In Natur entsorgte Kippen bleiben Problem
Auch der Grüne OV beim „Rama Dama“ in Saaldorf-Surheim dabei – Müllsammelaktion fördert Umweltbewusstsein
„Eine saubere Gemeinde“, das ist nicht nur den Verantwortlichen im Rathaus ein wichtiges Anliegen, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern. So versammelten sich über 200 Müllsammler am Bauhof, um beim jährlichen Frühjahrsputz „Rama Dama“ mitzutun. Erstmals angeboten wurde zudem eine Repair-Werkstatt für defekte Gebrauchsgegenstände.
Als Mitte der Neunziger-Jahre auf Anregung des Grünen-Ortsverbandes erstmals ein Umwelttag veranstaltet wurde, dachte man nicht nur an das Aufsammeln von Müll – auch der Gedanke, mit dieser Aktion das Umweltbewusstsein zu schärfen, spielte bereits damals eine wichtige Rolle. Eine Idee, die über die Jahre ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Wurden bei den ersten Aktionen noch traktorweise wild entsorgte Möbel, Autoreifen, Siloplanen und sonstiger Sperrmüll angeliefert, so beschränkt sich das „Sammelgut“ zwischenzeitlich vornehmlich auf Kleinmüll, meist entsorgt durchs Autofenster.
Am frühen Samstag-Vormittag bildete sich eine lange Schlange vor dem provisorischen Anmelde-Schreibtisch am Bauhof. Gemeinde-Mitarbeiterinnen teilten den Sammlern anhand einer Karte ihren Bereich zu. Mit Eimern und Müllsäcken begaben sich die zahlreichen Kleingruppen, aber auch Mitglieder von örtlichen Vereinen und politischen Gruppierungen sowie der Feuerwehren auf den Weg in ihr jeweiliges Sammelrevier entlang der Straßen. Auffallend die vielen jungen Familien samt Kindern, die sich auf den Weg in ihr Sammelrevier begaben. Bereits die Tage vorher waren die Schulkinder mit ihren Lehrkräften unterwegs, um in den Ortszentren von Saaldorf und Surheim den Müll aufzusammeln.
„Es ist lobenswert, dass so viele Kinder und Jugendliche an der Aktion teilnehmen, denn gerade durch sie wird ein geschärftes Umweltbewusstsein weitergetragen“, zeigte sich Bürgermeister Andreas Buchwinkler erfreut. Nach wie vor scheint es allerdings für manche Zeitgenossen kein Problem zu sein, ihren Müll bedenkenlos durch das Autofenster zu entsorgen. So zählten auch diesmal wieder diverse Getränkebehältnisse, Fastfood-Verpackungen und Zigarettenschachteln zu den hauptsächlichen „Fundstücken“.
Besonders die Unsitte, Zigarettenkippen in die Natur zu entsorgen, scheint noch immer weit verbreitet. „Das ist kein Kavaliersdelikt, denn die hochtoxischen Rückstände eines Zigarettenfilters belasten Boden und Grundwasser enorm und über lange Zeiträume“, gibt Grünen-Gemeinderätin Karin Kleinert zu bedenken. Ja, und anscheinend gibt es immer noch vereinzelte „Groß-Entsorger“, die gedanken- und gewissenlos die Natur als wilde Müllkippe betrachten. Dies lässt jedenfalls eine Anhängerfuhre vermuten, die, beladen mit Dachpappe, Folien, diversen Plastikbehältnissen und sogar einer Mülltonne, von einer Sammlergruppe in der Au aufgelesen wurde.
Erstmals startete die Gemeinde den Versuch, im Rahmen des Rama Dama eine Reparatur-Werkstatt anzubieten. Vorbereitet war eine Station zur Reparatur von elektrischen und elektronischen Kleingeräten sowie eine Nähwerkstatt. Hier standen Fachleute bereit, um alten und defekten Gebrauchsgegenständen neues Leben einzuhauchen.
Allerdings wurde dieses Angebot kaum wahrgenommen. „Eigentlich eine gute Idee, die allerdings noch besser beworben werden müsste, um ins Bewusstsein der Bevölkerung einzudringen“, meint der ehemalige Gemeinderat der Grünen Hans Bamberger, der sich als Reparateur zur Verfügung gestellt hatte. Er schlägt ein Repair-Café als feste Einrichtung vor, wie es in anderen Orten bereits erfolgreich praktiziert wird.
Nach getaner Arbeit konnten sich die Müllsammler am Bauhof bei einer von der Gemeinde spendierten Brotzeit stärken und die flotten Klänge der Steinbrünninger Jungmusi genießen. Bürgermeister Andreas Buchwinkler zeigte sich erfreut über das große Engagement seiner Mitbürger und bedankte sich bei den Teilnehmern der Umweltaktion. Sein Dank galt auch der Frauengemeinschaft für die Versorgung der Rama Dama-Leute mit selbstgebackenen Kuchen. Als kleine Belohnung wurden abschließend unter den Sammlern drei Verzehrgutscheine verlost.