26.10.2008, 08:52 Uhr

Grüne fordern Konsequenzen aus Demografiebericht

Nach Ansicht der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen sollte der in der letzten Kreistagssitzung vorgestellte Demografiebericht Konsequenzen in der Praxis haben. Wie Grünen-Kreistagsfraktionschef Dr. Bartl Wimmer auf der jüngsten Sitzung seiner Fraktion ausführte, habe der Bericht keine sensationellen Neuigkeiten gebracht.

Die Erkenntnis, dass die Bevölkerung im Berchtesgadener Land künftig „älter“ wird und es innerhalb der Landkreisgemeinden deutliche Verschiebungen geben werde, sei nicht neu. Auch dass es in der Bundesrepublik insgesamt zu einem Bevölkerungsrückgang kommen und die Zahl der gebärfähigen Frauen abnehmen werde sei schon bekannt gewesen. Diese Tendenz sei auch durch Zuwanderung nicht aufzuhalten. Augenzwinkernd merkte Dr. Wimmer an, dass die Grünen-Kreistagsfraktion mit insgesamt 19 Kindern bei 7 Mandataren ihren Beitrag zur „Bekämpfung des Bevölkerungsrückganges“ geleistet habe. Viel wichtiger als das Wiederholen bereits bekannter Tatsachen wäre es, darauf die richtigen Schlüsse zu ziehen. So schließe er aus den Zahlen, dass zur Aufrechterhaltung einer wohnortnahen Schulversorgung die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zu einer Regionalschule unumgänglich sei. Auch auf den „Gesundheitsmarkt“ im Berchtesgadener Land werde die Entwicklung Auswirkungen haben. Es sei mehr Kardiologie und Urologie und weniger Geburtshilfe gefragt, so Wimmer. Auch in einem anderen Bereich macht nach Ansicht Wimmers die demografische Entwicklung ein Umdenken erforderlich. Weil ältere Menschen in aller Regel viel weniger mobil seien, als junge Menschen, müsse der zu Einzelhandelsgroßprojekten auf der grünen Wiese gestoppt werden. Gerade für ältere Menschen gewinne eine wohnortnahe Versorgung in den Ortszentren an Bedeutung. In all diesen Bereichen habe der vorgelegte Bericht keine Akzente gesetzt. Dies müsse nun die Kreispolitik in den nächsten Jahren leisten, so Dr. Wimmer abschließend.

Von: eh
Kategorie: Kreisverband