09.09.2013, 08:02 Uhr

Besuch der Firma Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG

Mitglieder von Bündnis90/Die Grünen besuchten die Firma Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG in Pietling. Bernd Rosenberger stellte ihnen in einer Präsentation die aktuellen Geschäftsbereiche Telekommunikation, Kfz-Elektronik, Messtechnik und Medizintechnik vor. Die Firma ist überall dort gefragt, wo Technologie in höchster Präzision für die Signalübertragung durch Steckerverbindungen erforderlich ist.

Sie hat – nicht zuletzt wegen der gestiegenen Nachfrage im Elektromobilbereich - in den letzten Jahren stark expandiert und Fertigungs- und Montagestandorte sowie Vertriebsniederlassungen in Asien, USA und Südamerika gegründet. „Die Werksgründung in Brasilien wurde notwendig unter anderem wegen der enorm hohen Einfuhrzölle. Als Zulieferer kommt man nicht umhin sich in der Nähe der Produktionsstätten der Kunden niederzulassen“, so Rosenberger. Das Problem mit Plagiaten sieht er eher gelassen. „Höchsttechnologie zu kopieren ist sehr schwer, kein Vergleich mit dem Fälschen von Modeartikeln.“ Der Umsatz belief sich im vergangenen Jahr auf 483 Mio. Euro, davon wurde der größte Anteil mit 27% in Asien erzielt und mit 25% in den USA. Auf Deutschland entfielen 20% des Gesamtumsatzes.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 5.000 Mitarbeiter, darunter 1.200 am Stammwerk in der Gemeinde Fridolfing. Ilse Englmaier warf ein, dass sich die Firma in gut fünfzig Jahren von einer kleinen Schlosserei zu einem Weltmarktführer bei Steckverbindungen entwickeln konnte, sei sicher nicht zuletzt dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich die drei Brüder in ihren Interessen und Kenntnissen so gut ergänzen. Dem konnte der technische Leiter der Firma nicht widersprechen. Während sich der älteste Bruder Hans, der mehrere Fremdsprachen fließend beherrscht, um Vertrieb und Marketing kümmert, steht der elektronikbegeisterte Bernd Rosenberger der Abteilung Forschung und Entwicklung vor. Der jüngste Bruder Peter betreut das operative Geschäft. Vor ein paar Jahren wurde der Vorstand mit Dr. Tosja Zywietz noch um einen vierten Geschäftsführer erweitert.

Von Dr. Bartl Wimmer angesprochen auf das Thema Tetrafunk erwiderte Bernd Rosenberger, dass er das weitaus größere Problem in der Qualität der Mobiltelefone sehe. Aus Designgründen werde auf die Antenne am Gerät nahezu verzichtet, so dass der Empfang sehr stark eingeschränkt sei und somit eine entsprechend hohe Sendeleistung der Basisstationen erforderlich werde. Neben möglichen gesundheitlichen Auswirkungen ergebe sich ein unnötig hoher Stromverbrauch. Die Effizienzsteigerung ist einer der wichtigsten Grundsätze des Vorstandmitglieds: „Energiereduktion bedeutet nicht Qualitätsminderung!“ Auf die Frage nach Wünschen zur Weiterentwicklung der Infrastruktur entgegnete Bernd Rosenberger, dass es hierzu keine Probleme gebe. Er bedauere lediglich, dass der Gütertransport zum Flughafen nur noch auf der Straße über LKW statt findet.

Die anschließende Führung durch die verschiedenen Abteilungen endete in der Lehrwerkstatt. Hier stehen achtzig Ausbildungsplätze zur Verfügung. Des weiteren können Schüler und Schülerinnen in so genannten Schnupperwochen Praktika in den verschiedenen Abteilungen absolvieren. Studierenden aus den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften wird die Möglichkeit geboten Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten zu erstellen sowie als Werksstudenten oder Praktikanten zu arbeiten. Die Firma hat immer Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern, da auch die Automatisierung von Arbeitsprozessen fundiertes Wissen und Sachverstand nicht ersetzen kann. Allerdings spüre man schon die Verschlechterung der Schulausbildung beispielsweise beim Rechnen und bei der Rechtschreibung, räumte der Geschäftsführer ein. Bei der Verabschiedung verriet Bernd Rosenberger den Besuchern noch das „Erfolgsgeheimnis“ des Unternehmens: „Wir legen nicht Wert auf Hierarchien sondern auf Kompetenzen!“

Der Technische Geschäftsführer Bernd Rosenberger mit den „Grünen“ Dr. Bartl Wimmer, Direktkandidat für den Landtag, und Ilse Englmaier, Direktkandidatin für den Bezirkstag.

Kategorie: Wirtschaft, Kreisverband