18.08.2007, 19:35 Uhr

Klimaschutz und Tourismus zentrale Themen

Der Klimaschutz ist für die Grünen das zentrale Thema für die Kreistagswahl im kommenden Frühjahr. Das stellte Grünen-Kreisvorsitzender Franz Eder anlässlich einer Kreisversammlung der Grünen in Vachenlueg in der Gemeinde Anger heraus. Der Veranstaltungsort sei allein schon Programm, so Eder, bedeute Vachenlueg doch soviel wie Weitblick.

Und Weitblick gehöre ja schon seit jeher zu den herausragenden Eigenschaften der Grünen. So hätten Die Grünen schon zu einer Zeit von Klimaschutz gesprochen, als alle anderen politischen Parteien in Deutschland noch mit ganz anderen Themen beschäftigt gewesen wären. Heute führten nun alle Parteien den Klimaschutz im Munde, aber nicht immer sei da, wo Klimaschutz draufstehe, auch Klimaschutz drin. Als Beispiel nannte Eder die Bestrebungen, den Götschen mit weiteren Schneekanonen und weiterer skitouristischer Infrastruktur aufzurüsten. Schneekanonen seien ein Energiefresser ersten Ranges. Ausserdem werde es in einigen Jahren in der Höhenlage des Götschen sowieso nur mehr wenig Schnee geben. In anderen Tourismusorten nehme man daher von Investitionen in skitouristische Infrastruktur unterhalb einer Höhe von 1500 Höhenmetern Abstand. Aber auch den Plänen zur Erschließung des Predigtstuhles in Bad Reichenhall erteilte der Grünen-Chef eine Absage. "Meiner Meinung nach macht das meiste, was dort geplant ist, keinen Sinn", so Eder deutlich. Die Haltung, jede Investition sei sinnvoll, lehne er ab. Es sei wenig klug, mit offenen Augen eine künftige Investitionsruine zu rennen. Gerade für den Tourismus als Wirtschaftsfaktor komme es darauf an, klug und mir Augenmaß auf die drohende Klimakatastrophe zu reagieren. Neben einer Abschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen der ohnehin nicht mehr abzuwendenden Klimaveränderung müsse aber weiter das Hauptaugenmerk darauf gerichtet werden, die Klimaveränderung in ihrem Ausmaß zu begrenzen. Hier könne die richtige Antwort nur in einem entschlossenen Umsteuern bei der Energieversorgung liegen. Dass die Atomenergie, anders als von Union und FDP propagiert, keine zukunftsfähige Technologie darstelle, hätten jüngste Ereignisse deutlich gemacht. Stattdessen führe an einem weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien kein Weg vorbei. Eder begrüßte die jüngsten Beschlüsse des Kreistages zur energetischen Sanierung der kreiseigenen Gebäude. Dieser Weg müsse entschlossen weiter beschritten werden. Das Ziel, bis zum Jahr 2030 die Versorgung der Berchtesgadener Landes zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien sicher zu stellen sie ehrgeizig genug. Rückschläge, wie den der Ablehnung einer Hackschnitzelheizung für die Rupertustherme in Bad Reichenhall durch den Freistaat, könne sich der Landkreis keine mehr leisten. Ein weitere Schwerpunkt neben dem Klimaschutz wird aus grüner Sicht das Thema Tourismus sein. Nach wie vor gebe es, so Kreistagsfraktionsvorsitzender Dr. Bartl Wimmer, erhebliche Defizite bei den Strukturen. Das "duale System" mit gesplitteten Verantwortungen bei BGL-T und Verkehrs- oder Tourismusämtern lähme und chaotisiere. Zum Teil werde eher gegen als miteinander gearbeitet. In die gleiche Kerbe hieb Kreisvorstandsmitglied Michael Drummer. Es sei wenig glaubwürdig, wenn sich die Tourismusregion einerseits als "Premiumregion" ausrufe, zugleich aber eine Vermarktung von Billigstpauschalangeboten über Aldi betreiben werde. Das gleiche gelte dafür, wenn eine gemeinsame Vermarktung mit Wirtschaftsbetrieben eingegangen werde, die in keinster Weise einen Bezug zum Berchtesgadener Land hätten und ebenfalls nicht im "Premiumsegment", sondern eher bei "Billigprodukten" anzutreffen wären. Während ein Co-Marketing mit der Molkerei Piding oder dem Bad Reichenhaller Markensalz sinnvoll sei, könne er keinen inhaltlichen Zusammenhang der Tourismusregion Berchtesgadener Land mit dem Hersteller der Wurstmarke Kabanos, der Firma Houdek aus dem Landkreis Starnberg, erkennen. Mit solchen Aktionen werde eine eindeutige Positionierung der Tourismusregion Berchtesgadener Land konterkariert. Neben den oben genannten Themen wollen Die Grünen im Kommunalwahlkampf noch die Bereiche Ökologie und Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr, Bildung, sowie Gesundheit und Kreiskrankenhäuser an herausgehobener Stelle ansprechen. Zum weiteren Prozedere vereinbarte die Kreisversammlung, dass das Programm im Herbst endgültig verabschiedet werden soll. Erst nach der Befassung inhaltlichen Fragen werden sich Die Grünen dann, wie es guter Brauch bei der Ökopartei ist, den personellen Fragen widmen.

Von: EH
Kategorie: Kreisverband