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Grundschule Leobendorf: „Man hätt‘s noch besser machen können“

Grüne Themen: Bauen, Verkehr und Bundespolitik – Ortsversammlung in Leobendorf

Leobendorf. Die neue Grundschule ist schön geworden, sagt Erich Althammer, doch sie hätte noch besser werden können. Zum Beispiel mit mehr Fläche für den Mehrzweckraum. Der Grünen-Fraktionssprecher im Stadtrat selbst hatte mit Hilfe eines befreundeten Architekten eine alternative Planung vorgelegt. „Doch die hat man sich nicht mal angeschaut.“ Das habe ihn „geärgert“, und deshalb habe er auch das Amt des Sportreferenten abgegeben. Im Gasthaus Leobendorf diskutierten Laufens Grüne mit einigen Gästen über die Themen Bauen und Verkehr. Und über die Bundespolitik.

Althammer hatte im Stadtrat eine bessere Nutzung des zugegebenermaßen begrenzten Areals angemahnt. Zum Beispiel durch Verringern der Verkehrsfläche mit Hilfe einer Außentreppe und einer Erweiterung des Untergeschosses. „Schade, der Mehrzweckraum ist zwar um 20 Quadratmeter größer geworden, aber immer noch viel zu klein.“ Bei seinem Vorschlag wären auch Duschen im Keller möglich gewesen, meint Althammer, denn die seien wichtig für den Vereinssport, der in Leobendorf einen hohen Stellenwert genieße. So wie es jetzt ist, müssten die dritte und die vierte Klasse zum Sport nach Laufen fahren, was zumindest teilweise hätte vermieden werden können.

Und doch sind die Grünen froh, „dass der Stadtrat an Leobendorf geglaubt hat.“ Und schließlich mit dem Förderprogramm „die Gunst der Stunde“ genutzt habe. Denn die kleine Schule im Dorf sei gut für die Entwicklung der Kinder. Pelletheizung und Lüftungsanlage bewiesen ein nachhaltiges Konzept, würdigte Althammer. „Die Schule ist schön geworden“, lobte auch Ernst Riedner, zweiter Vorsitzender des Sportvereins, doch mit den Leobendorfer Vereinen habe zuvor keiner geredet.

Bauen ist auch ein Thema für Stadtrat Peter Schuster. „Oft schwierig“, sagte er über die Abwägung von Bedarf und weiterer Bodenversiegelung. Er sieht die Zeit der Einfamilienhäuser zumindest „nicht mehr so, wie sie war.“ - „Am demokratischen Spiel beteiligen“, erhofft sich Schuster von den Bürgern, die er sich auch als Zuhörer bei den Sitzungen wünschen würde. „Die Stadt bemüht sich“, nannte Schuster beispielhaft die Erstellung eines Leerstandregisters und blickte gleichzeitig in die Zukunft: „Geschätzte neun Millionen wird die Laufener Grund- und Mittelschule verschlingen. Dazu kommt die Erweiterung beim Haus für Kinder.“ Nicht zuletzt wünscht er sich die Verwendung regionale Baustoffe wie Holz, was bei den geforderten Ausschreibungen und dem Vergabesystem schwierig bis unmöglich sei.

Das Thema von Franz Eder ist der Verkehr. „Bei der Bahn heißt es jetzt 2030 oder 2032. Des ziagt se.“ Regional zu lösen wäre hingegen der von Grünen und ÖDP beantragte Fußgängerüberweg in Leobendorf, steht doch der Einkaufsmarkt südlich der Staatsstraße, während die Siedlung im Norden liegt. „Bequem und sicher zu Fuß einkaufen“, betonte der Stadtrat, nicht zuletzt habe man dort den Anschluss an den Geh- und Radweg in Richtung Laufen. Eine Querungshilfe dort würde „Sinn machen“, doch eine Verkehrsschau hatte auf die kurze Sichtweite und die zu geringe Fahrbahnbreite hingewiesen. Aus Sicht Eders stellt eine solche Feststellung lediglich eine „Meinung“ dar, bei der man auch eine „andere Sicht“ haben könne. So höre die untere Verkehrsbehörde am Landratsamt auf die Polizei, während die selbst sage, sie gebe lediglich Ratschläge. „Ich meine, das ist ein ganz wichtiger Punkt für Leobendorf.“ Das unterstützte Annelies Kunkel: „Es ist dort total gefährlich“, schilderte sie eine Situation, „wo wir kaum über die Straße gekommen sind.“ Ernst Riedner hat keinen Zweifel: „Irgendwann muss diese Querung kommen.“ Absolut unverständlich ist aus Riedners Sicht, dass vom westlichen Ortseingang der Staatsstraße bis zur Bushaltestelle kein Gehweg vorhanden ist. Für ihn eine „unsägliche Situation“.

Der ehemalige Stadtrat Georg Linner sieht in der sogenannten Verkehrsschau ein „Gremium ohne Legimitation.“ Sein Eindruck: „Auch die Polizei denkt die Lage vom Auto her.“ Positiv beurteilt Linner die 30er Beschränkung auf der Laufener Ortsdurchfahrt: „Entschleunigt und beruhigt.“ Dem stimmte Ortssprecher Matthias Lutz uneingeschränkt zu: „Mit Kindern unterwegs ist es jetzt deutlich entspannter.“

Franz Eder nutzte die Gelegenheit, zur Unterschrift beim Radentscheid Bayern zu ermuntern und um Teilnahme am Fahrrad-Klimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs zu bitten. Eders Feststellung „wir wissen, dass wir schlecht sind“, stellte Lutz die neuen überdachten Radstellplätze am Bahnhof ebenso gegenüber wie die Bügel am Spielplatz an der Sapplhöhe.  

Gleichsam zum Warmmachen diskutierte die Runde eingangs über die Bundespolitik. „Schwierig, aber notwendig“, meinte Matthias Lutz zu den Entscheidungen eines Grünen Wirtschaftsministers, der „die Versäumnisse der Vorgängerregierung abarbeiten muss.“ Wolf Rüttinger kritisierte eine „muss-weg-Opposition“, die auf den rechten Rand schiele. Ende November wollen die Orts-Grünen ihre Jahreshauptversammlung abhalten.

Die Leobendorfer Grundschule hätte noch besser werden können, meint Grünen-Stadtrat
Bei allem Lob für die neue Schule, meint Erich Althammer, hätte man doch mehr draus machen können
An der Bushaltestelle gibt es einen Geh- und Radweg, nicht aber vom westlichen Ortseingang bis zur Seebadstraße. Fotos: Höfer

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