25.05.2016, 18:49 Uhr

Pflanzengift Glyphosat verbieten

Grüne im Gespräch mit der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft

Anger. Bündnis 90/Die Grünen und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sind sich in Sachen Glyphosat einig: Das Pflanzengift sollte verboten werden. In einem Gespräch befassten sich die AbL Bundesvorsitzende Gertraud Gafus aus Anger und der Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land, Dr. Bernhard Zimmer, mit der aktuellen Lage zu diesem Thema. Nach Ansicht von Gertraud Gafus ist die zuletzt veröffentlichte Studie einer Arbeitsgruppe der Welternährungsorganisation FAO und der Weltgesundheitsorganisation WHO, nach der Glyphosat nun doch nicht Krebserregend sein soll, wenig glaubwürdig. Immerhin sei der Vorsitzende dieser Arbeitsgruppe gleichzeitig Vizepräsident eines Institutes, das im Jahr 2012 eine Spende in Höhe von 500.000 US-Dollar von Monsanto, dem Hersteller von Glyphosat, bekommen habe. Völlig unbestritten sei aber, dass der Einsatz des Totalherbizids Glyphosat eine Bedrohung der Artenvielfalt und des gesamten Ökosystems darstellt. Glyphosat führe zum Absterben positiver Bodenorganismen und begünstige diverse Problemorganismen. Das wiederum bedinge einen erhöhten Fungizideinsatz. Zugleich binde es wichtige Nährstoffe und Spurenelemente, was zu Mindererträgen durch Mangelernährung führe. Glyphosat sei Ausdruck eines Agrarsystems, das auf immer billigere Nahrungsmittelproduktion setze. Zulasten von Mensch, Tier, Boden und Umwelt. Glyphosat ersetze zunehmend gute landwirtschaftliche Praxis in Ackerbau und Grünland. Selbst wenn eine mögliche Krebsgefahr für den Menschen noch nicht eindeutig belegt sei, würden aus ihrer Sicht die Auswirkungen von Glyphosat auf das Ökosystems ausreichen, um eine Verbot zu rechtfertigen. Dr. Bernhard Zimmer erinnerte an den langen Kampf um ein Verbot des Pflanzengiftes DDT. Auch hier habe es Jahre, ja Jahrzehnte gedauert, bis Verdachtsmomente und Hinweise auf negative Folgen Ernst genommen worden wären. Glyphosat sei, neben der Gentechnik, ein zentraler Baustein zur Umgestaltung der bäuerlichen Landwirtschaft hin zur Agrarindustrie. Er finde es bemerkenswert, dass die CSU im Bayerischen Landtag zwar in Erwägung ziehe, Glyphosat für Hobbygärtner zu verbieten, den flächendeckenden Einsatz in der Landwirtschaft aber weiterhin zuzulassen. Er könne sich nicht vorstellen, dass das Pflanzengift Glyphosat im Hobbygarten anders wirke als in Flur, Feld und Wiese.


Von: Edwin Hertlein

Kategorie: Kreisverband, Teisendorf