Grüne besichtigen künftigen Bahnhaltepunkt in Surheim
MdL Markus Büchler zu Gast in der Gemeinde Saaldorf-Surheim
Dr. Markus Büchler, der Sprecher für Mobilität der bayerischen Grünen, unternahm kürzlich eine Informationstour zu verschiedenen Stationen im Berchtesgadener Land, unter anderem auch in der Gemeinde Saaldorf-Surheim. Im Gewerbegebiet in der Helfau informierte sich der Landtagsabgeordnete über den Planungsstand des künftigen Bahnhaltepunkts in Surheim. Begleitet wurde er von der Grünen Kreisvorsitzenden Ulrike Schweiger und von Matthias Zuckschwerdt, der in Laufen für die Grünen als Bürgermeister kandidieren wird.
Die Ortsvorsitzenden Karin Kleinert und Barbara Nicolai zeigten Dr. Büchler zuerst den ehemaligen Bahnhaltepunkt Surheim auf der westlichen Seite der Bahnlinie. Dieser war 1890 in Betrieb genommen und 1994 stillgelegt worden. Mehr als 100 Jahre hatte also die Bevölkerung die Möglichkeit einer niedrigschwelligen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und somit auch eine Verbindung zu den Hauptlinien Salzburg - München und Freilassing - Mühldorf - Passau. Seit 2015 bemüht sich die Gemeinde aktiv um eine Reaktivierung des Bahnhaltepunkts. Die Reaktivierung sei von den Ortsgrünen schon einige Jahre zuvor mit Nachdruck angestrebt worden, so Karin Kleinert.
Zur besseren Einordnung gaben die beiden Ortsvorsitzenden einen kurzen Überblick zur „ABS 38“, die seit nunmehr 40 Jahren ein Thema ist. Die „Geburtsstunde“ der Ausbaustrecke 38 (ABS 38)
zwischen Mühldorf und Freilassing war 1985 mit der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan. Seitdem ist vorgesehen, die Strecke zweigleisig auszubauen und zu elektrifizieren. Das aktuelle Planziel der Fertigstellung ist Mitte der 2030er Jahre. Seit mehr als zehn Jahren sind zwei zusätzliche Haltepunkte im Gespräch, einer in Freilassing Nord und eben derjenige in der Gemeinde Saaldorf-Surheim.
Nun ging es zum neu geplanten Bahnhaltepunkt, der wegen der besseren Anbindung etwa 200 Meter weiter südlich auf Höhe des bestehenden Gewerbegebietes in der Helfau liegen soll. Markus Büchler erkundigte sich nach dem Planungsstand. Inzwischen habe sich einiges getan und seit heuer gebe es eine detaillierte Entwurfsplanung der DB. Nach dieser Planung soll der gesamte Haltepunkt barrierefrei werden, und es soll an beiden Seiten der Bahntrasse Parkplätze für Autos und Fahrräder geben. Auch der Linienbus werde den Haltepunkt anfahren, weshalb die Gemeinde den dafür notwendigen Wendehammer bereits errichtet hat, wie die Ortsvorsitzenden anmerkten. Der Landtagsabgeordnete zeigte sich beeindruckt über diese zukunftsgerichtete Vorgehensweise.
Neben den vielen positiven Aspekten, den der neue Bahnhaltepunkt bringt, etwa die zusätzliche Möglichkeit für die Bürger, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen und das Einsparen von zig Tonnen an Emissionen, wies Gemeinderätin Karin Kleinert auch auf einige problematische Punkte hin. So würde die DB bestehende Unterführungen nach dem Ausbau der Strecke nur in den jetzigen ‚Ist-Zustand‘ wiederherstellen. Sollte die Gemeinde größere oder breitere Unterführungen wollen, um auch zum Beispiel größeren landwirtschaftlichen Maschinen die Durchfahrt zu ermöglichen, müsse sie selbst für den Mehrpreis aufkommen.