10.04.2012, 09:12 Uhr

Energiewende ist auf dem Weg

Die Energiewende in der Marktgemeinde ist aus Sicht der Teisendorfer Grünen schon ein gutes Stück vorangekommen. Diese Meinung vertrat Marktgemeinderat Edwin Hertlein auf der letzten Ortsversammlung. Als Beispiel führte Hertlein unter anderem den hohen Anteil an Sonnenstrom an, der in der Marktgemeinde erzeugt werde.

Immerhin schon rund 7,5 Megawatt an Leistung wären im Gemeindegebiet installiert. Das sei ein Wert, der weit über dem Bundesdurchschnitt liege. Im Landkreis Berchtesgadener Land liege Teisendorf damit auf Platz eins. Hertlein zeigte sich davon überzeugt, dass dieser gute Wert auch der intensiven Öffentlichkeitsarbeit rund um das erste Bürgersonnenkraftwerk in Teisendorf zu verdanken ist. Dass aber selbst bei diesem Wert noch „Luft nach oben“ wäre, zeige ein Vergleich mit den Gemeinden im Nachbarlandkreis Traunstein. Dort läge die Marktgemeinde mit ihrem Wert „nur im Mittelfeld“. Auch in anderen Bereichen der Erneuerbaren Energien sei in den letzten Jahren in Teisendorf einiges vorangebracht worden. Etwa mit den Hackschnitzelheizungen der Gemeinde oder der Anlage der Firma Wieninger. Auch die Gemeinschaftsanlage im Ortsteil Wimmern sei ein „Vorzeigeobjekt“. Auch einige Biogasanlagen seien in Betrieb. Sogar bei der Nutzung der Wasserkraft konnte Dank einer Privatinitiative etwas bewegt werden. Beim Thema Windenergie sieht Hertlein aber noch Nachholbedarf in der Marktgemeinde. Er hoffe, dass es in absehbarer Zeit gelinge, entsprechende Anlagen in Betrieb zu nehmen. Die zweite wichtige Säule bei der Energiewende ist für das Grünen-Kreisvorstandsmitglied das Energiesparen. Auch wenn es hier ebenfalls schon „Vorzeigeobjekte“, etwa im Bereich Wärmedämmung, gebe, sehe er noch erheblichen Handlungsbedarf. Bedauerlicherweise sei bei der Generalsanierung des Schulstandortes Teisendorf auf eine energetische Sanierung komplett verzichtet worden. Damit habe man es auch versäumt, eine wichtig Vorbildfunktion zu übernehmen. Zum Energiesparen gehöre ausserdem der Bereich der Umrüstung von Haushaltsgeräten und von sonstigen Geräten mit Stromverbrauch. Und schließlich und letzten Endes sollte in dem einen oder anderen Fall auch an eine Änderung von Verhaltensmassregeln und Gewohnheiten gedacht werden, um Energie zu sparen. Dass die Energiewende notwendig sei, müsse spätestens nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima eigentlich jedem Bürger klar sein. Die Atomenergie sei keine Zukunftstechnologie. In Bezug auf die Debatte um die Solarstromförderung merkte Hertlein an, dass in die Atomenergie bis zum heutigen Tag eine erheblich größere Summe geflossen sei als in alle Erneuerbaren Energien zusammen. Dabei könne noch niemand abschätzen, wie hoch die Subventionen für die Atomenergie letztlich sein werden. Gebe es doch noch immer kein Endlager und sei daher die Summe, die für ein funktionstüchtiges Endlager ausgegeben werden müsse, noch völlig unklar. Interessant sei, dass vor einigen Wochen deutscher Solarstrom nach Frankreich „geflossen“ sei, weil dort wegen der großen Kälte die Atomreaktoren nicht genügend Strom erzeugen konnten.

Kategorie: Energie, Teisendorf, Nachhaltigkeit, Umwelt