07.11.2014, 14:47 Uhr

Grüne fordern mehr gemeindeübergreifende Zusammenarbeit im Talkessel

Obwohl bei der turnusmäßigen Versammlung des Ortsverbandes der Grünen im Kuckucksnest diesmal überwiegend Bischofswieser Themen zur Diskussion standen, bleibt für die Grünen eine bessere interkommunale Zusammenarbeit das wesentliche Leitthema für die Zukunft der Talgemeinden. Auch wenn sich die Chemie zwischen den aktuellen Bürgermeistern ganz offensichtlich gebessert hat, bleibt nach Ansicht des Ortsvorsitzenden Jakob Palm noch viel zu tun.

Am Beispiel einer möglicherweise anstehenden Erweiterung des Gewerbegebietes am Pfaffenfeld erläuterte Michael Sturm dem Ortsverband die Ausgangslage: Bürgermeister Thomas Weber hat in einigen Punkten durchaus sinnvolle Vorschläge gemacht.

So sei es nach Ansicht von Sturm ein deutlicher Fortschritt gegenüber der Ausweisung des Gewerbegebietes Paffenfeld 1, dass künftig Handel ebenso wie Kirchen ausgeschlossen wird soll, dass Betriebsleiterwohnungen  nicht mehr genehmigt werden  und es eine vertraglich abgesicherte Bauverpflichtung von künftigen Käufern geben soll. Wenig erfreut zeigt sich Sturm ebenso wie seine Gemeinderatskollegin Marlies Moderegger, dass es eine ernsthafte Diskussion diese mit 70 000 m2 doch erhebliche Ausweitung gemeindeübergreifend zu gestalten bis heute nicht gegeben hat. Wer im Rahmen der Flächennutzungsplandiskussion erlebt hat, welch ungeeignete Flächen aus der Not heraus geboren zum Beispiel in den Gemeinden Ramsau und Berchtesgaden als Gewerbeflächen ausgewiesen werden sollen, kann sich nur wundern , warum dieses Thema aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht aufgegriffen wird. Wenn es richtig ist, so Jakob Palm, dass die Flächennutzung im Inneren Talkessel gemeinsam diskutiert werde, kann es folgerichtig auch nur eine gemeinsame Diskussion über Gewerbegebiete geben. Der grüne Ortsvorsitzende signalisierte dabei, dass man viel eher bereit sei eine Maßnahme wie am Pfaffenfeld mitzutragen, wenn gleichzeitig erreicht würde, dass gänzlich ungeeignete Standorte in den Nachbargemeinden endlich aus der Planung verschwinden würden.

Dass es auch bei kleineren Dingen noch an der Zusammenarbeit hakt wurde am Beispiel Skaterplatz klar. Nachdem sich die Verhandlungen in Berchtesgaden mit der Bundesbahn seit Jahren hinziehen, müsste es doch möglich sein , die vorhandenen, dem Markt durch eine großzügige Spende überlassenen derzeit ungenutzten Utensilien zumindest leihweise den Schönauern zu überlassen, die einen funktionierenden Skaterplatz an der Schneewinklschule betreiben. Jugendreferentin Sabine sagte ihre Unterstützung zu, um hier eine pragmatische und schnelle Lösung zu ermöglichen.

Neben vielen anderen Themen wie zum Beispiel Bahnhof Bischofswiesen, die Erläuterung des Leaderprogramms, der unseligen Diskussion über ökologisch unsinnige Kleinstwasserkraftwerke, hat sich der Ortsverband zum Ziel gesetzt wieder stärker konzeptionell tätig zu werden. Den Anfang machte Manfred Leubner, der sich grundsätzliche Gedanken zur Parkplatzsituation im Markt gemacht hat. Nach einer bereits erfolgten Grobabstimmung mit den aktiven Unternehmen, beschloss der Ortsverband einhellig das gut durchdachte Konzept vor einer Antragstellung im Gemeinderat noch mit den anderen Fraktionen in Berchtesgaden zu diskutieren. Am Ende zähle das Ergebnis, so die Grünen selbstbewusst.

Auf Anregung von Gemeinderat Luca Guselli beschloss der Ortsverband dann auch gleich noch die Einrichtung eines Arbeitskreises zum Thema Radfahren im Inneren Talkessel. Hier dürften viele spannende Diskussionen folgen. Themen wie Stellplätze für Radler im Markt, Ladestationen für E-Bikes und die Radwegsituation im Allgemeinen stehen ganz vorne in der Prioritätenliste der Grünen. Der Ortsvorstand erhofft sich eine rege Teilnahme auch von Interessierten. Gleichzeitig  kündigte Palm eine Befragung von Mitgliedern und Interessierten über weitere Schwerpunktthemen an, die man dann im Neuen Jahr anpacken wolle.

Von: Basti Werner
Kategorie: Kreisverband, Berchtesgadener Tal, Ortsverbände