Christian Demmelmeier neuer Laufener Grünen-Chef

Die neue Vorstandsriege der Laufener Grünen (von links): Kassier Peter Schauer, zweite Vorsitzende Gerti Thoma, Vorsitzender Christian Demmelmeier, ehemaliger Vorsitzender und neuer Pressesprecher Georg Linner. Foto: Hannes Höfer
Nach fast 13 Jahren gibt Georg Linner (rechts) sein Amt als Orstvorsitzender ab. Kreisvorsitzender Franz Eder bedankt sich mit „etwas Süßem“ Foto: Hannes Höfer

Ära Linner nach 13 Jahren zu Ende –

Gute Kontakte zu Oberndorfer Grünen

Laufen (höf). Laufen ist ohne Zweifel die Grünen-Hochburg im Landkreis Berchtesgadener Land. Die Wahlergebnisse sind hier durchwegs zweistellig, sind Ausdruck einer kontinuierlichen und erfolgreichen politischen Arbeit. Georg Linner, der seit der Gründung des Ortsverbandes 1996 an dessen Spitze stand, hat sich nun in die zweite Reihe zurückgezogen. Zu seinem Nachfolger wählten die Laufener Grünen den Rechtsanwalt Christian Demmelmeier.

Aus dem politischen Alltagsgeschäft wollte Georg Linner ein paar „Highlights“ seiner Amtszeit in Erinnerung rufen: „Wir waren die ersten, die das Thema Jugend aufgegriffen haben“, betonte er nicht ohne Stolz. Man habe sich immer wieder deutlich zu Wort gemeldet, etwa bei der Demonstration gegen die Vereidigung der Bundeswehr 1998 in Laufen. 2003 habe man gemeinsam mit den beiden Kirchengemeinden gegen den Irakkrieg demonstriert. „Ich hoffe“, so Linner, „mit dem neuen amerikanischen Präsidenten haben wir weniger Anlass zu Kritik.“ Das Gedenken an 20-Jahre-Tschernobyl sei eine gelungene Aktion gewesen, aber: „Das Thema Atomenergie wird uns leider auch in Zukunft beschäftigen.“

Das vergangene Jahr hatten die Landtags- und die Kommunalwahl das Geschehen dominiert. Seit Mai sitzen erstmals drei Vertreter der Grünen im Laufener Stadtrat, darunter auch Georg Linner. „Das Thema Ortsumfahrung war belastend für alle Stadträte“, gestand er, „und wir haben uns das Ganze nicht leicht gemacht; aber schließlich ein klare Entscheidung getroffen.“ 

Das große Problem in Laufen und Oberndorf sei insgesamt der Verkehr. Gemeinsam mit den Grünen am anderen Salzachufer habe man die Initiative ergriffen, und auch zu einer viel beachteten und sehr gut besuchten Podiumsdiskussion (wir berichteten) geladen. Zum Zeichen der guten nachbarschaftlichen Verbundenheit waren Andrea Voggenhuber und Patrick Weihs von den Oberndorfer Grünen zur Versammlung gekommen; beide sitzen auch in der Gemeindevertretung.

Christian Demmelmeier kommt aus Pfaffenhofen an der Ilm. Beruflich hat es den 37-jährigen Rechtsanwalt nach Freilassing verschlagen; seit vier Jahren wohnt er in Laufen. „Ich habe Laufen kennen und lieben gelernt“, begründete er sein Engagement. Zur Kommunalwahl habe er sich mit den Gegebenheiten vertraut gemacht, gab aber zu: „Alle Problem kenne ich bestimmt noch nicht.“ Demmelmeier vereint vermeintlich Gegensätzliches: der bekennende Rockmusik-Fan singt auch im Männerchor „Frohsinn“ in Anger. „Ich möchte mich einbringen; mit dem nötigen Ernst, aber auch mit Spaß, und hoffe, dass ich den Anforderungen genüge.“ Einstimmig wurde er zum neuen Vorsitzenden des Ortsverbandes gewählt.

Ihm zur Seite steht zukünftig eine Frau mit Erfahrung: Gerti Thoma ist seit vielen Jahren politisch aktiv, fünf davon saß sie im Laufener Stadtrat. „Ich möchte Christian mit meiner Erfahrung zur Hand gehen“, erklärte die neue zweite Vorsitzende.

Ganz verabschieden wollte sich Georg Linner nicht: der Agrafachmann stellt sich nun als Schriftführer und Pressesprecher zur Verfügung. Kassier bleibt ein Mann, der als Finanzbeamter dafür prädestiniert ist: Peter Schauer ist ein Urgestein der Grünen, war Stadtrat und Mitglied des Kreisvorstandes.

Drei Beiräte vervollständigen die Führungsriege: der Sozialpädagoge Daniel Schneider, die Musikerin und Malerin Christine Smaczny und die Heimleiterin und Referentin Sabine Haase.

„Wir haben hier eine schöne Truppe“, urteilte Kreisvorsitzender Franz Eder, „eine gute Mischung aus Erfahrenen und neuen Kräften.“ Er wünscht sich, dass Ortsverband und Stadträte weiterhin so gut zusammen arbeiten. „Es geht im Großen wie im Kleinen um die drei Zukunftsfragen: Umwelt, Soziales und Bildung“, betonte Eder, der auch dritter Bürgermeister der Stadt Laufen ist. 

An Georg Linner gewandt, meinte Eder: „Dein Kennzeichen ist, dass du dich nicht selber in den Vordergrund stellst. Und du hast nie kurzfristig nach Mehrheiten geschielt.“ Eder hatte für Georg Linner „etwas Süßes“ mitgebracht.