23.02.2011, 19:18 Uhr

Containerterminal Teisendorf und kein Ende: Grüne fordern Einstellung aller Aktivitäten

Die Teisendorfer Grünen haben ein Ende aller Planungsaktivitäten in Bezug auf den zwischen Hörafing und Ufering vorgesehenen Containerterminal in Teisendorf gefordert. Grünen-Marktgemeinderat Edwin Hertlein begründete diese Forderung auf der letzten Ortsversammlung des Grünen-Ortsverbandes mit dem Hinweis auf die fehlenden Grundstücke. Hertlein bezeichnete das Vorgehen von Bürgermeister und Gemeinderatsmehrheit in dieser Angelegenheit „eine Zumutung“.

Von Anbeginn der Überlegungen zur Errichtung eines Containerterminals in Teisendorf habe ein Großteil der betroffenen Grundstückbesitzer erklärt, ihre Grundstücke nicht verkaufen zu wollen. Trotzdem seien die Planungen für ein Terminal in den vergangenen zweieinhalb Jahren unvermindert weiter vorangetrieben worden. Die betreffenden Grundbesitzer wären einem regelrechten „Psychoterror“ ausgesetzt gewesen. Höhepunkt dieser beispiellosen, fast an Nötigung grenzenden, Aktivitäten wäre dann die „Weihnachtspost“ des Bürgermeisters an die Grundbesitzer gewesen. Er kenne kein Beispiel aus der Vergangenheit, bei dem zur Ausweisung von Bauland oder Gewerbegrund ähnlich vorgegangen worden sei. Als Gegenbeispiel verwies Hertlein auf die Nachbargemeinde Saaldorf-Surheim. Dort seien von Bürgermeister und Gemeinderat Überlegungen zur Errichtung eines Containerterminals sofort gestoppt worden, nachdem die betroffenen Grundstückbesitzer einen Grundstücksverkauf abgelehnt hätten. Hertlein wies erneut darauf hin, dass es in der Region ausreichende Kapazitäten zum Güterumschlag von der Straße auf die Schiene gebe. Das Container Terminal Salzburg (CTS) verfüge aktuell über eine Reservekapazität von rund 80.000 Containereinheiten pro Jahr. Das sei mehr als die Containerumschlagmenge, die in Teisendorf geplant ist. In naher Zukunft werde die Reservekapazität in Salzburg sogar auf des dreifache der in Teisendorf geplanten Containerumschlagsmenge anwachsen. Auch werde in absehbarer Zeit ein weiteres Containerterminal in Burghausen errichtet. Und schließlich plane die Firma Bosch-Siemens-Heimgeräte auf ihrem Firmengelände ebenfalls die Errichtung eines Containerterminals. Somit wären in der Region auf Jahre hinaus ausreichende Reservemengen zum Güterumschlag von der Straße auf die Schiene vorhanden. Der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Teisendorf, Robert Strauß, schloss sich der Forderung Hertlein´s an. Grundsätzlich befürwortet der Bund Naturschutz eine Verlagerung des Gütertransportes von der Straße auf die Schiene. Der Güterumschlag sollte jedoch dort geschehen, wo die Güter produziert beziehungsweise benötigt werden. Das von der Gemeinde Teisendorf angestrebte Güterterminal mit Ausweisung eines Gewerbegebietes sei jedoch auf der „grüne Wiese“ geplant, mitten in einer bis dato naturnahen Landschaft und fernab von jeglichem produzierenden Gewerbe. Das vorgesehene Areal erstrecke sich östlich von Ufering bis hin nach Hörafing zwischen der Bahnlinie und der Bundesstraße 304. Nördlich der Bahnlinie liege ein Wasserschutzgebiet, südlich der Bundesstraße ein Landschaftsschutzgebiet. Das Gebiet selbst werde durchzogen vom Gewässersystem des Stahlbachgrabens, der von Nordwesten her kommend seinen Ursprung im Uferinger Filz habe. Das Gewässer verlaufe zunächst naturnah mit zahlreichen Krümmungen in einer natürlichen Gewässerdynamik durch Waldflächen, um später zunehmend gewunden durch einen Grünlandbereich mit naturnahem Gehölzstreifen zu fließen. Südlich der Bundesstraße münde der Bach in die kleine Sur. Der Gewässerentwicklungsplan der Marktgemeinde Teisendorf nenne als Entwicklungsziel unter anderem den Erhalt der natürlichen Lauf- und Bettentwicklung, den Erhalt der Gewässerbeschattung, den Erhalt der bestehenden Laub- und Laubmischwälder und damit verbunden den Erhalt und die Entwicklung einer standortgerechten, auetypischen Vegetation. Geologisch gesehen wiesen die großen Feuchtflächen auf dem Areal auf wasserundurchlässige Schichten hin, die ein Versickern von Niederschlagswasser verhindern.  Auch die Fauna weise einige unter Schutz stehende Arten wie Bachkrebse und drei auf der Roten Liste stehende Insektenarten auf.  Nähere Untersuchungen durch eine Diplombiologin seien im Frühjahr geplant. Somit erscheine aus seiner Sicht, so Strauss abschließend, das zur Errichtung eines Containerterminals in Teisendorf vorgesehene Gelände auch aus Naturschutzgründen völlig ungeeignet. Zum Schluß der Versammlung wiesen die Teisendorfer Grünen auf die Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative gegen die Errichtung eines Containerterminals zwischen Hörafing und Ufering am 2. März, Beginn 19:30 Uhr, im Gasthaus Huber in Straß hin. Durch zahlreiches Erscheinen auf dieser Versammlung könnten die Gemeindebürger ihrer Solidarität mit den betroffenen und nicht verkaufsbereiten Grundstückeigentümern Ausdruck verleihen und ein Zeichen setzen, dass die Teisendorfer Bevölkerung mehrheitlich dieses völlig unnötige und unsinnige Projekt ablehne.

Von: eh
Kategorie: Kreisverband, Teisendorf