Grüne sind für die sichere variable Autobahn !

Eine echte Alternative zum bislang geplanten sechsspurigen Ausbau der A8 fordert Bündnis90 / Die Grünen.  Auf einer Informationsveranstaltung in Aufham erläuterten Landeschef Sepp Daxenberger und die Vorsitzenden der Grünen-Kreistagsfraktionen in Traunstein und dem Berchtesgadener Land, Sepp Hohlweger und Dr. Bartl Wimmer, ihre inhaltliche Position zum Thema.

Nach Ansicht von Sepp Daxenberger muss eine moderne Verkehrspolitik die Prioritäten neu ordnen, denn wie bisher wird es nicht weitergehn und veraltete Planungen wie die des sechsspurigen Ausbaus der A8 sind nicht zukunftsfähig.

An erster Stelle müssen Maßnahmen der Verkehrsvermeidung sowie zur Verlagerung der Verkehrsströme beispielsweise von der Straße auf die Schiene stehen. Seiner Meinung nach sei der Ausbau der A 8 in der bislang favorisierten Form als sechsspuriger Vollausbau auch nicht notwendig. Ein durchgehendes Tempolimit und die Einführung eines Überholverbotes für LKW würden die Staugefahr auf dieser Strecke deutlich minimieren.

Sepp Hohlweger kritisierte vor allem die Planungsgrundlagen für die derzeitigen Ausbaupläne. So seien die Verkehrsprognosen im Jahr 2003 auf der Basis eines Ölpreises von 30 Dollar pro Barrel erstellt worden. Seiner Meinung nach sei davon auszugehen, dass sich die Verkehrsentwicklung vor dem Hintergrund der rasant steigenden energiepreise deutlich anders gestalten werde, als noch vor wenigen Jahren angenommen. Er rechne eher mit einer Abnahme des Verkehrs. Hohlweger bezeichnete es als eine Illusion zu glauben, dass eine sechsspurige Autobahn mit Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner zu weniger Lärmbelastung führen würde. Bei einem sechsspurigen Ausbau würden die Tempolimits fallen. „Das wird eine Hochgeschwindigkeitsstrecke“, so Hohlweger. An vielen Stellen könne man keine Lärmschutzwälle errichten, sondern müsse mit Schallschutzwänden arbeiten. Die betroffenen Orte würden regelrecht zerschnitten. Da durch den Ausbau sich an vielen Stellen die Kurvenradien und die Steigungen verändern müssten, ergäben sich weitere gravierende Eingriffe in die Landschaft. Die Autobahntrasse würde bei einem durchgehenden sechsspurigen Ausbau mit Standspur doppelt so breit wie die bisherige Trasse. 

Für die Tourismusregionen Chiemgau und Berchtesgadener Land sei das eine Katastrophe.

Er setze er auf einen angepassten Ausbau durch eine „atmende“ Infrastruktur. Damit meinte Hohlweger den Bau einer durchgehenden Standspur, die bei Bedarf für den Verkehr freigegeben werde. Eine solche „atmende“ Autobahn sei beim Autobahnring um München verwirklicht worden. Eine solche Lösung sei deutlich billiger in Bau- und Unterhaltskosten und wesentlich landschaftsverträglicher. Auch Hohlweger sprach sich für ein durchgängiges Tempolimit und ein LKW-Überholverbot aus und wies darauf hin, dass eine Autobahn bei einer Durchschnittgeschwindigkeit zwischen 80 und 120 Stundenkilometern ihr Kapazitätsoptimum habe.

Auch Dr. Bartl Wimmer monierte die Verkehrsprognosen und verwies noch auf die Bevölkerungsentwicklung hin. Sinkende Bevölkerungszahlen würden zu weniger Verkehr führen. Wer trotz der geänderten Rahmenbedingungen immer noch am sechsspurigen Ausbau der A 8 festhalte, mache einen schweren Fehler.