22.07.2008, 09:38 Uhr

Grüne für weiteren Ausbau des ÖPNV

Nach Ansicht der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen sollte der Ausbau des ÖPNV in der Region deutliche Priorität vor weiterem Straßenbau haben. Dabei komme vor allem dem Ausbau des Angebotes im Bahnverkehr eine große Bedeutung zu, so Kreisrat Edwin Hertlein auf der letzten Grünen-Kreistagsfraktionssitzung. Ein wichtiger Punkt sei hierbei die Errichtung weiterer Haltepunkte entlang der Bahnstrecke Freilassing-Berchtesgaden.

Klar sei, dass man dabei nicht alle Wünsche zugleich verwirklichen könne. Oberste Priorität hätten derzeit weitere Haltepunkte in Freilassing-Hofham, Bad Reichenhall-Nord und Bad Reichenhall-Mitte. Bei der Errichtung dieser Haltepunkte sei mit dem größten Zuwachs an Fahrgästen auf dieser Strecke zu rechnen. Weitere Haltepunkte wie Hallthurm und Winkl könnten auf weitere Sicht eventuell ebenfalls verwirklicht werden. Ein weiteres wichtiges Projekt zur Attraktivitätssteigerung auf dieser Strecke sei die Verlängerung der Bahnlinie in Berchtesgaden. Mit dieser Verlängerung könnte vor allem die Watzmann-Therme und das Gymnasium ideal an den Zugverkehr angebunden werden. Erfreulich sei, dass mit der Errichtung des dritten Gleises zwischen Salzburg und Freilassing im Jahr 2009 begonnen werde. Die Fertigstellung ist bis spätestens 2013 vorgesehen. Damit werde eine bessere Schienenanbindung nach Salzburg möglich. Auch dieses Projekt werde die Attraktivität des Schienenpersonennahverkehrs im Landkreis weiter steigern. Mit dem Ausbau der Attraktivität des Schienenpersonennahverkehrs werde auch ein Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels geleistet. Kritisch sieht Hertlein den Bau möglicher Containerterminals in Laufen oder Teisendorf. Da der Verkehr für diese Terminals überwiegend in Salzburg und Burghausen entstehen werde, mache eine Containerterminal eher dort Sinn. Eine Absage erteilte Hertlein den Plänen zum durchgängigen sechsspurigen Ausbau der A 8. Vor dem Hintergrund knapper finanzieller Mittel müssten diese auf den Ausbau des ÖPNV konzentriert werden. Zur Verbesserung der Fließfähigkeit des Verkehrs auf dieser Strecke gebe es durchaus Alternativen. Hertlein begrüßte in diesem Zusammenhang den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Tiefensee zur Einführung eines LKW-Überholverbotes auf vierspurigen Autobahnen. Mit dieser Maßnahme ließe sich die Staugefahr auf der A 8 deutlich vermindern. Auch die Einführung eines durchgängigen Tempolimits von 120 Stundenkilometern auf der Stecke zwischen Bernau und Bundesgrenze würde den Verkehr flüssiger machen. Neben dem Verkehr befasste sich die Grünen-Kreistagsfraktion auch mit dem Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft. Kreistagsvorsitzender Franz Eder bedankte sich bei den Bauern im Landkreis, dass diese nunmehr selber die Initiative zur Schaffung einer gentechnikfreie Anbauzone ergriffen hätten. Leider sei ja vor einigen Jahren eine Initiative der Grünen mit dem selben Ziel im Kreistag abgelehnt worden. Eder äußerte die Hoffnung, dass die Initiative der Bauern auch dazu führen könne, die CSU-Staatsregierung von ihrer bisherigen Pro-Gentechnik-Haltung in der Landwirtschaft abbringen. In Deutschland gebe es nämlich nur noch in den Bundesländern Sachsen und Bayern Gentechnikfreiflächenversuche auf Feldern der jeweiligen Landesregierungen.

Von: eh
Kategorie: Kreisverband