22.11.2010, 09:33 Uhr

Grüne Werte und Zuverlässigkeit statt „Ja Sagen“ und „Greenwashing“

Mit sehr großer Mehrheit hatten die bayerischen Grünen bereits 2009 auf dem Landesparteitag in Bamberg gegen die Münchener Olympia-Bewerbung votiert, weil sie vom vorgelegten Umweltkonzept nicht überzeugt werden konnten und die mangelnde Transparenz sowie die fehlende Partizipation der Betroffenen im Bewerbungsverfahren kritisierten.

Intensiv wurde über einen Ausstieg aus dem Bewerbungsprozess auch auf Bundesebene diskutiert und deshalb wurde der Antrag der von Olympia 2018 betroffenen Kreisverbände (M, GAP, BGL) auf der BDK in Freiburg eingebracht und auch von vielen Kreisverbänden ausserhalb Bayerns unterstützt. Allein die finanzielle Beteiligung des Bundes zeigt das eine Olympiabewerbung auch auf Bundesebene diskutiert werden muss.

Kontrovers wurde diskutiert und eine Mehrheit konnte der Argumentation der Antragsteller folgen. "Wenn ein Zug auf dem eindeutig falschen Gleis unterwegs ist, dann muss ich auch mal die Notbremse ziehen dürfen" erläuterte Korbinian Freier die Aufforderung an die Delegierten, dass die Grünen künftig nicht mehr als Unterstützer der „Olympia 2018“-Bewerbung auftreten.

An der Olympiabewerbung aber "kann man nichts Grünes und Nachhaltiges mehr erkennen" fasste Katharina Schulze vom KV München die Ergebnisse der intensiven Diskussion zusammen und appellierte an die Delegierte sich auf die Grünen Werte zu besinnen und den Antrag zu unterstützen.

„Wir modernisieren mit Millionen an Steuermitteln das Eissportzentrum in Inzell und das Biathlonzentrum in Ruhpolding und wir lassen uns dann vorrechnen, dass es nachhaltiger sei das Ganze noch einmal für 4 Wochen Nutzungsdauer neu zu errichten“ kritisiert Dr. Bernhard Zimmer, Delegierter für den Kreisverband BGL die vorliegende Bewertung des Ökoinstitutes in Freiburg. „Wie will man das Ziel der Olympiabewerber in Garmisch nachhaltig den Nordischen Skilauf zu fördern erreichen, wenn man ihnen nach der Olympiade die errichteten Stadien wieder abreisst?“ frägt Marie-Luise Thierauf von KV BGL.

Viel Energie und Zeit wurde aufgewendet, um den Prozess einerseits mitzugestalten und andererseits auch kritisch zu hinterfragen. Nun hat die Mehrheit erkannt, dass die gesetzten Ziele mit der vorliegenden Bewerbung nicht zu erreichen sind und „Greenwashing“ und „Ja-Sagen“ um jeden Preis ist mit den Grünen nicht zu machen.

Der Ausstieg aus dem Kuratorium ist deshalb konsequent, respektiert das Votum der Delegierten und verdient auch den Respekt. Der Kreisverband Berchtesgadener Land dankt Claudia Roth für ihr konsequentes Handeln.

von links: Korbinian Freier (KV Garmisch), Ludwig Hartmann (MdL), Katharina Schulze (KV München), Marie-Luise Thierauf und Dr. Bernhard Zimmer (KV BGL) und Dieter Janecek (Landesvorsitzender der bayerischen Grünen) freuen sich über das Abstimmungsergebnis und das konsequente Handeln der Vorsitzenden Claudia Roth

Kategorie: Kreisverband, Transparenz, Umwelt