive Aussichten für die Menschen, die im Gwandladen weiterhin günstig einkaufen können, sondern auch ein kleiner Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz, war sich die Grünen-Gruppe am Ende ihres Besuches einig.

Das Geschäft an der Freilassinger Straße 6 hat immer am Dienstag von 16 bis 18 Uhr und am Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Währenddessen werden auch Spenden angenommen.

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