16.01.2014, 21:02 Uhr

Edwin Hertlein will Bürgermeister in Teisendorf werden

Mit einer kompletten Mannschaft von 20 Kandidatinnen und Kandidaten gehen die Teisendorfer Grünen in die Kommunalwahlen im März.

Mit einer kompletten Mannschaft von 20 Kandidatinnen und Kandidaten gehen die Teisendorfer Grünen in die Kommunalwahlen im März.

Zur Aufstellung dieser Liste und der Ermittlung ihrer Reihenfolge trafen sich die angehenden KandidatInnen um die Gemeinderäte Edwin Hertlein und Matthias Spiegelsperger mit dem Kreisvorsitzenden, Dr. Bernhard Zimmer, der als Sitzungsleiter fungierte, neulich im Gasthaus Helminger in Rückstetten.

Nach der Begrüßung und seinem Dank, dass sich so viele bereitgefunden haben für die Grünen in der Gemeinde Teisendorf in die Kommunalwahlen zu ziehen, erklärte Dr. Zimmer die formelle Prozedur der Aufstellung und der Formalitäten dafür.  Bei den Wahlen am 16. März wollen die Grünen aber nicht nur für die Posten von Gemeinderäten kandidieren, sondern auch einen Kandidaten für die Position im Bürgermeisteramt küren.

Ein Kandidat dafür war schnell gefunden, nämlich der langjährige Gemeinderat der Grünen, Edwin Hertlein.  Die Abstimmung für die Akzeptanz Hertleins als Kandidat für das Bürgermeisteramt war dann auch sehr eindeutig und ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen. 

Teisendorf - liebens- und lebenswert erhalten

In seiner Vorstellung meinte Hertlein, die Gemeinde Teisendorf sei eine sehr liebens- und lebenswerte Kommune mit ebenso liebenswerten Menschen.  Schon vor seiner Zeit als Gemeinderat und auch seither, habe er aber feststellen müssen, dass Weichen für den Erhalt und die Zukunft der Gemeinde seiner Meinung nach zu oft falsch gestellt würden. 

Zu oft ließen die Beschlüsse von anderen, vor allem der großen Fraktionen im Gemeinderat erkennen, dass sie Größe über Qualität stellten. 

Die vorgegebene Richtung gehe zu immer größeren Projekten, deren Nutzen für die Gemeinde kaum hinterfragt werde.  Als Beispiele nannte Hertlein das „Aventura“ Projekt in Neukirchen und eine, mit vielen bautechnischen Schwierigkeiten verbundene und sehr teure weitere Autobahn-Anbindung bei Freidling.  Mit dem Aventura Projekt würden die Geschäftsflächen in der Gemeinde auf einen Schlag verdoppelt, sagte Hertlein.  Zu denken dies würde keine Auswirkungen auf die existierenden Geschäfte haben wäre absurd, meinte der Bürgermeister-Kandidat der Grünen.  Zudem seien die Pläne für solche Megaprojekte, wie das Güterterminal, zumeist schon von vorneherein zum Scheitern verurteilt.  Mit Projekten, die dem Ortskern dienen würden ginge es sehr schleppend voran, monierte Hertlein.  „Wir brauchen keine Megaprojekte, sondern sollten uns auf die Entwicklung des vorhandenen Potenzials, Bürgernähe und realistische, Arbeitsplätze schaffende Projekte konzentrieren“.  Solche Projekte würden die Lebensqualität und die Zukunfts-Sicherheit der Bürger weiter steigern.  Als Beispiel nannte Hertlein hier die zwei Bürger-Sonnenkraftwerke, sowie die Hackschnitzelwerke in Wimmern und Oberreit, zu deren Errichtung die Grünen den Vorschlag geliefert hätten. 

Hertlein meinte auch, bezüglich der Landwirtschaft in der Gemeinde kämen zu wenige Vorschläge und Impulse von der Kommune.  Es sollte vielmehr darauf geachtet werden, wie Landwirtschaft betrieben wird.  Da gebe es ein Umdenken und die kleinstrukturierte, bäuerliche und ökologische Landwirtschaft in der Gemeinde sollte besser gefördert werden.  Bei den Parteien, die im Rathaus das Sagen haben zählten nur Gewerbegebiete, während landwirtschaftliche Flächen vernachlässigt würden.  Hertlein meinte auch die Infrastruktur der Gemeinde sollte verbessert werden, mit dem Ausbau des schnellen Internets, das sei maßgebend, damit das hiesige Gewerbe nicht abgehängt werde in Punkto Wettbewerbsfähigkeit und Weiterentwicklung.  Als überragendes Thema für seine Kandidatur gelte; „Augenmaß statt Größenwahn“, sagte Hertlein abschließend.

Natürlich wird Hertlein nicht nur als Bürgermeister-Kandidat in den kommunalen Wahlkampf ziehen, sondern auch als Spitzenkandidat der Liste der Grünen.  Diese Liste ist diesmal auch vollständig gefüllt, was, wie Dr. Zimmer sagte Stärke zeige und dafür sorge, das Stimmenpotenzial voll auszuschöpfen.  Bei der Selbst-Vorstellung der Kandidaten wurde offenbar, dass die Grünen auch als Mannschaft eine klare Linie verfolgen.  Diese richtet sich zwar hauptsächlich, wie immer, an den ureigenen Anliegen der Grünen, für mehr Ökologie und Umweltbewusstsein aus, aber auch an Dingen, bei denen die Grünen bisher nicht so sehr punkten konnten.  Die zweite auf der Liste, Gisela Bechmann, sagte sie habe sich durch die vielen Aktionen und das große Engagement der Grünen für die Umwelt und lokale, überschaubare Strukturen zu ihnen hingezogen gefühlt und innerhalb der Partei gefunden, dass sie mit ihren Anliegen, wie der Prävention des Tetrafunks, offene Türen einrannte.  Dem vierten auf der Liste der Grünen, Hans Eisenbichler, liegen, wie Spitzenkandidat Hertlein die Erhaltung und Förderung von lokalen Einrichtungen, Geschäften und Gewerben besonders am Herzen.  Eisenbichler möchte auch beweisen, dass es nicht stimme, wenn den Grünen vorgeworfen werde, sie hätten kein Gespür für Geschäftliches und könnten nicht gut wirtschaften.  Insbesondere der dritte auf der Liste, Gemeinderat Matthias Spiegelsperger, selbst Biobauer, und die achte, Elisabeth Aschauer, Milchbäuerin in Gumperting, möchten ihre Stimmen als Vertreter der Landwirtschaft verstärkt im Gemeinderat hören lassen.  Elisabeth Aschauer sagte in ihrer Vorstellung, sie wolle in der ländlich geprägten Gemeinde als Frau und Milchbäuerin-Kandidatin besonders für deren Belange eintreten.

Nach kleinen Justierungen, durch die auf Befindlichkeiten der Kandidaten eingegangen wurde, fand die Block-Abstimmung der Liste statt.  Sie wurde von den Anwesenden ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen abgesegnet.  Der als Wahlleiter fungierende Edwin Hertlein dankte, wie auch Kreissprecher Dr. Bernhard Zimmer, den Kandidaten für ihre zur Verfügung-Stellung und ihr Engagement und beide wünschten einen guten, erfolgreichen Wahlkampf.  Die Liste der Kandidaten ist wie folgt: 1. Edwin Hertlein, 2. Gisela Bechmann, 3. Matthias Spiegelsperger, 4. Hans Eisenbichler, 5. Andreas Lindner, 6. Wolfgang Uxa, 7. Rudi Kullak, 8. Elisabeth Aschauer, 9. Robert Strauß, 10. Iris Nowak, 11. Maxx Pastötter, 12. Christa Ertl, 13. Manfred Perchermeier, 14. Brigitte Lex, 15. Jutta Staudt-Franzen, 16. Petra Pföß, 17. Rainer Eberlein-Käufl, 18. Norbert Kuhn, 19. Christian Pößnecker, 20 Simon Angerpointner und als Reservekandidat, Hermann Sandmeir.

Von: Alois Albrecht, Bernhard Zimmer

Kategorie: Kreisverband, Teisendorf