02.12.2012, 08:10 Uhr

Ökopartei scheut das »Abenteuer«: Grüne gegen Aventura in Neukirchen

Aventura ist ein Begriff aus dem Spanischen und bedeutet auf deutsch „Abenteuer“. Der Marktgemeinderat Teisendorf hatte vor kurzem die Errichtung einer großen „Erlebniswelt für Sport und Outdoor“ unter dem Projektnamen „Aventura“ diskutiert, überwiegend positiv bewertet und damit angedeutet, sich auf dieses „Abenteuer“ einlassen zu wollen.

Weniger „abenteuerlustig“ zeigten sich allerdings die Mandatare von Bündnis 90/Die Grünen. Sie argumentierten dagegen. Auf einer Ortsversammlung in Neukirchen erläuterte Marktgemeinderat Edwin Hertlein nun ausführlicher, weshalb seiner Meinung nach der Marktgemeinderat Abstand von diesem Projekt nehmen sollte. Demnach sei das Vorhaben mit einer geplanten Verkaufsfläche von rund 7.000 Quadratmetern „einige Nummer zu groß“ für Neukirchen. Außerdem passe die Architektur mit einem überdimensionalen großen roten X in unmittelbarer Nähe zum Ortskern überhaupt nicht ins Ortsbild. Neben der optischen Beeinträchtigung hätte das Projekt nach Meinung Hertleins aber auch Auswirkungen auf den gesamten Einzelhandel der Marktgemeinde und weit darüber hinaus.

Das bislang von den Projektplanern angedeutete Verkaufssegment lasse vermuten, dass vor allem Einzelhandelsbetriebe mit Sortimenten in den Bereichen Sportartikeln, Bekleidung und Schuhe von dem geplanten Projekt betroffen wären. Auch wenn es die Absicht der Projektplaner sei, Kunden von der Autobahn in das Einkaufszentrum zu locken, werde sich kaum vermeiden lassen, dass auch Einheimische sich „ins Abenteuer“ verirrten, so Hertlein. Auch das geplante gastronomische Angebot und das angedachte „Low-Budget-Hotel“ werde Auswirkungen auf bestehende Betriebe haben. Es mache keinen Sinn, die Ortskerne mit großem finanziellen Aufwand aus Steuergeldern zu sanieren und umzugestalten, um den dort ansässigen Betrieben dann mit einem Einzelhandelsgroßprojekt „auf der grünen Wiese“ Konkurrenz zu machen.

Statt sich auf solche von Fremdinvestoren angedachte „Leuchtturmprojekte“ zu stürzen, die für ihn eher aussähen wie „Luftschlösser“, sollten die vorhandenen Potentiale besser genutzt werden. Ein positives Beispiel in diese Richtung sei die vom gebürtigen Neukirchner Robert Mayr geplante Renovierung des Gasthofes zur Post.

Kategorie: Umwelt, Teisendorf, Wirtschaft, Kreisverband