15.01.2015, 08:06 Uhr

Grüne wegen Grundwasser in Sorge

Mit Sorge sehen Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis die Entwicklung beim Grundwasser im Norden des Landkreises Berchtesgadener Land. Aktueller Anlaß ist eine Risikoanalyse des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU).

Mit Sorge sehen Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis die Entwicklung beim Grundwasser im Norden des Landkreises Berchtesgadener Land. Aktueller Anlaß ist eine Risikoanalyse des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU).

Nach dieser Analyse könnte 38 Prozent des Grundwassers in Bayern im Jahr 2021 mit Giftstoffen belastet sein. Nach der Risikostudie wäre auch ein großer Teil des nördlichen Landkreises betroffen. Hauptgrund für den möglichen Anstieg der Belastungen ist aus Sicht des LfU der weiter expandierende Maisanbau und die immer größer werdenden Viehställe in der Landwirtschaft.

Für Grünen-Kreistagsfraktionschef Dr. Bartl Wimmer ist die Risikoanalyse des LfU ein Warnschuss, der umgehend zu Konsequenzen führen muß. Auf einer Sitzung der Grünen-Kreistagsfraktion vertrat Wimmer die Ansicht, dass der Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft vermindert werden müsse. Das Gebot der Stunde sei eine Extensivierung und Ökologisierung der Landwirtschaft.

Hierzu sollten alle möglichen gesellschaftlichen Akteure einen Beitrag leisten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher seien aufgefordert, beim Einkauf ihrer Nahrungsmittel nicht in erster Linie auf einen möglichst billigen Preis zu achten.

Billige Lebensmittel gebe es nur zu Lasten der Umwelt und des Tierwohls, so Wimmer. In der Politik müssten die Weichen dafür gestellt werden, dass die Logik der letzten Jahrzehnte in der Landwirtschaftspolitik mit ihrem Credo des „Wachsen oder Weichen“, was zwangsläufig zur weiteren Intensivierung in der Landwirtschaft geführt habe, durchbrochen werde.

Die Initiative „Ökomodellregion Waginger See/Rupertiwinkel“ sei hier ein Erfolg versprechender Ansatz. Die Bauern selber seien dazu aufgerufen, die Chancen einer Ökologisierung der Landwirtschaft „beim Schopf zu packen“. Die stellvertretende Grünen-Kreisvorsitzende Elisabeth Hagenauer wies darauf hin, dass der Landkreis Berchtesgadener Land zur Zeit zwar noch weit entfernt von „Niedersächsischen Verhältnissen“ sei. Das Beispiel des im letzten Jahr beantragten Putenmaststalles für 9.000 Puten in der Gemeinde Teisendorf, in unmittelbarer Nähe zum Einzugsgebiet zu den Trinkwasserquellen der Stadt Freilassing, zeige aber, dass auch „an die Tür des Berchtesgadener Landes die industrielle Landwirtschaft anklopfe“. Im Übrigen sei trotz des derzeitigen Fehlens von Tiermastgroßbetrieben in einigen Bereichen des Landkreises die Viehbesatzdichte zu hoch.

Grünen-Kreisrat Franz Eder bedauerte, dass sich eine knappe Mehrheit des Stadtrates in Laufen nicht zu einer Kooperation mit dem Trinkwasserversorger der Stadt Oberndorf durchringen habe können. Die Nitratbelastung des Oberndorfer Wassers sei deutlich niedriger als das der Surgruppe, von der die Stadt Laufen nun weiterhin einen großen Teil ihres Trinkwassers beziehe.

Von: Edwin Hertlein

Kategorie: Kreisverband, Laufen