»Masterplan« für Ökologische Verkehrspolitik

Grüne Verkehrskonzepte werden schrittweise realisiert.

Zu den Hauptverursachern des Klimawechsels zählt der Verkehrssektor. Dort werden inzwischen mehr Luftschadstoffe emittiert als durch die Industrie. Der Straßenverkehr belastet die Menschen durch Lärm, Abgase und Feinstaub und macht krank. Eine umweltverträgliche Mobilität gehört zu den tragenden Säulen der wirtschaftlichen Existenz unserer Region. Nicht nur für Berufspendler ist die Nutzung der öffentlichen Verkehre von existenzieller Bedeutung. Auch der Tourismus lebt von kundenfreundlichen Angeboten bei Bussen und Bahnen. Daher wurde von unserem Kreisverband bereits im Jahr 1994 ein 30-seitiges Maßnahmenpapier erstellt, dessen Grundlagen bis heute noch unvermindert gelten und auch von den übrigen Fraktionen allmählich als richtig erkannt und zaghaft umgesetzt werden. Die Orientierung am Zentralraum Salzburg erwies sich als zuverlässiges Grundschema und findet durch die S-Bahn-Verlängerung in unseren Landkreis ihre erste Umsetzung.

Bahn als Rückgrat des Verkehrs

NAVIS 1 Konzept (S-Bahn-Salzburg) auch im BGL

Nach Fertigstellung der Gleisanlagen werden zwei Linien in Freilassing einmünden: Die S 2 aus Strasswalchen und die S 3 aus Golling verkehren halbstündlich über Salzburg nach Bayern, so dass in Freilassing jede Viertelstunde ein S-Bahn-Zug an- und abfährt. Freilassing wird daher zu einem neuen Verkehrsknoten, da sowohl vom Chiemgau, wie vom nördlichen Rupertigau und aus dem inneren Landkreis direkt in das Salzburger S-Bahn-System eingefädelt werden kann. Auch auf der Bahnlinie München-Salzburg ist zwischen Traunstein und Salzbug ein S-Bahn-Takt einzurichten. Um die Vorteile dieses S-Bahn-Konzeptes nutzen zu können, müssen endlich auf den einzelnen Bahnstrecken neue Haltepunkte entstehen, um attraktive Anbindungen der einzelnen Orte unserer Region zu ermöglichen. Hierauf abzustimmen sind die Regional- und Stadtbuslinien. Auf unseren Landkreis kommt im Jahr 2008 durch die Neuvergabe der Buskonzessionen ein großes Maß an Verantwortung zu. Bis dahin müssen die Schienenkonzepte unter Dach und Fach und die Buslinien neu aufgestellt werden. Unsere bereits vor 13 Jahren erstellten Regionalnetze müssen aber nicht nur technisch machbar, sondern auch tariflich überschaubar realisiert werden. Die Extrawürste der einzelnen Verkehrsunternehmen mit ihren komplizierten Automaten schrecken den Kunden ab.

Partnerschaft statt Verkehrschaos

Fahrgemeinschaften können das Verkehrsaufkommen halbieren. Unser Erfolgsmodell, Mitfahrgelegenheiten über das Internet organisieren zu können, wird derzeit auf Kreisebene umgesetzt. Aber der „modal split“ der Verkehrsträger, das Umsteigen der Bürger vom Auto in Busse und Bahnen wird auch durch „high-Tech“ – Systeme nicht von alleine gehen, sondern bedarf noch massiver Fortschritte in Richtung ökologisches Bewusstsein. Speziell im Verkehrssektor ist das Gebot der Stunde ein breites Forum aller Beteiligten und Interessierten zu schaffen. Der ÖPNV ist für unseren Wirtschaftsstandort ein wesentliches Standbein für mehr Arbeitsplätze und rechnet sich in jeder Hinsicht.

Während in Österreich die Baumaßnahmen für den Westast der S-Bahn Salzburg schon weitgehend fortgeschritten sind, „hinkt“ die Fortsetzung auf bayerischem Gebiet zeitlich hinterher. Dabei wurde die Bahnlinie München-Mühldorf-Salzburg unter maßgeblicher Beteiligung der Grünen-Bundestagsfraktion als „Internationales Vorhaben“ im Bundesverkehrswegeplan 2003 eingestuft und ist Bestandteil der Europa - Magistrale Paris - Budapest. Somit wurde erst die Finanzierung auch des dritten Gleises zwischen Freilassing und Salzburg mit EU-Beteiligung ermöglicht.