30.03.2016, 07:35 Uhr

Etwas mehr Licht als Schatten

Grüne bewerten Strukturbildung in Sachen Markenprozeß. Der große Wurf ist nicht gelungen, aber insgesamt ein Schritt in die richtige Richtung, um den Wirtschaftsraum Berchtesgadener Land zu stärken.

Unterm Strich positiv bewertet Grünen-Kreistagsfraktionschef Dr. Bartl Wimmer die Vorschläge des Lenkungsgruppe zur Bildung einer neuen Struktur in den Bereichen Wirtschafts- und Tourismusförderung im Landkreis.„Der ganz große Wurf ist es  nicht“, so Wimmer in einer ersten Stellungnahme nach der öffentlichen Präsentation der Vorschläge.

Aus seiner Sicht wäre es mutiger gewesen, Wirtschaftsförderung und Tourismusförderung im Landkreis künftig organisatorisch komplett unter einem Dach zusammen zu führen. Der Markenbildungsprozess habe gezeigt, dass ein organisatorisches Nebeneinander der beiden Bereiche keine Sinn mache. Tourismusförderung sei letztlich ein Teilbereich der Wirtschaftsförderung.

Derzeitige Struktur ist völlig ineffizient

Im Markenbildungsprozess sei offenkundig geworden, dass die derzeitige Struktur im Tourismus völlig ineffizient sei. Die Aufstellung dieses Bereiches in zwei Ebenen, zum einen mit der BGLT, die den Tourismusverbänden unterstellt sei, und zum anderen mit den Tourismusbüros, die den Gemeinden unterstellt sei, führe zu Doppelstrukturen und teilweise wenig koordiniertem Arbeiten.

Ein Ergebnis dieser ineffizienten Strukturen sei, dass es im Bereich Tourismus rund 500 verschiedene Broschüren, Faltblätter oder ähnliche Publikationen gebe. Daraus könne sich kein touristisches Profil bilden. Wimmer erinnerte daran, dass die Grünen bei Gründung der BGLT genau vor dieser ineffektiven Doppelstruktur gewarnt habe.

Im Zuge des Markenbildungsprozess habe sich aus seiner Sicht auch gezeigt, dass die Entwicklung eines Markenkerns nur für den Tourismus viel zu kurz greifen würde. Deshalb sei ein Markenkern für den ganzen Wirtschaftsbereich im Landkreis sinnvoll. Der nunmehr vorgestellte Entwurf für eine künftige Organisationsstruktur in der Wirtschafts- und Tourismusförderung trage diesen Erkenntnissen leider nur zum Teil Rechnung.

Es sei aber ein erster Schritt in die richtige Richtung. „Besser der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“, so Wimmer wörtlich.

Mehr Wirtschaftsförderung muss sein

Der Grünen-Kreistagsfraktionschef zeigte sich überzeugt davon, dass auf lange Sicht eine solche einheitliche Struktur kommen müsse und werde. Wimmer wies außerdem darauf hin, dass es in der personellen Besetzung und der finanziellen Ausstattung der beiden Bereiche Tourismusförderung und Wirtschaftsförderung eine eklatante Schieflage gebe. Während der Tourismus bei der Wertschöpfung im ganzen Landkreis bei rund 10 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung liege, flössen geschätzt rund 90 Prozent der finanziellen Aufwendungen im Landkreis in diesen Bereich. In den Gemeinden des nördlichen Landkreises sei diese „Schieflage“ sogar noch extremer. Für ihn sei klar, dass der Einsatz der finanziellen Mittel zur Wirtschaftsförderung im Landkreis deutlich erhöht werden müsse. Anderenfalls werde der Landkreis die rote Laterne bei der Wirtschaftskraft der Landkreise in Oberbayern niemals los werden.

Von: Edwin.Hertlein, Bernhard Zimmer

Kategorie: Kreisverband