21.07.2008, 16:40 Uhr

Ein »konservativer Rebell« mit Respekt vor der Natur

Energiewende, Gentechnik und Schulpolitik: Sepp Daxenberger will als Landeschef der Grünen bei den Landtagswahlen im Herbst die Zehn-Prozent-Marke überspringen.

Berchtesgaden - In der Ruhe liegt die Kraft. Und in der Aufmerksamkeit. Sepp Daxenberger kann gut zuhören, was nicht das Markenzeichen eines jeden Politikers ist. Er schafft es, einen Zehn-Stunden-Einsatz auf dem Bulldog seines Bauernhofs mit der mitunter trockenen Analyse des grünen Parteiprogramms in Einklang zu bringen. Der »Spiegel« hat Daxenberger als »grünen Guerillero« und »schillerndsten Politiker« seiner Partei bezeichnet. Der 46-Jährige ist Bio-Bauer auf einem Hof mit 30 Rindern in Waging, war bis 2008 Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde und nimmt jetzt als Landeschef der bayerischen Grünen Kurs auf die Landtagswahl 2008. Beim Interview mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« wirkt der dreifache Familienvater gelassen und doch energisch, so etwa als das Thema auf den neuerlich aufgeflammten »Kruzifix-Streit« oder die Energiewende kommt. Der gelernte Schmied Sepp Daxenberger war schon 1990 bis 1996 Mitglied im Bayerischen Landtag, 2006 wurde er auf der Landesdelegiertenkonferenz der Grünen trotz krankheitsbedingter Abwesenheit mit 93 Prozent zum Spitzenkandidaten der Partei für die diesjährige Landtagswahl gekürt. Sein Ziel: ein Direktmandat.

 

 Hier lesen Sie : »Das aktuelle Interview« des Berchtesgadener Anzeiger

 

 

Von: Dr. Iris Melcher

»Wir sind nicht mehr so abgehoben wie früher, aber auch noch nicht populistisch«, skizziert Sepp Daxenberger das Selbstverständnis der Grünen. Seine Partei habe sich gerade in Bayern vom »Kellerkind« zur wählbaren Alternative der CSU gemausert. (Foto: Anzeiger)

Kategorie: Kreisverband, Berchtesgadener Tal