16.11.2013, 15:35 Uhr

Grüne bewerten Ausgang des Volksentscheids über Olympia: Sieg der Vernunft über Arroganz mancher Funktionäre

Nach Ansicht des Grünen-Kreistagsfraktionschefs Dr. Bartl Wimmer ist der deutliche Sieg der Gegner einer Bewerbung um Olympische Winterspiele im Jahr 2022 in der Abstimmung am vergangenen Sonntag eine Sieg der Vernunft der Bürgerinnen und Bürger über die Arroganz so manchen Sportfunktionärs.

Als Beispiele nannte Wimmer auf einer Sitzung der Grünen-Kreistagsfraktion, in der die Ergebnisse des vergangenen Sonntags bewertet wurden, den designierten DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann und den Präsidenten der Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft, Gerd Heinze. Diese hätten mit ihren Stellungnahmen nach der Niederlage noch einmal deutlich gemacht, dass sie das Signal des vergangenen Sonntags nicht verstanden hätten. Andere Olympiabefürworter, wie etwa der frühere Weltklasse-Slalomläufer Christian Neureuther, hätte ein wesentlich besser Bild abgegeben und sich als echte Sportler erwiesen. Nach Meinung Wimmers trifft auch die Einschätzung einiger Olympiabefürworter, das Votum vom Sonntag sei eine Votum von Bürgerinnen und Bürgern, die keine Veränderung wollten, nicht zu. Viele Menschen, die am Sonntag gegen eine Olympiabewerbung gestimmt hätten, seien seit vielen Jahren in den unterschiedlichsten Initiativen aktiv, um dringend notwendige Veränderungen einzuleiten und umzusetzen. Das gelte etwa für den Bereich der Ökologie, wo sich viele Mitbürgerinnen und Mitbürger für eine andere Energieversorgung einsetzten, aber auch im sozialen Bereich, wo es beispielsweise Initiativen zu einem anderen Zusammenleben von Jung und Alt gebe. Nur wollten diese Menschen Veränderungen in eine andere Richtung, als die Olympiabefürworten mit der derzeitigen Form von olympischen Winterspiele. Ein konkretes Beispiel ist für Wimmer das Dokumentationszentrum am Obersalzberg. Dieses Dokumentationszentrum musste in den 90er Jahren gegen den erbitterten Widerstand so mancher hiesiger Kommunalpolitiker durchgesetzt werden, die ihrerseits seit Jahr und Tag leidenschaftliche Befürworter der diversen Olympiabewerbungen gewesen wären. „Das Dokumentationszentrum am Obersalzberg hat unserem Tourismus mehr genutzt als alle bisherigen Olympiabewerbungen zusammen“, ist sich Wimmer sicher. Der Grünen-Kreistagsfraktionschef rief zum Schluss seiner Ausführungen dazu auf, sich jetzt gemeinsam den wichtigsten Herausforderung des Landkreises zu stellen und die Themen mit dem selben Engagement anzugehen, mit dem die Auseinandersetzung um die aktuelle Olympiabewerbung geführt worden wäre. Für ihn sei das wichtigste Thema die Energiewende. Dieses Projekt sei die grösste Herausforderung in der Geschichte des Landkreises. Hier könnten auch viele Bürgerinnen und Bürger selber aktiv werden. Daneben sieht Wimmer als grosse Herausforderung für die Kreispolitik die wirtschaftliche Gesundung der Kreiskliniken. Grünen-Kreisrat Edwin Hertlein mahnte für künftige Bürgerentscheide mehr Fairness in der Darstellung von Pro und Kontra an. Auch wenn es rechtlich zulässig gewesen sei, die amtliche Bekanntmachung nur mit Pro-Argumenten zu bestücken, sei das kein guter Stil gewesen. Auch die einseitige Einmischung verschiedener Institutionen wie der IHK, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der Kur-GmbH oder der TRBK sei nicht in Ordnung gewesen, so Hertlein.

Von: eh
Kategorie: Nachhaltigkeit, Kreisverband, Berchtesgadener Tal, Bartl Wimmer