28.11.2014, 14:53 Uhr

Alle Krankenhausstandorte sollen in kommunaler Trägerschaft erhalten bleiben

Die Kreistagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein haben sich angesichts der aktuell laufenden Debatten um die Zukunft der Kliniken Südostbayern auf einer gemeinsamen Sitzung für einen Erhalt aller Krankenhausstandorte und eine Fortführung der Trägerschaft der beiden Landkreise ausgesprochen.

Die Kreistagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein haben sich angesichts der aktuell laufenden Debatten um die Zukunft der Kliniken Südostbayern auf einer gemeinsamen Sitzung für einen Erhalt aller Krankenhausstandorte und eine Fortführung der Trägerschaft der beiden Landkreise ausgesprochen. Wie Dr. Bartl Wimmer, Vorsitzender der Grünen-Kreistagsfraktion Berchtesgadener Land, ausführte, wären die Kliniken aktuell in einer äußerst schwierigen Lage. Ohne eine Kapitalspritze der beiden Landkreise drohe die Insolvenz. Die Ursachen für die finanzielle Schieflage seien zum Teil hausgemacht, zum Teil den Rahmenbedingungen in der Gesundheitspolitik geschuldet. Im Kern wären die Kliniken aber ein Unternehmen, das sanierungsfähig sei.Das bereits beschlossene Sanierungskonzept müsse aber entschlossener als das in der Vergangenheit geschehen sei umgesetzt werden. Seiner Ansicht nach hätten die größeren Häuser des Verbundes das Potential für deutlich schwarze Zahlen, wodurch sich die Defizite der kleineren Häuser ausgleichen ließen. Während ein privater Krankenhausträger ohne Rücksicht auf lokale Gegebenheiten ausschließlich auf die Rendite schaue, gehe es einem kommunalen Träger auch um eine möglichst flächendeckende Versorgung mit wohnortnahen Krankenhausbetten. Eine solche Vorhaltung „in der Fläche“ werde aber derzeit von den Kostenträgern nicht ausreichend vergütet. Dr. Michael Hüller, Mitglied der Traunsteiner Grünen-Kreistagsfraktion und Mitglied der Aufsichtsrates der Kliniken, ergänzte, daß man die Kliniken durchaus mit einem menschlichen Organismus vergleichen könne. Sei die Funktion eines Organes oder einer Gliedmaße gestört, müsse diese Störung nicht unbedingt von dem betreffenden Organ oder der betreffenden Gliedmaße ausgehen. Genauso wie in so einem Fall das Entfernen eines Organes oder einer Gliedmaße für den gesamten Organismus unnötig und schädlich sein könne, verhalte es sich aus seiner Sicht auch mit einer möglichen Schließung eines Klinikstandortes. Auch er glaube an eine Zukunft aller derzeitigen Klinikstandorte in kommunaler Trägerschaft. Zur Umsetzung dieses Zieles müssten aber einige „Stellschrauben“ im Gesamtgefüge der Kliniken neu „justiert werden“. In einem weiteren Tagesordnungspunkt befaßten sich die beiden Kreistagsfraktionen noch mit einer Nachbetrachtung zum Thema Olympiabewerbung. Für Elisabeth Hagenauer, Mitglied der Grünen-Kreistagsfraktion im Berchtesgadener Land und stellvertretende Landrätin, habe die Rücknahme der Bewerbung Oslos gezeigt, daß die Argumente der Grünen gegen eine Olympiabewerbung „goldrichtig“ gewesen seien. Die Norwegische Regierung habe bei ihrer ablehnenden Haltung gegenüber einer Staatsgarantie ähnliche Argumente verwendet, wie die Grünen. Burgi Mörtl-Körner, Grünen-Kreisrätin im Landkreis Traunstein, ergänzte, daß es „den Olympiafreunden“ in der Region zu denken geben müsse, wenn mit China und Kasachstan nun mehr zwei Länder übrigblieben, in denen Demokratie und Menschenrechte noch Fremdworte wären. Ohne eine umfassende Reform „an Haupt und Gliedern“ beim IOC sehe sie die Zukunft der an sich grandiosen Idee olympischer Spiele in keinem „rosigen Licht“.

Von: Edwin Hertlein

Kategorie: Kreisverband, Infrastruktur