11.09.2012, 09:24 Uhr

Energiewende als Möglichkeit zur regionalen Wertschöpfung

Nach Ansicht von Bündnis 90/Die Grünen im Kreisverband Berchtesgadener Land sollte die Energiewende auch unter dem Gesichtspunkt der regionalen Wertschöpfung betrachtet werden. Grünen-Kreisvorsitzender Prof. Dr. Bernhard Zimmer wies in einem Referat auf der letzten Kreisversammlung darauf hin, dass jede lokale Energieerzeugung letztlich auch regionale Wertschöpfung bedeute.

Mit jeder im Landkreis errichteten Fotovoltaikanlage und mit jedem im Landkreis errichteten Sonnenkollektor werde ein Kaufkraftabfluss in andere Länder vermieden und der lokale Arbeitsmarkt gestärkt. Zugleich werde mit einer Energieerzeugung vor Ort der Energie- und Rohstoffeinsatz minimiert. Weiter machte Zimmer klar, dass es noch erheblicher Anstrengungen bedürfe, um um das Ziel, die Energieversorgung im Landkreis bis zum Jahr 2030 ausschliesslich auf Erneuerbaren Energien umzustellen, erreichen zu können. Dieses Ziel sei das anspruchsvollste Projekt, das je im Landkreis Berchtesgadener Land zur Umsetzung vorgesehen war. Vor allem im Bereich Verkehr müsse noch viel unternommen werden. Aber auch beim Thema Wärme gebe es noch großen Handlungsbedarf. Vergleichsweise am besten sehe es noch bei der Stromversorgung aus. Aber auch hier dürfe man die Hände nicht in den Schoß legen. Hier sehe er in erster Linie bei der Nutzung der Windenergie noch Nachholbedarf. In Bezug auf die derzeit auf Bundes- aber auch auf Landesebene laufende Debatte über den Atomausstieg kritisierte Zimmer die Vielstimmigkeit aus dem Lager der jeweiligen Schwarz-Gelben Koalition. Wenn etwa der Vorschlag komme, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu bremsen, habe er den Eindruck, dass der Umstieg auf Erneuerbare Energien bei dem einen oder anderen der handelnden Akteure auf Bundes- und Landesebene gar nicht ernsthaft gewollt sei. Man könne meinen, dass der Beschluß zum Ausstieg aus der Atomenergie im letzten Jahr nur aus wahltaktischen Gründen und nicht aus echter Überzeugung getroffen worden sei. Es könne doch nicht falsch sein, eine gefährliche Technologie wie die Atomkraft möglicherweise schneller zu beenden als zunächst geplant, wenn dies durch einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien möglich sei. Neben dem Umstieg auf Erneuerbare Energien müsse es bei der Energiewende vor allem auch um Energiesparen gehen. Hier sei unter anderem an ein ambitionierteres Vorgehen bei den Wärmedämmvorschriften in der Bauleitplanung bei Neubauprojekten zu denken. Vor allem aber müsse in Sachen Wärmedämmung im Bereich des Gebäudebestandes mehr passieren. Zum Abschluss seines Referates machte Zimmer deutlich, dass sich der Grünen-Kreisverband auch in Zukunft in die Debatte um die Energiewende engagiert einbringen werde.

Kategorie: Kreisverband, Nachhaltigkeit, Umwelt