05.03.2015, 07:07 Uhr

Grüne wollen weiter bäuerliche Landwirtschaft stärken

Der Kreisverband Berchtesgadener Land von Bündnis 90/Die Grünen setzt weiter auf die bäuerliche Landwirtschaft. Das machte Kreisvorsitzender Dr. Bernhard Zimmer auf der letzten Sitzung des Grünen-Kreisvorstandes deutlich.

Zwar sei der Trend zur industriellen Tierhaltung nach wie vor ungebrochen, bedauerte Zimmer. So habe allein im Bereich der Produktion von Schweinefleisch seit dem Jahr 2000 geradezu ein Strukturbruch stattgefunden. Während rund 80 Prozent der Betriebe in Deutschland ihre Produktion eingestellt hätten, wäre die durchschnittliche Schweinezahl pro Hof von 350 auf unglaubliche 2160 im Jahr 2013 angestiegen. Das bedeute, dass sich die Schweinezahl pro Hof in etwas mehr als zehn Jahren nahezu verzehnfacht habe. Nur mehr 1,5 Prozent der Schweine in Deutschland lebe in Ställen mit weniger als 100 Artgenossen. In den meisten Fällen finde die Produktion von Schweinefleisch also in „Agrarfabriken“ statt, so Zimmer. Damit habe in kürzester Zeit bei der Schweinemast ein Prozess stattgefunden, den man schon von der Produktion von Hühnerfleisch und von Putenfleisch kenne. Dass die agrarindustrielle Fleischproduktion „ihre Tücken habe“, sei längst landläufig bekannt. Zimmer nannte die Themen Grundwassergefährdung und Antibiotikaresistenzen als wichtige Problemfelder.

Es müsse endlich ein Anfang gemacht werden, um den weiteren Vormarsch zur agrarindustriellen Produktion zu stoppen, so Zimmer. Dabei komme dem Verbraucher ein Schlüsselrolle zu. Um die Zusammenhänge zwischen den vielfältigen möglichen Problemfeldern rund um die Agrarindustrie zu verdeutlichen hat der Grünen-Kreisverband für dieses Jahr mehrere Informationsveranstaltungen rund um den Themenbereich Landwirtschaft und Lebensmittel organisiert.

Wie die stellvertretende Grünen-Kreisvorsitzende Gisela Bechmann ausführte, habe bereits eine Veranstaltung zur Problematik der zunehmenden Antibiotikaresistenzen stattgefunden, eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema werde im Herbst folgen.

Am 27. März, Beginn 19:30 Uhr, ist auf der Fürmannalm in Anger eine Kreisversammlung über die vielfältigen Möglichkeiten zur Existenzsicherung der bäuerlichen Betriebe vorgesehen.

Am 21. Mai, ebenfalls Beginn um 19:30 Uhr ist in Teisendorf eine Veranstaltung über das Thema Trinkwasser geplant. Beide Veranstaltungen werden noch gesondert angekündigt. Eine einmalige Chance für die hiesige Landwirtschaft ist nach Ansicht Bechmann´s das Projekt Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel. In diesem Projekt könnten Verbraucher und Landwirte zusammen mit dem Verarbeitungsgewerbe gemeinsam zukunftsfähige Modell der Erzeugung und Vermarktung von gesunden Lebensmitteln in bäuerlicher Hand entwickeln.

Von: Edwin Hertlein

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Kategorie: Kreisverband