10.03.2010, 11:57 Uhr

Genossenschaft und EEG auf der Tagesordnung

In der jüngsten Kreisversammlung auf der Neubichler Alm diskutierten die Grünen über die Unterstützung eines genossenschaftliches Energieprojekts der Sterntaler-Initiative sowie die Energiepolitik der Bundesregierung.   In seinem Vortrag über die geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach des Rottmayr-Gymnasiums in Laufen machte der Vorsitzende der Sozialgenossenschaft RegioSTAR Franz Galler deutlich, dass eine Beteiligung an diesem Projekt keine Geldanlage im herkömmlichen Sinne sei. Vielmehr beteilige man sich an der Sozialgenossenschaft.

Das große übergeordnete Ziel sei der Schutz unserer Region. Während man bei einer Geldanlage bei einer Bank in den meisten Fällen nicht wisse, was die Bank mit diesem Geld mache, sei dieses Projekt nicht auf Rendite sondern auf Sicherheit vor Ort aufgebaut. Man wolle damit das Geld in der Region binden nach dem Vorbild von Raiffeisen. Gerade in wirtschaftlichen Turbulenzen könne man auf eine Regionalwährung aufbauen. Der Nutzen einer Beteiligung sei vielfach. So sei die Sicherheit durch die Genossenschaft als Träger gewährleistet und man baue eigene Energiequellen auf. Großer Nutzen entstehe auch durch die Unterstützung unserer heimischen  Wirtschaftsstruktur. Und zu guter letzt unterstütze man durch eine Beteiligung ein soziales oder Umweltprojekt in der Region.

Inhaltlich passend ging zu Beginn der Veranstaltung Kreisvorsitzender Franz Eder in einem Referat auf die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung ein. Eder kritisierte die Union, die hinter dem Schlagwort Atomkraft sei eine Brückentechnologie die von ihr gemeinsam mit der FDP gewünschte Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke verstecke. Dies sei ein glatter Vertragsbruch bezüglich des verbindlich vereinbarten Atomausstiegs. Neben längeren Laufzeiten, so Eder weiter, gehe es im jüngsten Atompapier der Unionsfraktion aber auch um Netzblockaden für Erneuerbare Energien. Diese Klientelpolitik zugunsten von Energiekonzernen, die auf Atomkraft setzen, sei rundwegs abzulehnen. Genauso wie die Grüne Bundestagsfraktion im Parlament gegen die Umsetzung der kürzlich vom Bundeskabinett beschlossenen Photovoltaik-Gesetzesnovelle kämpfe werden die Grünen im Land gegen die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke auf die Straße gehen. Eder kritisierte, dass sich die CSU Bundestagsabgeordneten in Berlin für eine möglichst hohe Absenkung der Solarvergütung aussprachen. Er hob hervor, dass eine der entscheidenden Stärken des EEG das hohe Maß an Rechtssicherheit für Investoren und Anlageproduzenten sei. Diese habe im Bereich der erneuerbaren Energien 280000 Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. „Wer diese nachhaltige Wirtschaftsweise durch ein unnötiges Gesetz stoppe, der stehe“, laut Meinung Eders, „nicht auf der Seite des Handwerks und der Verbraucher“.

Kategorie: Kreisverband, Nachhaltigkeit