Erstellt von Hanna Spiegel | |   Wolfgang Ehrenlechner

Grüner Ortsverband macht sich Sorgen um den Verbleib des Reichenhaller Krankenhaus

Thema der letzten Ortsversammlung war die Zukunft der Reichenhaller Klinik

 

Seit mehreren Jahren steht fest, dass das Reichenhaller Krankenhaus, das sich im Besitz der Kliniken Südost Bayern AG befindet, neu gebaut werden muss, da die alten Räumlichkeiten nicht mehr dem aktuellen Stand der medizinischen Versorgung entsprechen. Schon beim ehemaligen Landrat Georg Grabner stand der Neubau ganz oben auf der Tagesordnung.

Der Ortsverband der Grünen findet es deshalb sehr verwunderlich, dass sich die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker bisher so zurückhaltend mit dem Thema beschäftigt haben und die Öffentlichkeit wenig zur Problematik erfahren hat.

„Jetzt ist absolute Eile angesagt, da sonst der Verbleib der Klinik in Reichenhall nicht mehr gesichert ist“, so Grünen-Stadtrat Rainer Hüller. „Außerdem sind die dringend notwendigen Fördermittel nur zeitlich begrenzt abrufbar“, berichtete er. „Ein Verlust des Krankenhauses wäre eine Katastrophe und eigentlich undenkbar für eine Stadt wie Bad Reichenhall, die von ihrem gut ausgebauten Netz an unterschiedlichen Kliniken profitiert“, befand auch Hanna Spiegel, die neue Ortsvorsitzende.

Die Kliniken Südost Bayern AG setze für den Bau voraus, dass die Stadt ein Grundstück anbietet, das mindestens vier Hektar groß ist. Wenn noch erreicht werden soll, dass das Krankenhaus in Reichenhall verbleibt, müsse der Oberbürgermeister Dr. Lung schleunigst ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen, so Rainer Hüller. Die vom derzeitigen Rathauschef geplante Lösung, der sogenannte „Dreisprung“, sei laut Ortsvorsitzender Hanna Spiegel „eine sehr gewagte Lösung“. Bei dieser Vorgehensweise würde das Landesamt für Maß und Gewicht nicht an der Münchner Allee gebaut werden, sondern das neue Gebäude für das Landratsamt. Der Standort für das neue Krankenhaus wäre dann die Fläche des jetzigen Landratsamts. „Dabei macht sich Bad Reichenhall in der Umsetzungsstrategie vom Landkreis abhängig“, ergänzte Vorstandsmitglied Petra Gabler-Kurz. Der Ortsverband sei sich einig, dass man nicht alles auf eine Karte setzen dürfe, auf die man keinen Einfluss habe.

„Mit Blick auf das Reichenhaller Stadtbild ist es kaum vorstellbar, dass kein passendes Grundstück zur Verfügung steht“, pflichtete André Schreiber bei. Der Oberbürgermeister müsse aus Sicht des grünen Ortsverbandes jetzt sein Können unter Beweis stellen und Lösungen bringen, so die einhellige Meinung der Anwesenden. Alternativen, wie ein möglicher Umzug des Krankenhauses in eine andere Landkreisgemeinde, sollten überhaupt nicht zur Debatte stehen. Der Stadtrat von Freilassing habe schon vor einem Jahr sein Interesse am Krankenhausstandort beschlossen, während auf Reichenhaller Seite noch geschlafen wurde.

Die zwischenzeitlich vom Stadtrat gegründete Taskforce müsse sofort mit ihrer Arbeit beginnen, bekräftigte Rainer Hüller, „und nicht erst, wenn es zu spät ist“.

Der Grüne Ortsverband werde sich weiter mit der Thematik beschäftigen. Baldmöglichst sei deshalb auch eine Infoveranstaltung geplant.

 

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