22.09.2009, 15:14 Uhr

Grüne Jugend gegen Atomkraft – Tour-Bus machte in Laufen Station

Ein rasender Igel ist ihr Symbol. Stachelig will sie sein, die Grüne Jugend Bayern. In wechselnder Besetzung sind die Aktiven unterwegs im ganzen Freistaat, um Wahlkampf zu machen und für grüne Positionen zu werben. Zum Beispiel für den Atomausstieg. Drei von ihnen präsentierten sich in Schutzanzügen und Gasmasken vor dem Laufener Stadttor.

„Es ist uns immer was eingefallen“, sagt Delia Jakubek zu dieser Aktion. Die 16-jährige Schülerin sitzt im Vorstand der Grünen Jugend Bayern; sie ist selbstbewusst und eloquent.

Gemeinsam mit Amelie und Gustav spricht sie die Passanten an, versucht ein paar Argumente vorzubringen, warum für sie das Thema Kernenergie solch hohe Bedeutung hat. Sie sprechen über die Risiken, die Kosten und über die nach wie vor ungelöste Endlagerung. „Manche lehnen kurz angebunden ab“, berichtet Delia, „vielleicht weil sie ein Gespräch scheuen. Einige wenige sind recht streitbar.“ Andere nehmen sich kurz Zeit oder wenigstens Informationsmaterial mit.

Unterstützt werden die Jugendlichen vom Bundestagskandidaten Dr. Bernhard Zimmer, vom Kreisvorsitzenden Franz Eder und einer Truppe der Laufener Grünen. Zimmer ist mit einem kleinen „Atomfass“ unterwegs und fragt, wie denn solcher Abfall zu beschriften sei, damit es auch in 5000 Jahren noch jemand lesen und die Gefahr erkennen kann. Damit ist er beim nahen CSU-Stand nicht gut angekommen. Erstens weil die Grünen ja bloß einen „Infostand“ angemeldet hätten, und keine „Kundgebung“, und überhaupt würde dazu schon irgendjemand etwas einfallen.

Wenig Einfälle erkennt Delia beim politischen Gegner. Außer zahlreichen Worthülsen –  „Wir sind die Kraft“ – sei inhaltlich nicht viel da, meint sie. Dabei gebe es gerade jetzt so viele brisante Themen: Bildung, die soziale Frage, Klima, Datenschutz. Bei Letzterem punktet die „Piratenpartei“ gerade bei jungen Menschen, was Delia auch verstehen kann. Nur: „Sonst ist halt da nichts, kein Programm“. Dennoch: „Ich freue mich, wenn junge Leute überhaupt wählen gehen.“ Die Grüne Jugend, so betont sie, möchte etwas tun gegen die weit verbreitete Politikverdrossenheit. Also geht die Tour weiter bis zum Wahlsonntag; von Laufen direkt nach Rosenheim.

Von: höf

„Weg damit“, sagt Bundestagskandidat Bernhard Zimmer. Er möchte mit dem „strahlenden Abfall“ nicht zu tun haben. Links Delia Jakubek. Foto: Hannes Höfer

Kategorie: Kreisverband, Laufen, Energie, Nachhaltigkeit