12.06.2013, 13:38 Uhr

KandidatInnen zu den Wahlen im Herbst stellen sich vor: Grüne besichtigen Haus der Berge

Für Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land ist das Haus der Berge ein „echtes Juwel“ für Einheimische wie für Touristen geworden. So jedenfalls äusserte sich Grünen-Kreistagsfraktionschef Dr. Bartl Wimmer, und als Berchtesgadener Marktgemeinderat ein Stück weit „mitverantwortlich“ für das Flächenangebot des Hauses, anlässlich eines Informationsbesuches des Grünen-Kreisverbandes im vor kurzem neu eröffneten Nationalparkinformationszentrum.

Bei diesem Besuch wurden zugleich auch die Grünen-Bewerber für die Wahlen im September in Berchtesgaden vorgestellt. Wimmer liess die Geschichte der Errichtung des Hauses Revue passieren und erinnerte daran, dass der frühere bayerische Finanzminister Faltlhauser als Eigentümer des Geländes ursprünglich erzwingen wollte, dass nur ein Teil der jetzt zur Verfügung stehenden Fläche für das Haus der Berge bereit gestellt wird. Faltlhauser wollte durchsetzen, dass auf der Hälfte der Fläche ein Supermarkt errichtet wird. Doch der Berchtesgadener Marktgemeinderat habe sich mehrheitlich diesen Plänen widersetzt und mittels seiner Planungshoheit eine solche „Supermarkt-Bebauung“ verhindert. Faltlhauser habe sich dann „zähneknirschend“ doch den Wünschen der Gemeinderatsmehrheit gebeugt und das ganze Gelände für den Bau des Hauses der Berge zur Verfügung gestellt. Dieses Beispiel zeige, so Wimmer, dass man als Kommunalpolitiker sehr wohl etwas positives erreichen könne, wenn man beharrlich bleibe. In seiner Vorstellung als Direktkandidat für die Landtagswahl spannte Wimmer einen Bogen von den Auseinandersetzungen um eine geplante Seilbahn auf den Watzmann bis zur aktuellen Olympiabewerbung. Man könne sich heute kaum vorstellen, dass es vor mehr als vier Jahrzehnten tatsächlich Pläne zu Errichtung einer solchen Seilbahn auf den Watzmann gegeben habe. Diese Seilbahnpläne seien sein Schlüsselerlebnis zu seinem späteren politischen Engagement gewesen. Die Alpenvereinssektion Berchtesgaden sei in dieser Frage gespalten gewesen. Während die „mittelalten“ Mitglieder für diese Bergbahn gewesen wären, habe es interessanterweise eine „Koalition“ zwischen den ganz jungen und den ganz alten Alpenvereinsmitgliedern gegeben, die dieses Pläne vehement abgelehnt hätten. Die Realisierung dieses Projektes hätte erheblich Auswirkungen auf den Nationalpark gehabt. Ebenso die spätere erste Olympiabewerbung. Dass man sich aktuell schon wieder mit einer weiteren Olympiabewerbung auseinandersetzen müsse, sei für ihn ein besonderes „Dejavu“-Erlebnis. Er hoffe, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Berchtesgadener Land bei dem für November geplanten Bürgerentscheid diese erneute Bewerbung ablehne. Nach wie vor geriere sich das IOC wie eine Art ausserdemokratische Organisation und beanspruche für sich in ihren Verträge den Veranstaltern gegenüber ungeheure Sonderrechte. Teilweise werde in diesen „Knebelverträgen“ gültiges Recht des jeweiligen Veranstalterlandes ausser Kraft gesetzt. Zudem würden alle finanziellen Risiken ausschliesslich den Veranstaltern übertragen. Deshalb seien Olympische Winterspiele in der Vergangenheit für die jeweiligen Veranstalter zumeist Verlustgeschäfte gewesen. Für seine Landtagskandidatur ergebe sich aus seinen eigenen politischen Erfahrungen der Alpenschutz als ein zentrales Thema. Weitere Themen seien aufgrund seiner beruflichen Erfahrung als Unternehmer und Laborarzt die Bereiche Gesundheitspolitik und die Wirtschafts- und Finanzpolitik. Grünen-Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat Prof. Dr. Bernhard Zimmer stellte seinen Bezug zum Haus der Berge über seine Ausbildung als Forstwirt her. Ausserdem sei er dem Thema Nachhaltigkeit, einem zentralen Thema im Haus der Berge, als Gründer und Leiter des Bayerischen Institutes für nachhaltige Entwicklung verpflichtet. Ein zentraler Bestandteil seiner beruflichen Arbeit sei die Erstellung von Ökobilanzen für Produkte. Auch politisch fühle er sich diesem Thema verbunden. Zimmer verwies darauf, dass er am Landkreiskonzept zur Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien in leitender Funktion mitgewirkt habe. Die Energiewende werde eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahrzehnte sein. Die gegenwärtige Bundesregierung sei drauf und dran, die Energiewende „in den Sand zu setzen“. Deshalb müssten hier „Profis ran“. Auch in den Bereichen Verkehr und Landwirtschaft müsse dringend umgesteuert werden, so Zimmer abschließend. Als Direktkandidatin zur Landtagswahl im Stimmkreis Traunstein stellte sich Gisela Sengl aus Sondermoning, einem Ortsteil der Gemeinde Nussdorf im Landkreis Traunstein vor. Sie betreibt zusammen mit ihrem Mann einen Biobauernhof und einen Bioladen. Naturgemäss sind ihre Hauptthemen daher die Landwirtschaft und der Verbraucherschutz. Als Listenkandidat zur Landtagswahl präsentierte sich Georg Linner aus Laufen. Der Stadtrat kümmert sich als Landwirtschaftsingenieur ebenfalls um den Schwerpunkt Landwirtschaftspolitik. Elisabeth Hagenauer kandidiert als Listenkandidatin für die Bezirkstagswahl. Ihr Schwerpunkt als Freilassinger Stadträtin und Kreisrätin ist das Thema Psychiatrie. Als Direktkandidatin für die Bezirkstagswahl kandidiert die Diplom-Biologin Ilse Englmaier, die aber krankheitsbedingt die Veranstaltung kurzfristig absagen musste. Nach der Vorstellungsrunde gab es einen Rundgang durch das Haus der Berge, der die zahlreichen Teilnehmer an der Veranstaltung nachhaltig beeindruckte. Alle Besucher waren sich darin einig, dass das Haus der Berge (nicht nur) einen Besuch wert ist.

Stellten sich anlässlich eines Besichtigungstermins im Haus der Berge den Besuchsteilnehmern vor: Dr. Bartl Wimmer, Gisela Sengl, Georg Linner, Elisabeth Hagenauer, Prof. Dr. Bernhard Zimmer.

Zahlreiche Besucher verfolgten die Ausführungen der KandidatInnen.

Kategorie: Kreisverband, Bernhard Zimmer, Bartl Wimmer, Bildung, Umwelt, Berchtesgadener Tal