08.02.2011, 19:16 Uhr

Grüne für RegionalStadtbahn und schnelles Internet

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat sich für eine rasche Realisierung der geplanten RegionalStadtBahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich und einen angemessenen Ausbau des schnellen Internets ausgesprochen. Wie Fraktionssprecher Dr. Bartl Wimmer auf einer Fraktionssitzung ausführte, wären beide Projekte von hoher Priorität und stellten aus grüner Sicht echte „Leuchtturmprojekte“ für die Entwicklung der Region im allgemeinen und für die heimische Wirtschaft im Speziellen dar. Das Berchtesgadener Land gehöre zweifellos zum Einzugsgebiet der „Metropole“ Salzburg.

Deshalb sei die Verzahnung der Planungen diesseits und jenseits von Salzach und Saalach, wie es derzeit im Zusammenhang mit dem Masterplan Salzburg geschehe, sinnvoll und nötig. Aus dieser planerischen Zusammenarbeit müsse aber auch zwangsläufig eine Zusammenarbeit bei der Realisierung von Projekten erwachsen. Ein solches Projekt könne die RegionalStadtBahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich sein. Die Entwicklung einer Region stehe in engem Zusammenhang mit der Qualität seines öffentlichen Verkehrs, zeigte sich Wimmer überzeugt. Es sei daher zu begrüssen, dass der Landkreis Berchtesgadener Land und zahlreiche Städte und Gemeinden im Landkreis sich dazu entschlossen hätten, das Projekt zu unterstützen. Der Vorteil des Konzeptes einer RegionalStadtBahn bestehe in der Verknüpfung von Elementen einer Strassenbahn mit Elementen einer Volleisenbahn. Das führe zu geringeren Haltestellenabständen. Eine Feinverteilung durch einen Bus sei nur mehr in Querrichtung nötig. Parallele Busverkehre in Längsrichtung zu den Schienenstrecken könnten entfallen. In der Region Karlsruhe werde bereits seit vielen Jahren ein solches RegionalStadtBahn-Konzept erfolgreich umgesetzt. Von einer Umsetzung der Pläne in der heimischen Region verspricht sich Wimmer eine nachhaltige Belebung der Wirtschaft und des Tourismus. Arbeitsplätze würden geschaffen beziehungsweise gesichert. Gleichzeitig könnten die Kohlendioxid-Emissionen gesenkt werden. Ein wichtiges Projekt im Rahmen der Umsetzung sei die Wiederrichtung der Bahnlinie Salzburg-Berchtesgaden-Königssee. Entscheidend für die Gesamtumsetzung werde sein, in welchem Mass sich die beteiligten Kommunen finanziell in das Projekt ein brächten. So sei daran gedacht, eine Infrastruktur GmbH zu schaffen, deren Gesellschafter die Gebietskörperschaften der Region sein sollen. Ein weiteres vorrangiges Infrastrukturprojekt für unseren Landkreis ist nach Meinung Wimmers der Ausbau des schnellen Internets. Der Grünen-Kreistagsfraktionschef stellte dabei klar, dass der einzig sinnvolle Weg zu einem ausreichenden Zugang zum schnellen Internet nur über Glasfaserkabel führe. Alle anderen Lösungen seien nicht geeignet, der heimischen Wirtschaft ausreichend gute Voraussetzungen in diesem Bereich zu gewährleisten. Äusserungen von Verantwortlichen aus dem Landkreis, dass die Situation hierzulande nicht so schlimm sei, wie vielfach dargestellt, seien nicht hilfreich und zeugten von Inkompetenz bei dieser Thematik. Tatsächlich hinke der Landkreis im Vergleich zu anderen Regionen „meilenweit“ hinterher. So habe das von ihm geführte Unternehmen, ein Labordienstleister mit inzwischen mehr als 5500 Beschäftigten, am Standort Augsburg vor kurzem ein modernes Rechenzentrum errichten lassen. Dort arbeiteten inzwischen mehr als 100 hochqualifizierte Mitarbeiter aus dem Bereich IT. Für dieses Rechenzentrum werde eine Up- und Downloadkapazität aus dem Netz von rund 300 Megabit pro Sekunde benötigt. Solche Netzzugangskapazitäten seien inzwischen nicht nur für Betriebe aus der IT-Branche zwingend notwendig. Eine solche Kapazität sei nirgendwo im Landkreis vorhanden. Wohin die Reise beim schnellen Internet gehe, zeige die Stadt München. Die Stadtwerke München bauten derzeit in der Innenstadt ein Glasfasernetz mit einer möglichen Up- und Downloadgeschwindigkeit von 10.000 Megabit pro Sekunde. Vor diesem Hintergrund sei das Ziel der Bayerischen Staatsregierung, bis Ende 2011 im ganzen Freistaat ein Internet mit Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens einem Megabit pro Sekunde realisieren zu wollen, „ein Witz“. Auch in diesem Bereich versage die Staatsregierung beim Versuch, für gleiche Lebensbedingungen zwischen Stadt und Land zu sorgen. Auch wenn der „schwarze Peter“ beim mangelhaften Ausbau bei der Staatsregierung und den Netzbetreiberfirmen liege, müssten die Kommunen handeln. Ansonsten werde der Landkreis in der wirtschaftlichen Entwicklung weiter Schlusslicht in Oberbayern bleiben. Er könne sich beispielsweise gemeinsame Ausschreibungen mehrerer Gemeinden, auch unter Beteiligung des Landkreises, zur Schaffung eines ausreichenden Netzzugangs beim schnellen Internet im Landkreis vorstellen, so Wimmer abschliessend.

Von: eh
Kategorie: Kreisverband, Infrastruktur