Ausbau der A8 - unser Dorf ist in Gefahr

Nun ist es soweit, die Vorplanungen zum Ausbau der A8 haben auch in Piding begonnen. Über 70 Jahre haben die Pidinger die A8 nun ertragen, seit Jahren kämpfen sie immer wieder erfolglos für mehr Lärmschutz durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Ortsbereich.

Die jetzt vorliegenden Vorschläge zum Ausbau der A8 bedrohen Piding existienziell. Wir fordern auf, den überdimensionierten Ausbau auf 8-Spuren zurückzunehmen und die A8 durch den Anbau eines durchgehend befahrbaren Standstreifens zu sanieren bzw. auf den Stand der Technik zu bringen.

Als Pidinger Grüne stehen wir voll hinter den Zielen der Bürgerinitiative:

"Ausbau A8 - Bürger setzen Grenzen"

und unterstützen diese. Viele Fragen sind noch offen und müssen beantwortet werden bevor die Diskussion um das Detail einsetzt.

Wieviel Autobahn muss wirklich sein?

So lautete der Titel einer Informationsveranstaltung in Aufham beim Neuwirt am 12. März 2009. Gemeinsam mit MdB Dr. Toni Hofreiter, dem Obmann von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages wurden die grundsätzlichen Fragen diskutiert. Demnach löst, nach Aussage des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages der Anbau eines durchgehenden, befahrbaren Standstreifens  ebenfalls die sogenannte Lärmvorsorge aus.

Warum also 8-spurig, wenn es 6-spurig auch den vollen Lärmschutz gibt?

Das Verkehrsaufkommen ist auf unserer A8, was die Verkehrszählungen angeht unterdurchschnittlich und rechtfertigen keinen 8-spurigen Ausbau. Ein 8-spuriger Ausbau nur wegen einiger weniger Tage mit Spitzenbelastung (Urlaubsverkehr) ist ökonomisch wie ökologisch unverantwortlich. An diesen wenigen Tagen ist eine Kapazitätserhöhung durch Geschwindigkeitsreduktion auf 80-100 km/h möglich und durchaus sinnvoll, denn sie senkt auch die Unfallgefahr.

6-spurig bringt nichts, denn der Regelquerschnitt ist nur 4 Meter schmäler als der 8-spurige Ausbau. Der Präsident der Autobahndirektion Süd, Herr Lichtenwald, aber auch der MdB Dr. Peter Ramsauer sprechen gar nur von 2 Metern. Beide haben wohl übersehen, dass es sich um zwei Richtungsfahrbahnen handelt und 2+2 ergibt 4.

Wichtiger ist allerdings, dass Regelquerschnitte eben nur Regelquerschnitte sind und man von diesen, wenn es geboten, ist auch abweichen kann. Ein Utopie und frei erfunden? Nein keineswegs, sondern nachzulesen in der Drucksache 16/9720 des Deutschen Bundestages "Instrumente zur Reduzierung des Flächenverbrauches".

Eines der großen Probleme in Piding: der Hochwasserschutz; hier muss jeder Quadratmeter 1:1 ausgeglichen werden. Da erscheint es doch dringend geboten wirklich jede Möglichkeit zu nutzen, um den Flächenverbrauch durch die "...Anwendung reduzierter Regelquerschnitte..." zu senken.

Untragbar sind für uns alle Vorschläge, die unsere landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer Existenz gefährden, denn die Produktion von Nahrungsmitteln darf in der Region nicht gefährdet werden.