03.06.2015, 06:27 Uhr

Gutes Essen braucht gute Ausbildung

Bei einem Treffen der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie der Landtagsabgeordneten Gisela Sengl mit dem Vorsitzenden des Kreisverbandes des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes war man sich einig: gutes Essen braucht gute Ausbildung. Wir brauchen mehr Wertschätzung und Investitionen im Bereich der handwerklichen Ausbildung. investiert werden mit freundlichen grüßen, edwin hertlein.

Weitgehende Einigkeit in vielen Punkten konnten die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berchtesgadener Land und die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl bei einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Kreisverbandes des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Johannes Hofmann, erzielen.

Hofmann, der als Hotelier, Gastwirt und Koch über eine außerordentlich bunte Vita verfügt und das Gewerbe im In- und Ausland bestens kennt, setzte sich in dem Gespräch unter anderem für eine bessere Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe ein. Der Fachkräftemangel sei in diesem Bereich noch dramatischer als in vielen anderen Handwerksberufen. So lernten im Moment nur acht junge Menschen im Landkreis den Beruf Koch.

Hofmann empfahl, sich die Fachausbildung in Österreich zum Vorbild zu nehmen. Auch warb der umtriebige Geschäftsmann, der schon in diversen Fernsehsendungen als Koch agierte, für eine schneller Einbindung von Asylbewerbern in den deutschen Arbeitsmarkt. Diese könnten den Fachkräftemangel teilweise beheben, ist sich der frühere Wirt des Hofwirts in Bad Reichenhall sicher. Die Ausbildungsbetriebe selber könnten aber auch einiges tun, um die Attraktivität der Ausbildungsberufe in der Gastronomie zu verbessern. Unter anderem durch gerechte und flexible Arbeitszeiten, leistungsbezogene Vergütung und durch anspornende Zukunftsperspektiven für junge Mitarbeiter und Auszubildende. Nach Meinung Hofmann´s sollte die Gastronomie das Angebot an vegetarischer Ernährung deutlich ausbauen. Die Nachfrage nach solchen Gerichten in Restaurants und Gaststätten steige stark.

Auch um mehr regionale Gerichte mit der Nutzung regionaler und saisonaler Produkte sollte sich die heimische Gastronomie bemühen. Hofmann ist sich sicher, dass sich das heimische Tourismusgewerbe in Zeiten des Klimawandel auf Angebote des sanften Tourismus konzentrieren sollte. Deshalb lehne er auch den Bau von Schneekanonen in Höhenlagen wie im Berchtesgadener Land ab. Hofmann, der neben seinen hiesigen Aktivitäten aktuell auch einen Betrieb in Quebec in Kanada leitet, setzt zudem auch stark auf die ständige Qualifizierung der Betriebe, unter anderem durch den GastoManamentPass. Mit diesem vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband durchgeführten Qualifizierungsprogramm sollen den Betrieben in den Bereichen Hygiene, Recht, Unternehmensführung und Service-Qualität nachhaltige fundierte Kenntnisse vermittelt werden. Auch das Bayerische Umweltsiegel, durch das Betriebe für hohe Leistungen im Bereich praktiziertem Umweltschutz ausgezeichnet werden, hält Hofmann für ein wichtiges Qualifizierungswerkzeug. Kritik übte Hofmann an den seiner Meinung nach viel zu bürokratischen Ausführungsbestimmungen des Mindestlohns. Er halte den Mindestlohn im Prinzip für richtig, bei der konkreten Ausgestaltung vieler Vorschriften gebe es aber „Verbesserungspotential“.

Grünen-Kreistagsfraktionschef Dr. Bartl Wimmer unterstützte die Ausführungen Hofmann voll und ganz und signalisierte Unterstützung bei der Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen. Die angesprochenen Mängel bei der Ausbildung müssten Schritt für Schritt ausgemerzt werden. Das sei aber sicher ein mühevoller und langwieriger Prozess.

Auch bei der Grünen-Landtagsabgeordneten Gisela Sengl stießen die Ausführungen Hofmanns auf Zustimmung. Sengl zeigte sich überzeugt, dass eine gute Ausbildung die Basis für gutes und gesundes Essen sei, nicht nur in der Gastronomie, sondern auch im Nahrungsmittelgewerbe. Die Politik müsse mehr als bisher unternehmen, um die Ausbildungsqualität und die Attraktivität der Betriebe in Hotellerie, Gastronomie und Nahrungsmittelgewerbe zu steigern.

Von: Edwin Hertlein

Kategorie: Kreisverband