01.06.2015, 09:11 Uhr

Tag der Milch

Berchtesgadener Bergbäuerinnen und Bergbauern erzeugen hochwertiges Lebensmittel und erhalten unser Kulturlandschaft. Was wäre der Tourismus ohne die Almen, die Blumenwiesen, ... ?

Heute, am 1. Juni ist der internationale Tag der Milch, Anlass für die Berchtesgadener Grünen gemeinsam mit MdL Gisela Sengl, der agrarpolitischen Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag einige Milchbäuerinnen und Milchbauern im inneren Landkreis  zum Informationsaustausch zu besuchen.

Organisiert von Kreisrat Albert Aschauer besuchte die Delegation kleine Betriebe, die den Schritt in die Zukunft durch Investitionen in einen neuen Stall gewagt haben oder gerade mitten in der Bauphase stecken, wie Familie Moderegger, Hochbichllehen in Bischofswiesen. Die Hofnachfolge ist gesichert, zwei Generationen packen an und bauen mit hohem persönlichem Einsatz für ihre 13 Milchkühe plus Jungvieh einen modernen Laufstall. "Da möchte man Milchkuh sein", zeigte sich MdL Gisela Sengl begeistert von der traditionellen Bauweise und diskutierte vor Ort und fachlich unterstützt von Georg Linner die derzeitigen Fördermöglichkeiten, ihre Grenzen und Schwächen mit den Betroffenen. Das Jungvieh ist am Wochenende auf die Alm getrieben worden, in 4-5 Stunden zu Fuß, was idyllisch klingt ist in Wirklichkeit harte Arbeit. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, bräuchte es, bei gleichbleibender Förderung in etwa 0,50€ pro Liter Milch, aber es gibt derzeit nur 0,38€ und das auch nur, weil der Betrieb an die Milchwerke Berchtesgadener Land in Piding liefert.

Viel Herzblut und die Liebe zu Heimat sind Antrieb für die Familien die ihre Betriebe im Nebenerwerb weiterzuführen. "Lacklehen", der Hof der Familie Wegscheider hat schon vor einigen Jahren in einen neuen Stall investiert. Zum Hof gehören die Halsalm  sowie eine Alm im Bereich der Kallbrunn-Almen, das Jungvieh ist bereits auf der Alm, die 8 Milchkühe werden diese Woche folgen. Pinzgauer, sie geben zwar weniger Milch, haben aber eine bessere Fleischproduktion und sind für den Almbetrieb besonders gut geeignet. In dem kleinen modernen und mustergültigen Stall fühlen sich nicht nur die Rinder wohl, sondern auch die Arbeitsbedingungen haben sich verbessert. Trotzdem ist der Arbeitseinsatz natürlich überproportional groß und die Erträge viel geringer. Die Bergbauernmilch, besonders hochwertig in ihren Bestandteilen und inzwischen international bekannt, erzielt aber trotzdem keine höheren Marktpreise.

"Höherer Aufwand und besondere Qualität braucht eben auch einen entsprechend höheren Preis, der natürlich auch ein Stück weit die Wertschätzung der Gesellschaft gegenüber der Leistung der Milchbäuerinnen und Milchbauern widerspiegelt" forderte Gisela Sengl. "Den Tag der Milch sollten wir nutzen, um uns die gesellschaftlichen Leistung der vielen kleinen und kleinsten, im Nebenerwerb geführten landwirtschaftlichen Betriebe vor Augen zu führen, denn was passiert, wenn diese Betriebe keinen Nachfolger mehr finden und die Flächen nicht mehr bewirtschaftet würden. "Es braucht eben in der Agrarpolitik mehr volkswirtschaftliche Denkansätze, denn gerade diese infrastrukturellen Leistungen, wie der Erhalt unserer Kulturlandschaft werden derzeit nicht oder kaum honoriert", ergänzte Kreisrat und Sprecher des Grünen Kreisverbandes Dr. Bernhard Zimmer.

"Was wäre der Tourismus im Berchtesgadener Land ohne die vielen Almen?"

Von: Bernhard Zimmer

Zu Besuch bei Familie Wegscheider in der Ramsau. Albert Aschauer, Gisela Sengl, Dr. Bernhard Zimmer, Johanna Wegscheider

Kategorie: Kreisverband