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"Nicht warten, handeln! – Dicke Bretter bohren vor Ort"

Erstellt von Red | Kreisverband

Bei ihrer Kandidierendenvorstellung setzen die Grünen/Bürgerliste Freilassing auf Pragmatismus statt Wahlversprechen

Ein voll besetzter Rathaussaal, konkrete Beispiele aus der kommunalen Praxis und ein klarer Fokus auf das, was Menschen vor Ort unmittelbar betrifft: Mit einer gut besuchten Wahlveranstaltung hat der Ortsverband Freilassing von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gezeigt, wie kommunale Politik Vertrauen schafft und Lebensqualität verbessert. Im Mittelpunkt des Abends standen neben aktuellen kommunalpolitischen Themen die Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen für den Stadtrat Freilassing, Gastredner und Landratskandidat Bartl Wimmer sowie Bürgermeisterkandidatin Ulrike Schweiger.

 

Begrüßt wurden die Gäste von Wolfgang Hartmann, Kulturreferent und dritter Bürgermeister der Stadt Freilassing. Zu Beginn stellte Hartmann die zentrale Frage des Abends: Worum geht es bei der Wahl am 8. März? Seine Antwort war bewusst bodenständig und klar: Es geht nicht um abstrakte Parteipolitik, sondern um Menschen aus der Stadt und dem Landkreis, die Verantwortung übernehmen. „In der Kommunalpolitik geht es um Persönlichkeiten, die man beim Bäcker trifft, als Nachbar kennt oder im eigenen Umfeld erlebt“, so Hartmann. „Hier wird Demokratie gelernt und gelebt.“

 

Anhand greifbarer Beispiele machte er deutlich, dass grüne Kommunalpolitik wirkt:
„Tempo 30 in der Lindenstraße oder die Radschutzstreifen in der Reichenhaller Straße gibt es, weil wir diese Anträge gestellt haben. Ohne die Grüne Liste wären diese Verbesserungen nicht umgesetzt worden.“
„Ja, wir können etwas bewegen“, so Hartmann abschließend. „Und genau deshalb braucht es die Grünen im Stadtrat – nah an den Menschen und mit dem Blick auf das Machbare.“

 

In seinem Gastbeitrag spannte Bartl Wimmer einen Bogen von seinem persönlichen Lebensweg hin zu den drängenden kommunal- und kreispolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Politik sei für ihn nie ein abstraktes Konstrukt gewesen, sondern immer eng mit Verantwortung vor Ort verbunden. Bereits 1977 trat er den Grünen bei, war Mitbegründer der Partei in der Region und engagierte sich früh – unter anderem als Sprecher gegen die Olympischen Winterspiele. „Das endete damals sogar mit einer Schadensersatzforderung von Franz Josef Strauß“, erinnerte sich Wimmer mit einem Augenzwinkern. „Ich kann sagen: Er hätte mich sicher nicht gewählt.“

 

Sein Weg führte ihn vom Zivildienst im Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes zum Medizinstudium und schließlich in die Kommunalpolitik. Bereits 1984 wurde er Gemeinderat in Bischofswiesen, seit über 40 Jahren ist er kommunalpolitisch aktiv, seit 1990 Mitglied des Kreistags – davon mehr als drei Jahrzehnte als Fraktionssprecher mit Verantwortung für Haushalt und Finanzen. Diese klare Haltung habe ihn nicht immer vor persönlichen Nachteilen bewahrt: So blieb ihm damals eine Assistenzarztstelle verwehrt – ausdrücklich wegen seiner politischen Haltung. Der Umweg führte ihn in die Laboratoriumsmedizin und schließlich nach Augsburg, wo er Mitbegründer von SYNLAB wurde, einem international tätigen Unternehmen mit über 20.000 Mitarbeitenden in mehr als 40 Ländern. „Als Abschiedsgeschenk habe ich 42 Obstbäume bekommen – ein schönes Symbol für nachhaltiges Wachstum“, so Wimmer.

 

Seine berufliche Laufbahn prägt bis heute seinen Blick auf das Gesundheitswesen. Krankenhäuser, Versorgungsstrukturen und ihre Finanzierung sind ihm aus medizinischer wie unternehmerischer Perspektive vertraut. Genau hier spannte Wimmer den Bogen von seinem persönlichen Werdegang zur aktuellen Lage der Kliniken im Berchtesgadener Land.

 

Als Gründungsaufsichtsrat der kommunalen Kliniken Südostbayern habe er die damalige Entscheidung grundsätzlich für richtig gehalten. Die Entwicklung der vergangenen Jahre sehe er jedoch zunehmend kritisch. Medizinische Leistungen seien immer stärker nach Traunstein verlagert worden, während Standorte im Berchtesgadener Land an Substanz verloren hätten.
„Wir hatten 2023 ein Defizit von rund 40 Millionen Euro – mehr als 50 Prozent davon stammten aus dem Klinikum Traunstein“, stellte Wimmer fest. Ein Teil dieser Entwicklung sei bundespolitisch bedingt, vieles jedoch aus seiner Sicht hausgemacht.

 

Aus dieser Entwicklung ergebe sich eine Situation, die den gesamten Landkreis zunehmend unter Druck setze: Freilassing habe kein eigenes somatisches Krankenhaus mehr, Berchtesgaden sei aus seiner Sicht massiv gefährdet, Bad Reichenhall teilweise ausgeblutet. Gleichzeitig fehlten klare Absprachen zwischen den Gesellschaftern Traunstein und Berchtesgadener Land. Für anstehende Bauvorhaben – vom dritten Bauabschnitt in Traunstein bis zu einem möglichen Neubau eines Zentralklinikums in Bad Reichenhall – stünden Investitionen von rund 500 Millionen Euro im Raum, von denen die Landkreise etwa 30 % zu tragen hätten. Gleichzeitig seien dafür bisher keine entsprechenden Mittel im Haushalt eingeplant.

 

Angesichts knapper Kassen werbe Wimmer für einen lösungs- und umsetzungsorientierten Ansatz. Nur durch pragmatische Entscheidungen, effiziente Abstimmungen und klare Verantwortlichkeiten könnten dringende Projekte wie Berufsschule, Klinikversorgung oder Stadtentwicklung erfolgreich umgesetzt werden. So sei der gestoppte Neubau des Landratsamts dabei richtig gewesen, denn der Landkreis steuere auf eine Verschuldung von bis zu 100 Millionen Euro zu – ohne ausreichende Rücklagen. Diese Last wirke sich über die Kreisumlage unmittelbar auf Städte und Gemeinden aus. Wimmer machte deutlich: „Verantwortungsvolle Haushaltspolitik ist vielleicht nicht sexy – aber sie ist das notwendige Handwerkszeug kommunaler Politik. Es geht nicht darum, was in Wahlprogrammen steht, sondern was wir tatsächlich schaffen.“

 

Als positives Beispiel nannte er den Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden, dessen Vorsitz er 2020 übernahm. Aus einer zuvor angespannten Finanzlage sei ein praktisch schuldenfreier Verband geworden, mit einem Barvermögen, das die bestehenden Verbindlichkeiten um das sechsfache übersteigt. Durch die Übernahme von Aufgaben, für die eigentlich der Landkreis zuständig gewesen wäre – etwa die Organisation des On-Demand-Busverkehrs nach dem uns bevorstehenden Rückzug des RVO – habe man Strukturen geschaffen, die nun auch die Gründung einer kommunalen Verkehrsmittelgesellschaft ermöglichten und den Weg für einen gemeinsamen Verkehrsverbund mit Salzburg ab 2027 ebneten. „Das war ein wahrer Kraftakt, aber eine absolut richtige Entscheidung“, betonte Wimmer.

 

Abschließend betonte Wimmer seine langjährige Erfahrung – unter anderem aus dem Verwaltungsrat der Sparkasse – und seinen Anspruch an moderne Verwaltung: mehr Effizienz, schnellere Entscheidungen, mehr Entscheidungsspielräume für Mitarbeitende und konsequente Digitalisierung. Verwaltung müsse als Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger verstanden werden. „Kommunalpolitik heißt, dicke Bretter zu bohren“, so Wimmer. „Aber genau dafür braucht es Erfahrung, Pragmatismus und den Willen, Verantwortung zu übernehmen.“

 

Gastredebeitrag von Ulrike Schweiger, Listenplatz 1 und Bürgermeisterkandidatin von Freilassing

„Heute Abend hier zu stehen und mich als Bürgermeister-Kandidatin vorzustellen, erfüllt mich mit großer Freude – und ja, auch mit Respekt“, eröffnete Ulrike Schweiger. Bürgermeisterin zu sein heiße für sie nicht, von oben herab zu bestimmen, sondern zuzuhören, Menschen zu verbinden und Verantwortung für die Stadt zu übernehmen. Freilassing sei ihre Heimat. „Do bin i dahoam. Ich treffe hier jeden Tag Menschen, die anpacken, die unsere Stadt lebendig, herzlich und vielfältig machen. Dieses Miteinander ist das Herz Freilassings – und dieses Herz möchte ich stärken.“

 

Ihre Schwerpunkte liegen auf klimafitter Stadtentwicklung und sozialem Zusammenhalt: mehr Stadtgrün, Schattenplätze, Trinkwasserbrunnen, barrierefreie Begegnungsorte ohne Konsumzwang und Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche – etwa über ein Jugendparlament oder den Jugendtreff Chilli. „Die Jugend ist nicht nur die Zukunft, sie ist unsere Gegenwart“, betonte Schweiger.

 

Mobilität sei ein zentrales Thema: sichere Übergänge, Tempo 30, ÖPNV, Carsharing und ein Bahnhof als echte Mobilitätsdrehscheibe für Bus, Bahn, Rad und Carsharing. Auch beim Wohnen setzt sie auf Nachverdichtung, Genossenschaften und bezahlbaren Wohnraum für Familien, ältere Menschen und junge Menschen.

 

„Freilassing hat so viel Potenzial – Badylon, Skulpturenpark, Lokwelt, Spielplätze. Wir können noch mehr: grüner, sozialer, menschlicher, demokratischer“, sagte Schweiger. Dabei bringe sie ihre internationale Führungserfahrung in einer großen Bank sowie ihre Tätigkeit als Coachin und Trainerin seit 2022 ein.

 

Besonders hob sie das starke Team hinter ihr hervor, das unterschiedliche Kompetenzen, Lebensrealitäten und Erfahrungen einbringt. Sie unterstrich, wie wichtig politische Teilhabe für junge Familien sei und dass Engagement nicht davon abhängen dürfe, ob Betreuung organisiert werden kann.

 

„Ich trete an, weil ich daran glaube, dass Veränderung möglich ist – wenn wir sie gemeinsam anpacken. Und weil ich mich auf den Rückhalt dieses Teams verlassen kann“, so Schweiger. Abschließend: „Freilassing verdient eine Bürgermeisterin, die zuhört, Haltung zeigt und diesen Weg mit Herz, Humor, Frauenpower und einem starken Team geht.“

 

Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat Freilassing

Bernhard Riehl #24, Projektmanager / Bürgerliste
„Ich möchte die Lücken im Freilassinger Radwegenetz schließen, damit mehr Menschen sicher und selbstverständlich mit dem Rad unterwegs sein können.“

Stefan Garbe #23, Lokführer
„Ich stehe für Respekt gegenüber allen Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder Alter – sowie für einen klaren Einsatz gegen jede Form von Extremismus.“

Benedikt Köpnick #22, Projektmanager
„Gute Lösungen brauchen gute Planung – ich verbinde Ökologie und Ökonomie für eine gesunde und wirtschaftlich stabile Heimat.“

Emine Kamat #21, Bankangestellte
„Ich kandidiere, weil Frauen eine starke Stimme in der Kommunalpolitik brauchen – für Gleichstellung, Sicherheit und echte Teilhabe.“

Eugen Tites #20, Maschinenbauer im Ruhestand / Bürgerliste
„Ich setze mich für sichere Radwege sowie mehr Grün, Wasser und Schatten in unserer Stadt ein – gerade in der Fußgängerzone.“

Ina Leisinger #19, Klavier- und Yogalehrerin, Dirigentin
„Ich begreife Veränderung als Chance und möchte Freilassing mutig, nachhaltig und gemeinsam weiterentwickeln.“

Dr. Leonhard Menges #18, Hochschullehrer
„Der Klimawandel ist auch ein lokales Thema – ich setze mich für Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit in Freilassing ein.“

Silvia Wellenhofer #17, Diplom-Kauffrau / Bürgerliste
„In einem wertschätzenden Miteinander möchte ich eine nachhaltige, lebenswerte und generationengerechte Stadt mitgestalten.“

Nicolas Trutschler #16, Student
„Ich will Freilassing familienfreundlicher machen und die Energiewende auch auf kommunaler Ebene konsequent voranbringen.“

Tanja Kuntze #15, Schauspielerin
„Ein respektvolles Miteinander, Achtung vor Natur und Mensch und Verantwortung für kommende Generationen beginnen im Stadtparlament.“

Cengiz Eroglu #14, Diplom-Krankenpfleger
„Frieden, Lebensqualität und Verantwortung für unseren Planeten müssen vor Ort gelebt werden – heute und für kommende Generationen.“

Elke Huber-Haigermoser #13, Genesungsbegleiterin / Bürgerliste
„Ich möchte das Bewusstsein für Natur stärken und ein respektvolles Miteinander zwischen Menschen und Umwelt fördern.“

Gregor Stadler #12, Technischer Beamter
„Ich trete an, um die Energiewende in Freilassing voranzubringen – mit sauberem Strom und klimafreundlicher Mobilität für alle.“

Michaela Lamm #11, Social-Media-Managerin
„Frauen müssen in der Politik sichtbarer werden – gute Stadtpolitik entsteht dort, wo unterschiedliche Lebensrealitäten zählen.“

Ferdinand von Tüllenburg #10, Informatiker
„Ich setze mich für sicheren Verkehr für alle ein: mehr Schutz für Fuß- und Radverkehr und ein niederschwelliges E-Carsharing.“

Dr. Eva Johanna von Tüllenburg #9, Kunsthistorikerin
„Ich stehe für eine offene, kreative Stadt, die Frauen, Familien und eine lebendige Kunst- und Kulturszene stärkt.“

Dr. Lukas Lamm #8, Softwareentwickler, ehrenamtlicher Richter
„Ich möchte Freilassing modern, grün und generationengerecht gestalten – mit kurzen Wegen, guter Betreuung und Orten der Begegnung.“

Magdalena Tradler-Wimmer #7, Lehrerin, Beisitzerin im Kreisverband
„Ich will eine starke Stimme für Kinder, Frauen und junge Familien sein – für eine lebenswerte Zukunft in Freilassing.“

Simon Tradler #6, Projektingenieur, Beisitzer im Ortsverband
„Mein Fokus liegt auf umsetzbaren Lösungen für Familienfreundlichkeit, nachhaltige Energie und zukunftsfähige Mobilität.“

Sri-Miriam Fackler #5, Pastoralreferentin, Beisitzerin im Ortsverband
„Ich setze mich für bezahlbaren Wohnraum, gute Infrastruktur, mehr Grün und echte Mitbestimmung junger Menschen ein.“

Lukas Maushammer #4, Rechtsanwalt, Stadtrat und Fraktionssprecher
„Mir sind eine konstruktive Zusammenarbeit, sozialer Wohnungsbau und das konsequente Weiterführen begonnener Projekte wichtig.“

Stefanie Riehl #3, Landschaftsplanerin, Stadträtin und Umweltreferentin / Bürgerliste
„Ich bringe meine Fachkompetenz für ein grünes, klimaangepasstes Freilassing mit mehr Schatten, Trinkbrunnen und attraktiven Freiräumen ein.“

Kaspar Müller #2, Architekt, Stadtrat, Sprecher des Ortsverbands
„Bezahlbares Wohnen, sichere Mobilität und regenerative Energie sind die Grundlage für hohe Lebensqualität in einer zukunftsorientierten Stadt.“

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