26.03.2015, 07:01 Uhr

Schwimmbäder - Grüne skeptisch wegen hoher Kosten

Die Teisendorfer Grünen sind skeptisch wegen der hohen Kosten und wollen die Schwimmbäder nicht um jeden Preis erhalten.

Erneut haben sich die Teisendorfer Grünen auf einer Ortsversammlung mit dem Thema Schwimmbäder auseinandergesetzt. Einigkeit bestand darüber, dass eine Entscheidung über die Zukunft der beiden Schwimmbäder in der Marktgemeinde erst dann in Frage komme, wenn alle Fakten auf dem Tisch lägen und es belastbare Kostenschätzungen gebe. Grünen-Ortsvorstandsmitglied Hans Eisenbichler verwies darauf, dass angesichts bislang fehlender Bodenuntersuchungen nicht auszuschließen sei, dass die Kosten noch deutlich steigen könnten. Seiner Meinung nach sei der Erhalt von zwei Schwimmbädern für die Marktgemeinde angesichts vieler anderer Herausforderungen, die ebenfalls viel Geld kosteten, nicht sinnvoll. Besitzstandsdenken sei fehl am Platz. Es gebe in der näheren Umgebung der Marktgemeinde zahlreiche Schwimmbäder und Badeseen, so dass die Schließung eines der beiden Schwimmbäder durchaus verantwortbar wäre. Grünen-Marktgemeinderat Edwin Hertlein gab zu Bedenken, dass zur Zeit von einem Kostendeckungsgrad der beiden Schwimmbäder nach den Umbaumaßnahmen von unter zehn Prozent ausgegangen werde. Über die Eintrittgelder kämen also weniger als ein Zehntel der Kosten herein. Wenn man die Kosten durch die Eintrittgelder decken wollte, müssten die Eintrittpreise sich also verzehnfachen. Für die Jahre ab 2017 sei ein jährliches Defizit der beiden Schwimmbäder von rund 300.000 Euro prognostiziert. Das sei angesichts der Haushaltslage der Marktgemeinde ein „ordentlicher Brocken“. Grünen-Marktgemeinderätin Elisabeth Aschauer sprach sich dafür aus, die Schwimmbadnutzer in die Entscheidung einzubinden und ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, über unterschiedliche Beteiligungsmodelle die Kosten zu senken und die Einnahmen zu erhöhen. Grünen-Kreisrat Albert Aschauer brachte das Modell einer finanziellen Beteiligung an den Sanierungskosten ins Gespräch, wie es bei einer Dorfwirtschaft in Asten realisiert worden sei. „Man kann nicht jeden Wunsch erfüllen“, wand SPD-Marktgemeinderat Georg Quentin ein. Man müsse auch mal den Mut haben, historische Entscheidungen zu treffen. Selbst die reiche Stadt Burghausen betreibe kein eigenes Schwimmbad. Sein SPD-Ratskollege Hans Rauscher fügte an, dass es angesichts der Kosten „eigentlich ein Wahnsinn“ sei, beide Schwimmbäder erhalten zu wollen. Für den Erhalt des Standortes Teisendorf spreche, dass dieser räumlich auch erweiterbar wäre, was auf Neukirchen nicht zutreffe. Georg Fischer als langjähriger Schwimmbadnutzer hielt es für sinnvoll, die angedachte biologische Reinung des Badewassers als besonderes Qualitätsmerkmal herauszustellen. Dies sei ein Alleinstellungsmerkmal. Außerdem sollte nicht versucht werden, mit den „Spaßbäder“ der Umgebung zu konkurrieren. Bettina Werkstetter von der DLRG Ortsgruppe Teisendorf verwies auf das Aufhamer Schwimmbad, das ihrer Meinung vorbildlich saniert worden sei. Und August Hacker, Ortsvorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Teisendorf, mahnte für das Teisendorfer Schwimmbad ein Lehrbecken an. Einig waren sich die Teilnehmer der Ortsversammlung, dass in Sachen Schwimmbäder noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Von: Edwin Hertlein

Kategorie: Kreisverband, Teisendorf