25.03.2008, 10:35 Uhr

Sepp Daxenberger Direktkandidat im Berchtesgadener Land

Der Waginger Noch-Bürgermeister fordert Roland Richter heraus - Willi Alt aus Bad Reichenhall kandidiert für Bezirkstag. „Es wird ein Umdenken sein vom Chef zu einem Politiker, der in der Opposition ist, mit Zuspitzungen arbeiten und Wadlbeißen muss. Aber das habe ich noch nicht verlernt. Ich muss jetzt von Kompromissen und vom Einbinden von Leuten wieder umschalten auf Angriff. Es wird mir Spaß machen, den Landtags­wahl­kampf zu führen“, so Sepp Daxenberger nach seiner Wahl als grüner Direktkandidat für den Landtag.

Waging am See. Der Noch-Bürgermeister der Marktgemeinde Waging am See und Landesvorsitzende der bayerischen Grünen, Sepp Daxenberger (45), ist am Freitag auf einer Versammlung im Gasthaus „Unterwirt“ in Waging einstimmig zum grünen Direktkandidaten des Wahlkreises 111 Berchtesgadener Land für die Landtagswahl am 28. September nominiert worden. Zum Direktkandidaten für den Bezirk wurde der selbstständige Steuerberater Willi Alt (52) aus Bad Reichenhall gewählt. Als Listenbewerber für Landtags- beziehungsweise Bezirkstagswahl wurden Bartl Wimmer aus Berchtesgaden und Elisabeth Hagenauer aus Freilassing nominiert; die offizielle Wahl für die oberbayerische Liste der Grünen findet Anfang April in Rosenheim statt.

 

Sepp Daxenberger listete in seiner Vorstellungsrede die Fülle seiner bisherigen politischen Ämter auf: seit 24 Jahren im Kreistag, zwölf Jahre Bürgermeister, fast sechs Jahre Landtagsabgeordneter und mittlerweile auch schon fast wieder sechs Jahre Landesvorsitzender der Grünen. „Wenn ihr mich heute nicht aufstellt, bin ich ein Versorgungsfall“, sprach Daxenberger schmunzelnd das baldige Ende seines Bürgermeisteramtes an. Ein sehr positives Fazit zog Daxenberger zu den Kommunalwahlen, bei denen die Grünen die Anzahl ihrer Mandate deutlich erhöht habe. Um die Kandidaten vor Ort zu unterstützen, sei er fast jeden Tag irgendwo in Bayern unterwegs gewesen.

 

Sein Amt als Bürgermeister aufzugeben, sei ihm nicht leicht gefallen, betonte er. Aber zum einen schleife sich in zwölf Jahren manches ein, das Feuer sei nicht mehr ganz so da wie am Anfang, und zum anderen sei er von vielen gedrängt worden, doch wieder in die Landespolitik einzusteigen. Dazu komme seine Krankheit, die es ihm nicht mehr erlaube, auf Dauer beide Ämter auszuüben.

 

Bei seiner Kandidatur für den Landtag sei es nicht nur sein Ziel, Stimmen zu bringen und auch für den Kreisverband ein gutes Ergebnis zu schaffen. Er strebe vielmehr ernsthaft an, den Direktkandidaten der CSU, Roland Richter, zu „packen“. Dies sei ihm ein ernsthaftes Ziel, was in der schwierigen Position, in der sich die CSU derzeit befinde, durchaus realistisch sei. Richter sei, so Daxenberger, ein Abgeordneter, der für die Region „wenig bis nix“ gebracht habe und der auch keinen Einfluss auf seine Partei habe. Er selber, so Daxenberger, werde sicherlich Einfluss auf die Fraktion im Landtag haben, denn er sei nicht nur in der Region bekannt, sondern bayernweit. Er könne mit dem CSU-Kandidaten auf Augenhöhe mitspielen und wolle Richter ein mulmiges Gefühl bereiten.

 

Die CSU sieht Daxenberger derzeit nicht nur in einer kleinen Krise, sondern in einer echten Identitätskrise. Daher sei gerade bei diesen Landtagswahlen die Chance da, die CSU auf „50 minus x“ zu drücken. Sein Vorteil, so Daxenberger, liege auch darin - das hätten auch seine guten Ergebnisse in Waging und im Landkreis gezeigt - dass er nicht nur bei der eigenen Klientel Stimmen holen, sondern auch das wertkonservative Lager überzeugen könne.

 

Als Themen, die es in der Landespolitik anzupacken gelte, nannte Daxenberger die Verkehrssituation vor allem mit dem Ausbau der Autobahn und der Bahnstrecken vor allem im Landkreis Berchtesgadener Land, den Tourismus, vor allem in seiner Konkurrenzsituation gegenüber dem Salzburger Land, das Gesundheitswesen mit dem Schwerpunkt kommunaler Krankenhäuser, sowie Landwirtschaft und ländlicher Raum. Bei den landesweiten Themen sieht Daxenberger Handlungsbedarf bei der Gentechnik, beim Klimaschutz, bei der Bildung und beim Stopp des Flächenverbrauchs.

 

Willi Alt ist, wie dieser in seiner kurzen Vorstellung sagte, seit 20 Jahren bei den Grünen, hat aber keine Ämter inne. Als selbstständiger Steuerberater habe er gerade im Bereich der Kultur, hier vor allem auch der Musikschulen, immer wieder mit der Regierung von Oberbayern zu tun. Daher stelle er sich als Direktkandidat für den Bezirkstag zur Verfügung.

 

Die oberbayerische Liste der Grünen wird, wie der Berchtesgadener Kreisvorsitzende Franz Eder noch informierte,  für den Bezirks- beziehungsweise Landtag am 5. und 6. April in Rosenheim aufgestellt. Der Stimmkreis 111 Berchtesgadener Land, dem auch sieben Gemeinden (Waging am See, Taching, Wonneberg, Petting, Kirchanschöring, Fridolfing und Tittmoning) aus den Landkreis Traunstein angehören, schlägt für die Landtagsliste Bartl Wimmer, der sich dazu erst nach einiger Bedenkzeit bereit erklärte, und für die Bezirkstagsliste Elisabeth Hagenauer aus Freilassing vor. Delegierte für die Wahl der Bezirkstagsliste am 5. April sind Elisabeth Hagenauer, Willi Alt und Peter Beisser, für die Landtagsliste Petra Kurz-Gabler, Schorsch Linner und Michael Drummer, als Ersatz Willi Alt und Bartl Wimmer.

Von: he

Willi Alt (Bezirkstag) und Sepp Daxenberger (Landtag, von links) wurden auf einer Versammlung in Waging zu den Direktkandidaten der Grünen im Wahlkreis 111 Berchtesgadener Land gewählt. Bartl Wimmer und Elisabeth Hagenauer wurden für die oberbayerische Liste der Grünen für Landtag und Bezirkstag vorgeschlagen. In der Bildmitte der Berchtesgadener Kreisvorsitzende der Grünen, Franz Eder. Foto: Eder

Kategorie: Kreisverband