27.02.2017, 08:31 Uhr

Grüne setzen sich für Wildbienen ein

Der Schutz der Honigbienen ist in der Bevölkerung völlig unstrittig. Dass aber auch die Wildbienen in ihrem Bestand gefährdet sind, ist nach Ansicht von Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land den meisten Menschen kaum bekannt.

Dr. Bernhard Zimmer, Kreisvorsitzender der Ökopartei und Hobbyimker, hat jetzt auf einer Kreisvorstandssitzung auf dieses Defizit hingewiesen. Dr. Zimmer hob hervor, dass mehr als 40 Prozent der in Deutschland lebenden 560 Wildbienenarten in ihrem Bestand gefährdet wären. Dabei wären 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf Wild- oder Honigbienen als Bestäuber angewiesen. Ein wichtiger Grund für die Gefährdung der Wild- und Honigbienen ist laut Dr. Zimmer die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft.Mit dem Verschwinden naturnaher Weg- und Flurränder verschwänden auch immer mehr Wildbienen, die eng an diese Lebensräume angepasst wären. Auch der Rückgang der Artenvielfalt durch die immer intensivere Nutzung von Grünlandflächen trage zur Gefährung von Wild- und Honigbienen bei.

Grünen-Kreisvorstandsmitglied Winfried Köpnick, wie Dr. Zimmer ebenfalls Hobbygärtner, wies auf einen weiteren Grund für die Gefährdung von Wild- und Honigbienen hin. „Ordentliche Wohnzimmergärten“ ohne Wildkräuter und Rückzugsmöglichkeiten machten es besonders hoch spezialisierten Wildbienenarten immer schwerer, geeignete Lebensräume zu finden. Wildbienen litten darüber hinaus noch in besonderem Maße von der zunehmenden Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen- und Siedlungsbau, so Köpnick, weil diese im Gegensatz zu Honigbienen nur geringe Flugdistanzen zurücklegten.

Zimmer wie Köpnick waren sich darin einig, dass zum Schutz von Wild- wie Honigbienen unbedingt das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, das in der Landwirtschaft wie in Hobbygärten gleichermassen eingesetzt werde, verboten werden müsste. Dieses Gift sei ein „Bienenkiller“.

Von: Eswin Hertlein

Kategorie: Kreisverband