26.01.2012, 08:53 Uhr

Mini-Kapelle gefährdet Landschaftsbild?

Grünen-Kreisvorsitzender Prof. Dr. Bernhard Zimmer schüttelt ob der Äußerungen des Landratsamtes Berchtesgadener Land zur geplanten Feldkapelle in Anger nur noch den Kopf. Bekanntlich hatte das Landratsamt den von 20 Bauern aus den Gemeinden Piding und Anger gewünschten rund zwei Meter breiten und langen „Sakralbau“ auf einem Grundstück des Klingerhofes der Familie Fagerer an der Gemeindegrenze zwischen Piding und Anger abgelehnt. Mit der Begründung: „Die natürliche Eigenart des Landschaftsbilds sei durch den Kapellenbau in Gefahr“.

Anläßlich einer Sitzung des Grünen-Kreisvorstandes meinte Zimmer, bei gleichem Maßstab in anderen Bauangelegenheiten hätte das Landratsamt vielen „unnützen Flächenfraß“ im Landkreis in den letzten Jahren ablehnen müssen. Zimmer wörtlich: „Wenn eine zwei auf zwei Meter große Kapelle die natürliche Eigenart des Landschaftsbildes gefährdet, dann müssten auf der Stelle alle Bauvorhaben im Landkreis gestoppt werden.“ Er sei jedenfalls gespannt, wie das Landratsamt nun in anderen Bauangelegenheiten im Landkreis, wie der geplanten Recyclinganlage in Bad Reichenhall, dem Kirchholztunnel, dem Containerterminal in Teisendorf oder dem sechsspurigen Ausbau der A 8, argumentieren werde. Weiter findet es Zimmer „interessant“, dass eine bayerische Behörde ausgerechnet eine Kapelle als Bedrohung des Landschaftsbildes deklariert. Merkwürdig findet es Zimmer, dass sich in dieser Angelegenheit bislang weder der Landrat selber als Chef des Landratsamtes, noch ein Vertreter der CSU, also jener Partei, die das Christentum im Namen führe, öffentlich zu Wort gemeldet habe. Er hoffe darauf, dass von dieser Seite in den nächsten Tagen „eine Bewertung des Vorgangs“ erfolge. Wie Zimmer seinen Vorstandskollegen mitteilte, werden sich die Bauern aber weder von der ablehnenden Haltung des Landratsamtes, noch von dem inzwischen erfolgten erstinstanzlichen ablehnenden Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichts in München entmutigen lassen. Wie Zimmer mitteilte, gehen die Bauern in die Berufung. Vielleicht bewirke die Amtsformel „so wahr mir Gott helfe“, mit der die meisten Amtsträger in Bayern ihren Amtseid leisteten, dass dem Anliegen der Bauern doch noch stattgegeben werde. Der Grünen-Kreisvorstand sicherte den Bauern seine volle Unterstützung zu.

Kategorie: Kreisverband, Infrastruktur, Umwelt